Schlaufengarn ist eine spezielle Garnart, die das Stricken ohne Nadeln ermöglicht und sich besonders für anfängerfreundliche Projekte eignet. Besonders dekorative Wohnaccessoires lassen sich damit im Handumdrehen umsetzen.
Ein Herzkissen aus Schlaufengarn ist dabei nicht nur ein echter Hingucker, sondern auch wunderbar weich und gemütlich. Ob als Geschenk zum Valentinstag, zum Muttertag, zur Hochzeit oder einfach als liebevolle Deko auf Sofa oder Bett – dieses Projekt ist vielseitig einsetzbar und macht richtig Spaß.
In dieser Anleitung erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du dein eigenes Herzkissen strickst. Dank der einfachen Technik ist das Projekt auch für Einsteiger oder Kinder bestens geeignet.
Wenn du noch keine Erfahrung mit Schlaufengarn hast oder die Grundlagen auffrischen möchtest, findest du in meinem Grundlagen-Artikel zum Stricken mit Schlaufengarn alle wichtigen Basistechniken Schritt für Schritt erklärt.
Material
Für das Herzkissen benötigst du folgende Materialien:
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Schlaufengarn, 100 g
(hier verwendet: Alize Puffy Color, Farbe 5926) -
Füllwatte
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Stoffreste, 2× ca. 30 × 30 cm
(z. B. aus einem alten T-Shirt) -
Nähgarn
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Nähnadel
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Schere
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optional: Nähmaschine
Anleitung
Maschenanschlag
Das Herzkissen beginnt mit einem Maschenanschlag in der Runde. Lege dafür 6 Schlaufen zu einem Kreis zusammen. Anschließend ziehst du den Anfangsfaden durch alle 6 Schlaufen und ziehst ihn vorsichtig an, sodass sich das Loch in der Mitte vollständig schließt. Sollte der Anfangsfaden nicht lang genug sein, kannst du am Anfang einige Schlaufen vorsichtig öffnen und den Faden verlängern.
Herzform stricken
Das Herzkissen wird in Runden und von unten nach oben mit Schlaufengarn gestrickt. Zunächst entsteht der untere Teil des Herzens bis zu den beiden Herzkurven. Anschließend wird jede Herzhälfte einzeln gearbeitet.
Unterer Teil des Herzens
In den folgenden Runden wird ausschließlich rechts gestrickt, die Form entsteht durch regelmäßige Zunahmen:
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Runde 1: jede 2. Masche eine Zunahme, 3-mal
(rechte Masche, Zunahme) -
Runde 2: jede 3. Masche eine Zunahme, beginnend mit der Zunahme, 3-mal
(Zunahme, 2 rechte Maschen) -
Runde 3: jede 4. Masche eine Zunahme, 3-mal
(3 rechte Maschen, Zunahme) -
Runde 4: jede 5. Masche eine Zunahme, beginnend mit 2 rechten Maschen, 3-mal
(2 rechte Maschen, Zunahme, 2 rechte Maschen) -
Runde 5: jede 6. Masche eine Zunahme, beginnend mit 1 rechten Masche, 3-mal
(rechte Masche, Zunahme, 4 rechte Maschen) -
Runde 6: jede 7. Masche eine Zunahme, beginnend mit der Zunahme, 3-mal
(Zunahme, 6 rechte Maschen) -
Runde 7: jede 4. Masche eine Zunahme, 6-mal
(3 rechte Maschen, Zunahme)
Ab Runde 8 wird zunächst nur auf der ersten Hälfte des Herzens weiter gestrickt.

Erste Herzkurve
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Runde 8: jede 5. Masche eine Zunahme, beginnend mit 2 rechten Maschen, 6-mal
(2 rechte Maschen, Zunahme, 2 rechte Maschen) -
Runde 9: 18 rechte Maschen (einmal komplett um die erste Herzhälfte)
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Runde 10: jede 2. Masche eine Abnahme, beginnend mit der Abnahme, 6-mal
(Abnahme, rechte Masche) -
Runde 11: 6 Abnahmen
Nun wird abgekettet. Den Faden nach etwa 5 weiteren Schlaufen abschneiden, diese Schlaufen vorsichtig auftrennen und den Faden durch die letzte Schlaufe ziehen und zum Vernähen verwenden.
Zweite Herzkurve
Befestige nun einen neuen Faden mittig im Herz (fest verknoten). Auch hierfür können Schlaufen des Schlaufengarns aufgetrennt werden.
Auf der zweiten Herzhälfte befinden sich jetzt noch 18 Schlaufen, an denen weiter in Runden gearbeitet wird:
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Runde 1: jede 5. Masche eine Zunahme, beginnend mit 2 rechten Maschen, 6-mal
(2 rechte Maschen, Zunahme, 2 rechte Maschen) -
Runde 2: 18 rechte Maschen
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Runde 3: jede 2. Masche eine Abnahme, beginnend mit der Abnahme, 6-mal
Innenkissen nähen und Füllen
Da die Maschenabstände relativ groß sind und Füllwatte leicht hindurchtreten kann, empfiehlt es sich, ein kleines Innenkissen zu nähen.
Lege das bisher gestrickte Herz auf ein altes T-Shirt (oder einen anderen dehnbaren Stoff) und zeichne die Herzform grob nach. Halte dabei rund 2 cm Abstand. Stecke zwei Lagen des Stoffes mit Stecknadeln zusammen und schneide beide Lagen gleichzeitig aus. Gib beim Zuschneiden zusätzlich etwa 1 cm Nahtzugabe hinzu.

Nähe die Stoffteile anschließend zusammen (mit der Nähmaschine oder von Hand) und lasse eine ca. 5 cm große Öffnung zum Stopfen.

Lege den Stoffbezug in das gestrickte Herz, sodass die Öffnung an der noch unfertigen Herzkurve liegt. Fülle das Innenkissen mit Füllwatte und schließe die Öffnung per Handnaht.



Abschluss der zweiten Herzkurve
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Runde 4: 6 Abnahmen

Danach wird wie bei der ersten Herzhälfte abgekettet und die Arbeit beendet. Lasse den Faden gegebenenfalls etwas länger, um das Loch in der Herzmitte ebenfalls sauber zu schließen. Dafür den Faden durch die Maschenglieder links und rechts der Öffnung fädeln und vorsichtig zusammenziehen.

Wiederhole diesen Vorgang an allen Stellen mit größeren Lücken. Zum Schluss den Faden ohne Nadel, nur mit den Fingern, gründlich vernähen.
Das Herzkissen ist nun fertig und sollte in etwa so aussehen:

Mit diesem Herzkissen aus Schlaufengarn hast du ein besonders weiches und dekoratives Strickprojekt umgesetzt, das sich ideal für Anfänger eignet und ganz ohne Stricknadeln auskommt. Durch das Stricken in Runden und die gezielten Zu- und Abnahmen entsteht Schritt für Schritt die typische Herzform.
Ob als liebevolles Geschenk, als gemütliches Wohnaccessoire oder als kreatives Projekt für zwischendurch – ein Herzkissen aus Schlaufengarn ist vielseitig einsetzbar und lässt sich farblich ganz nach deinem Geschmack gestalten. Nimm dir Zeit beim Vernähen und Formen, damit dein fertiges Kissen lange Freude bereitet.
Viel Spaß beim Stricken mit Schlaufengarn und beim Gestalten deines ganz persönlichen Herzkissens!