Hallo Ihr Lieben,
seit einiger Zeit steht auf meinem Näh-Lern-Plan ein
T-Shirt bzw. Longshirt für mich. Also erstmal eines zum Üben, weil ich ja noch ein Nähanfänger bin. Aus meiner Stoffkiste habe ich zwei verschiedene Jerseystoffe genommen, die farblich aber nicht so meins sind. Es ging hier nicht ums Muster oder die Farben (denn beige mag ich nämlich gar nicht), aber für meinen Zweck war das egal. Es ging hier darum, mich in Ruhe
um den Schnitt zu kümmern.
Ich habe mir einen
Grundschnitt für ein T-Shirt gekauft. Aber wer hat schon "Normmaße"? Ich jedenfalls nicht. Also habe ich erstmal Vorder- und Rückenteil nach meiner Größe 42 aus dem Stoff ausgeschnitten und dann Vorder- und Rückenteil zusammengeheftet und anprobiert. Das war viel zu weit in der Taille und unter den Armen. Also habe ich den Papierschnitt an den Stellen korrigiert.
Alleine das Zusammenkleben der vielen A4-Blätter zu einem fertigen Schnitt war eine Wissenschaft für sich. Aber das muss man üben. Wichtig ist, dass man die A4-Blätter erstmal nur in der richtigen Reihenfolgende zusammenklebt und
erst dann den Schnitt ausschneidet - sonst verliert man den Überblick. Auf dem Bild seht Ihr rechts ein halbes Vorderteil, links ein halbes Rückenteil.
Danach habe ich die Stoffzuschnitte auch korrgiert. Die beiden Teile habe ich dann zusammengenäht. Da Jersey elastisch ist, konnte ich auf Brustabnäher verzichten (das wäre für mich auch zu kompliziert gewesen). Ich wollte, dass es insgesamt locker, aber figurbetont und tailliert sitzt.
Am Ende kam dann das heraus. Ich habe mich gewundert, warum das Rückenteil unten breiter ist als das Vorderteil. Das war auf dem Schnitt so angegeben und ich ließ es so. Die meisten Damen haben bestimmt hier einen "Mehrbedarf" an Stoff. Ich nicht. Deshalb werde ich das Rückenteil hier noch für mich anpassen und genauso breit wie das Vorderteil machen.
Am Ende des entspanntes Handarbeitstages war es dann fertig - mein erstes T-Shirt für mich. Es gibt noch viel zu verbessern, ja ich weiß. Ich hatte nicht die passenden Garnfarben bzw. -qualitäten. Und ich würde niemals ein Shirt haben wollen, wo Vorder- und Rückseite anders gemustert sind. Und ich muss noch "gerade Nähte" üben. Bei mir ist das nicht immer so gleichmäßig. Und wenn man von außen steppt, dann muss man sich sicher sein, dass der umgeschlagene Saum auch bei zur Naht reicht. Man muss ganz schön viele Dinge achten.
Bei meinem nächsten Shirt werde ich
- auf jeden Fall farblich passendes Nähgarn verwenden.
- das Shirt in der Taille noch ein wenig schmaler machen und
- es insgesamt noch 1 cm länger machen (also den Papierschnitt nochmal anpassen)
- das Rückenteil am Popo genauso breit machen wie das Vorderteil
Ich mag es, wenn die Shirts länger sind, weil ich sie oft bequem Zuhause zu Leggings anziehe. Und ich mag es immer tailliert, weil ich finde, dass das eine schöne Figur macht.
So genug erzählt. Nun dürft Ihr gucken und auch kritisieren.
Unsicher war ich mir auch mit den Nähten. Ja, es ist Jersey und man muss einen Elastikstich nehmen. Aber wenn es doch nicht hautnah sitzen soll, kann man dann nicht einfach seinen Geradstich nehmen? Der sieht sauberer aus. Ich habe nun mal diesen, mal jenen verwendet. Zum Umnähen des Saumes unten z. B. und an den Armen habe ich den Geradstich genommen. Da ist ja kein Zug drauf, dachte ich mir.
Aber es könnte auch sein, dass die leichten "Wellen" in den seitlichen Nähten von der falschen Nahtsorte kommen oder? Ich hätte wohl vorher eine Nahtprobe in Längstrichtung machen sollen.
Ach ja, noch eine gelernte Neuerung: Die Nähte an den Schultern steppe ich jetzt immer nochmal mit einer Extra-Naht fest. Dann schlabbern sie auf der Innenseite nicht so herum und liegen besser an. Ich habe ja keine Overlook für feine Nähte, daher finde ich diese Variante optisch ganz gut.
Liebe Grüße Ina