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Hallo Ihr Lieben,
ja, das ist mal eine Aussage, oder?
Stimmt wahrscheinlich in den meisten Fällen nicht. Aber es gibt Ausnahmen. Von einer solchen Ausnahme möchte ich euch heute erzählen.
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Ihr kennt das bestimmt ... ich sitze abends gegen 22 Uhr bei Schummerlicht - an meinem Schreibtisch. Nur noch schnell ein Schnittmuster ausdrucken, dann ab ins Bettchen. Also Druckbefehl gegeben. Drucker meckert "Gelbe Tinte ist knapp, fülle Tinte nach". Ja, mach ich, kein Problem. Ein Griff ins dunkle Regal in die Packung mit den 4 Nachfüllfläschen. Wo ist da "Y" für Gelb. Stehen ja immer nur Buchstaben drauf, nicht etwas "Gelb" oder "Yellow"
Ihr müsst wissen, ich habe einen Epson Ecotank-Drucker, bei dem man keine Tintenpatronen wechselt, sondern die 4 Farben aus kleinen Fläschchen in die entsprechende Kammer nachfüllt. Der Hersteller des Druckers hat es so gemacht, dass jedes der 4 Nachfüllfläschen eine spezielle Düse hat, die nur auf diese Farbe im Drucker passt. Die Düse der gelben Flasche passt also nicht auf die Kammer der schwarzen Farbe. Das ist schon alles gut ausgedacht.
Ich also fix die gelbe Nachfüllflasche auf die gelbe Tintenkammer gesetzt ... gluck gluck gluck - bis die Kammer voll war. Dann druckte der Drucker. Und was kam heraus? Alle Farben außer Gelb! Ich gleich noch einmal eine große gelbe Seite ausgedruckt, um zu sehen, was das los ist. Die Seite war schwarz!
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Oh Schreck, was war da los? Großes Licht an und meine Augen auf die Farbkammern und auf die leere Nachfüllflasche gerichtet. Ich hatte schwarze Tinte in die gelbe Farbkammer gegossen und zwar bis zum Anschlag und danach gedruckt. Oh Gott. Wie konnte das passieren, wo ich euch doch von den unterschiedlichen Düsen erzählt hatte? Ich hatte beim Amazon Friday Nachfülltinten mit Orginalbeschriftung im Sonderangebot für meinen Drucker gekauft. Sie sah genauso aus wie die Originaltinte, nur eben hatten die Nachfüllfläschchen keine speziellen Düsen. Alle Nachfüllfläschchen passen auf alle Farbkammern. Einmal nicht aufgepasst, und schon hat man den Salat.
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Nun war das Malheur passiert. Ich war wieder hellwach und fragte sogleich das Internet, was ich tun sollte. Die KI sagte mir, dass ich nach dem falschen Einfüllen den Drucker sofort ausschalten und auf keinen Fall drucken sollte, damit die falsche Tinte nicht in das ganze Druckersystem lief. Tja, für diese Warnung war es bei mir leider zu spät.
Für meinen Fall riet die KI, ich sollte den Drucker auseinanderbauen und mit einer Absaugvorrichtung die falsche Farbe vorsichtig aus der Kammer saugen. Auch alle Leitungen sollte ich mit xyz spülen. Aber eigentlich hätte das keinen Sinn, wenn die falsche Farbe schon im Schlauchsystem wäre. Tja, eine Absaugvorrichtung hatte ich nicht und ich wollte den Drucker auch nicht auseinanderbauen. Das ist mir einfach zu technisch. Es gab einen Link zu youtube, auf dem ein Servicetechniker diese Spezial-Operation am offenen Drucker vornahm - nein, nichts für mich!
Der dritte Tipp der KI war dann, dass der Drucker zur Reparatur sollte. Ich gleich gegoogelt, wer meinen Drucker zur Reparatur annehmen und was das kosten würde. Es stellte sich heraus, dass ein Elektronikhändler in der nächsten Kreisstadt ihn nach Besichtichgung annehmen und an die Herstellerfirma zur Reparatur schicken würde. Das würde ab 150 Euro kosten. Das war mir zu teuer. Da kann man sich ja gleich einen neuen Drucker kaufen.
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Mir war ganz heiß vor Aufregung. Ich brauche doch meinen Drucker. Und er war gut. Ein fleißiger Drucker, der mit wenig Tinte ganz problemlos arbeitet. Er war doch erst 3 Jahre alt. Gleich habe ich im Internet geschaut, was er in neu kosten würde. Aber denkste, er wird - nach nur 3 Jahren - schon gar nicht mehr hergestellt. Nur in 2 Shops habe ich ihn gefunden, die ihn zu einem stolzen Preis anboten. Und dann als Zahlungsmöglichkeit nur Vorkasse - nee, nicht mit mir!
Also erstmal eine Nacht drüber schlafen. Am nächsten Morgen habe ich dann mein Gehirn eingeschaltet. Was hätte ich getan, bevor es die KI/googel gab? Ich hätte meinen gesunden Menschenverstand eingeschaltet. Und der entschied nun, dass ich die schwarze Tinte aus der gelben Kammer herausbekäme, wenn ich ganz viele gelbe Seiten druckte. Das tat ich dann auch. Eine preiswerte Packung Druckerpapier vom Aldi hatte ich und so druckte ich stundenlang gelbe Seiten, bis die gelbe Tintenkammer fast leer war. Ganz leer durfte man nicht. Dann habe ich gelbe Tinte nachgefüllt - auch aus dem nachgemachten Set, das auf alle Düsen passt. Der Anteil Schwarz, der noch in der Tintenkammer und in den Leitungen war, vermischte sich demzufolge mit dem nachgefüllten Gelb. Die ausgedruckten Seiten wurden nun schon ockerfarben. Welche Freude!
Nachdem ich wiederum die ganze gelbe Patrone leergedruckt hatte, füllte ich nochmal Gelb nach. Ich habe quasi das Schwarz immer mehr verdünnt und durch Gelb ersetzt.
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Am Ende des Tages zeigte mein Kontrolldruck, dass mein gelber Farbton nun schon bei sonnengelb angelangt war. Wenn ich das nächste Mal Gelb nachfülle, kann ich vielleicht auch wieder Zitronengelb drucken.
Ich habe mir dann als Lehre aus der Geschichte gleich noch die originalen Nachfüllfläschchen mit den Spezialdüsen beim Hersteller gekauft. Da kann ich sicher sein, dass ich nicht versehentlich das falsche Fach befülle.
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Am Ende war ich schlauer als die KI, die meinen Drucker schon abgeschrieben hatte. Aber die KI ist ja immer nur so schlau, wie das, was sie im Internet auf anderen Webseiten liest und für uns zusammenbastelt. Von unserem eigenen freien Denken und unserem menschlichen Einfallsreichtum ahnt sie nichts.
Heute bin ich glücklich, dass ich meinen Drucker repariert habe und er ganz artig seine Arbeit tut.
Liebe Grüße Ina
Puuuh, da bin ich ja richtig froh, dass bei meinem Drucker die Farben eigene Patronen haben, die komplett eingeklinkt werden. Und alle haben einen Streifen in ihrer Farbe auf dem Gehäuse, man muss nicht einmal lesen können.
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