Für die Fotos in diesem Beitrag habe ich Schlaufengarn alize Puffy Color verwendet.
Stricken mit Schlaufengarn
Schlaufengarn, auch als Loop-Garn bekannt, ist ein spezielles Garn mit bereits vorgefertigten Schlaufen. Diese Schlaufen ersetzen die klassischen Maschen auf der Stricknadel. Statt Nadeln werden ausschließlich die Finger benutzt, wodurch sich das Stricken besonders intuitiv und entspannend anfühlt. Gerade für EinsteigerInnen, Kinder oder Menschen mit eingeschränkter Handbeweglichkeit ist diese Technik ideal. Gleichzeitig lassen sich in kurzer Zeit beeindruckende Ergebnisse erzielen – von Schals über Decken bis hin zu Kissenhüllen.
Im Folgenden erkläre ich dir die wichtigsten Techniken, die du für nahezu jedes Strickprojekt mit Schlaufengarn benötigst.
Maschenanschlag
Der Maschenanschlag bildet die Basis deines Strickstücks. Wichtig ist dabei, einen ausreichend langen Anfangsfaden einzuplanen, damit dieser später problemlos vernäht werden kann. Dafür kannst du die ersten Schlaufen am Anfang des Garns vorsichtig mit einer Schere aufschneiden und erhältst so einen glatten Faden in gewünschter Länge.
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Lege anschließend das Garn so vor dich hin, dass die Schlaufen nach oben zeigen. Zähle nun die benötigte Anzahl an Schlaufen ab und lege sie nebeneinander. Achte darauf, dass die Schlaufen nicht verdreht liegen, damit das Strickbild später gleichmäßig wird.

Für flache Strickstücke beginnst du nach dem Abzählen der Schlaufen direkt mit dem Arbeiten der ersten Reihe.
Möchtest du in Runden stricken, strickst du nach dem Abzählen der benötigten Schlaufen direkt in die erste Schlaufe. Lege dafür die erste und die letzte Schlaufe nebeneinander und beginne direkt mit dem Weiterarbeiten der ersten Reihe. Wichtig ist auch hier, darauf zu achten, dass sich die Schlaufen nicht verdrehen, da sich ein Fehler später kaum noch korrigieren lässt. Durch das Stricken in Runden entsteht ein nahtloses Strickstück, ideal für Loops oder Stirnbänder.



Eine weitere Möglichkeit für den Maschenanschlag in Runden ist das Schließen der Mitte mithilfe des Anfangsfadens – ähnlich dem magischen Ring beim Häkeln. Dafür ziehst du den Anfangsfaden des Schlaufengarns vorsichtig durch mehrere Schlaufen der Anfangsreihe. Ziehst du anschließend am Faden, schließt sich die Öffnung in der Mitte nahezu vollständig. Diese Technik ist ideal für runde Projekte wie beispielsweise Kissen oder Mützen (von oben gestrickt), bei denen kein Loch in der Mitte sichtbar sein soll.



Rechte Maschen
Rechte Maschen sind beim Stricken mit Schlaufengarn der Standard und besonders einfach. Du nimmst jeweils die nächste Schlaufe des Schlaufengarns und ziehst sie von hinten nach vorne durch die Schlaufe der vorderen Reihe. Dann gehst du zur nächsten Schlaufe deines Strickstücks und arbeitest so Schlaufe für Schlaufe und Reihe für Reihe weiter. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiges, leicht geflochten wirkendes Maschenbild.


Linke Maschen stricken
Für linke Maschen wird die Schlaufe nicht von hinten nach vorne, sondern von vorne nach hinten durchgezogen. Dadurch entsteht eine andere Oberflächenstruktur, die der linken Masche beim klassischen Stricken ähnelt. Linke Maschen werden häufig genutzt, um Muster zu erzeugen oder bestimmte Bereiche optisch hervorzuheben.


Zunahmen
Zunahmen sind nötig, wenn dein Strickstück breiter werden soll, zum Beispiel bei Dreieckstüchern. Bei Schlaufengarn arbeitest du Zunahmen, indem du gezielt mehrere Schlaufen vom Garn in eine Schlaufe deines Stricksstücks ziehst. Wichtig ist, die Zunahmen gleichmäßig zu verteilen, damit sich das Strickstück nicht verzieht.

Abnahmen
Abnahmen verringern die Maschenanzahl und werden oft für Abschlüsse oder Formgebungen genutzt. Hierfür ziehst du eine Schlaufe vom Garn gleichzeitig durch zwei Schlaufen deines Strickstücks. Dadurch werden zwei Maschen zu einer zusammengefasst.


Abketten
Das Abketten sorgt dafür, dass sich dein Strickstück nicht mehr auflösen kann und bildet einen sauberen Abschluss. Beim Stricken mit Schlaufengarn funktioniert dies ähnlich wie beim klassischen Abketten, jedoch ausschließlich mit den Fingern.
Zu Beginn der Reihe werden zwei rechte Maschen gestrickt. Anschließend ziehst du die zweite Masche vorsichtig durch die erste Schlaufe.


Danach strickst du wieder eine rechte Masche, die du erneut durch die vorherige Masche ziehst.


Dieser Vorgang wird bis zum Ende der Reihe wiederholt, sodass nach und nach alle Maschen abgekettet werden. Am Schluss bleibt nur noch eine einzelne Schlaufe übrig.

Beenden und vernähen
Zum Beenden des Strickstücks schneidest du den Faden etwa vier bis fünf Schlaufen nach der letzten Masche ab. Diese Schlaufen trennst du – ähnlich wie beim Verlängern des Anfangsfadens – vorsichtig mit einer Schere auf, sodass ein glatter Faden entsteht. Diesen ziehst du durch die letzte Schlaufe des Strickstücks und ziehst ihn fest, um die Masche zu sichern.



Auch zum Vernähen benötigst du keine Nadel. Der Faden wird einfach mit den Fingern durch mehrere Maschen auf der Rückseite des Strickstücks gezogen und anschließend locker gekürzt. So entsteht ein sauberer, nahezu unsichtbarer Abschluss ganz ohne zusätzliches Werkzeug.



Fazit
Stricken mit Schlaufengarn ist unkompliziert, schnell erlernbar und ideal für kreative Projekte ohne großen Materialaufwand. Mit den hier vorgestellten Techniken bist du bestens gerüstet, um eigene Ideen umzusetzen oder vorhandene Anleitungen problemlos nachzuarbeiten.