Im ersten Teil meiner Reihe „Häkeln für Kinder“ haben wir uns die Grundlagen angeschaut. Du hast gelernt, wie man eine Anfangsschlaufe macht, den Faden hält und Luftmaschen häkelt. Jetzt wird es Zeit, dieses neue Wissen für ein erstes kreatives Projekt einzusetzen.
Gerade für Kinder ist es motivierend, wenn sie schnell sehen, was sie mit ihren selbst gehäkelten Maschen gestalten können. Während viele klassische Häkelprojekte etwas Geduld erfordern, entsteht bei dieser Bastelidee bereits nach kurzer Zeit ein sichtbares Ergebnis. Das sorgt für Erfolgserlebnisse und macht Lust auf weitere Häkelabenteuer.
Das Projekt eignet sich besonders gut für Kinder ab etwa 6 Jahren. Jüngere Kinder können natürlich ebenfalls mitmachen, benötigen aber möglicherweise etwas Unterstützung beim Häkeln oder Aufkleben der Luftmaschenketten.
Hinweise vor dem Start
Für dieses Projekt benötigst du keine neuen Häkeltechniken. Es reicht vollkommen aus, wenn du bereits Luftmaschen häkeln kannst.
Da die Luftmaschenketten später aufgeklebt werden, müssen die Maschen nicht perfekt gleichmäßig sein. Gerade das macht dieses Projekt so anfängerfreundlich. Kleine Unterschiede fallen später kaum auf und verleihen jeder Karte ihren ganz eigenen Charme.
Nimm dir beim Aufkleben der Luftmaschenketten etwas Zeit. Es ist hilfreich den Kleber zunächst nur auf einen Ballon aufzutragen und anschließend die Luftmaschenkette vorsichtig zu platzieren.
Das brauchst du
Für die Einladungskarten benötigst du nicht viele Materialien:

- Tonpapier
- Reste von Baumwollgarn in verschiedenen Farben
- Häkelnadel passend zum Garn
- Flüssiger Bastelkleber
- Schere
- Bleistift
- ggf. Radiergummi
- Filzstift(e)
- optional: Sticker, Glitzerstifte zum Verzieren
Das solltest du bereits können
Für dieses Projekt benötigst du lediglich die Techniken aus Teil 1 dieser Reihe auf meinem Blog:
- Anfangsschlaufe
- Luftmaschen häkeln
- Luftmaschenkette beenden
Falls du diese Techniken noch einmal üben möchtest, findest du alle Erklärungen im ersten Teil von „Häkeln für Kinder“.
Anleitung
1. Die Karte vorbereiten
Überlege dir, für welchen Anlass du die Karte verwenden oder wen du mit dieser Karte einladen möchtest. Du kannst dann die Farbe der Karte und die Farben der Ballons entsprechend auswählen.
Nimm dir nun ein Blatt Tonpapier und schneide es in der Mitte durch.
Anschließend faltest du eine Hälfte noch einmal in der Mitte. Dadurch entsteht eine klassische Klappkarte, die später genügend Platz für deinen Einladungstext bietet.

2. Luftballons und Schriftzug aufzeichnen
Zeichne nun auf der Vorderseite der Karte dein Schriftzug "EINLADUNG" und mehrere Luftballons vor. Die Anzahl der Luftballons kannst du dir selbst überlegen. Ich habe im Beispiel 5 Ballons aufgezeichnet. Beim Schriftzug kannst du dir auch von einem Erwachsenen helfen lassen.
Dabei müssen die Formen keineswegs perfekt sein. Echte Luftballons sehen schließlich auch nie exakt gleich aus. Unterschiedlich große Ballons machen die Karte sogar lebendiger und interessanter.
Achte lediglich darauf, zwischen den Ballons genügend Platz zu lassen, damit die Luftmaschenketten später gut aufgeklebt werden können.
Damit die Ballons noch echter aussehen, kannst du noch eine Schnur an jeden Ballon zeichnen. Du kannst jede Schnur einzeln nach unten verlaufen lassen oder mehrere Schnüre an einem gemeinsamen Punkt zusammenführen.

3. Schriftzug nachmalen
Nun kannst du den vorgezeichneten Schriftzug "EINLADUNG" nach Belieben mit Filzstiften oder Glitzerstiften nachmalen. Du kannst für jeden Buchstaben auch eine andere Farbe benutzen. Ich habe hier nur einen Filzstift für alle Buchstaben verwendet.
4. Luftmaschenketten häkeln
Jetzt kommt der Häkelteil des Projekts.
Suche dir verschiedene Garnfarben aus und häkle für jeden Ballon eine eigene Luftmaschenkette.
Die Luftmaschenkette sollte ungefähr so lang sein, dass sie den jeweiligen Ballon komplett ausfüllen kann, wenn du sie spiralförmig legst (wie ein Schneckenhaus). Du kannst die Länge zwischendurch immer wieder direkt auf der Karte überprüfen. Als Richtwert: meine Luftmaschenketten bestanden aus etwa 35 Luftmaschen.


Je bunter die Farben werden, desto fröhlicher wirkt später die fertige Einladungskarte.
Wenn du alle Luftmaschenketten fertiggestellt hast, sichere die Enden wie im ersten Teil der Reihe beschrieben.
5. Ballons aufkleben
Nun wird aus den Luftmaschenketten nach und nach eine richtige Karte.
Trage etwas Bastelkleber auf die Fläche innerhalb der aufgezeichneten Ballonlinien auf.
Lege anschließend die passende Luftmaschenkette vorsichtig in den Kleber. Beginne am besten in der Mitte des Ballons und arbeite dich langsam spiralförmig nach außen.


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Es kann hilfreich sein, die Luftmaschenkette leicht anzudrücken, damit sie sauber der Form folgt. Zum Andrücken kannst du zum Beispiel das Ende eines Bleistifts benutzen.
Wiederhole diesen Schritt für alle Ballons auf deiner Karte.

6. Ballonschnüre ergänzen
Schneide für die Schnüre einige kurze Stücke Baumwollgarn ab und klebe sie unter die Ballons. Dafür trägst du einfach wieder etwas Flüssigkleber entlang der vorgezeichneten Schnüre auf und dann legst du die Baumwollfäden auf und drückst sie vorsichtig fest.


Beides sieht hübsch aus und verleiht der Karte einen individuellen Look.
7. Einladung gestalten
Lasse den Kleber nun vollständig trocknen.
Anschließend kannst du die Karte öffnen und deinen Einladungstext hineinschreiben.
Wer möchte, kann die Vorderseite zusätzlich mit Filzstiften, Stickern oder kleinen Zeichnungen verzieren.

Weitere Gestaltungsideen
Natürlich müssen es nicht immer Luftballons sein.
Mit derselben Technik lassen sich auch viele andere Motive gestalten:
- Herzen
- Blumen
- Schmetterlinge
- Regenbogen
- Sterne
- Tiere
So entstehen immer wieder neue Bastelprojekte, bei denen gleichzeitig das Häkeln geübt wird.
Manchmal braucht es gar kein großes Häkelprojekt, um kreativ zu werden. Diese bunten Einladungskarten zeigen, dass bereits einfache Luftmaschenketten ausreichen, um etwas Besonderes zu gestalten.
Kinder können dabei ihre ersten Häkelerfahrungen festigen, mit Farben experimentieren und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Gleichzeitig entsteht eine persönliche Einladungskarte, die viel individueller ist als eine gekaufte Karte aus dem Laden.
Wenn dir dieses Projekt gefallen hat, kannst du meinen Blog gerne abonnieren, um keinen Teil der Reihe zu verpassen.