Alter Bademantel wird zu weichen Waschhandschuhen
Aus einem alten Kinderbademantel, der nicht mehr passt, lassen sich ganz einfach und nachhaltig neue Waschhandschuhe nähen. Damit ihr wisst, was wir am Ende dieses Blogbeitrags genäht haben wollen, zeige ich euch vorab schon einmal mein Ergebnis:
1. Der Hauptdarsteller
Der Hauptdarsteller in diesem Beitrag ist ein Kinderbademantel in Gr. 122. Er passte meiner Enkelin nicht mehr, aber zum Wegschmeißen ist er natürlich viel zu schade. Eine neue Besitzerin fand sich ad hoc leider nicht – und so landete er schließlich in meinem Stoff-Fundus. In meiner Familie wissen alle Bescheid, dass sie keine Sachen wegwerfen dürfen, ohne dass ich sie gesehen hätte. Aus vielen Stoffen kann man (ich) immer noch etwas Schönes machen – eben Upcycling.
Der Bademantel wurde gern getragen – wohl, weil er so schön weich ist. Die Farben sind noch frisch und die Fasern schön dicht. Es gibt keine fadenscheinigen Stellen. Und wenn, wäre es auch nicht schlimm, diese Teile würden wir beim Zuschnitt einfach auslassen. Der Bademantel ist auch im nassen Zustand schön dick, griffig und weich.
Bevor man einen Bademantel zu Waschhandschuhen umarbeitet, muss man ihn sich genau anschauen und für die künftige Anwendung prüfen. Mein Bademantel besteht aus 100 % Polyester (Mikrofasern). Die Fasern sind dick, flauschig und er ist bei 60 Grad waschbar, was für Waschhandschuhe essenziell ist. Da ich keinen Wäschetrockner besitze, der die Fasern aufplustert und noch flauschiger macht, ist die Optik – nach der Wäsche bei mir – nicht mehr ganz so schön wie zu dem Zeitpunkt, als ich ihn bekam. Aber für Waschhandschuhe reicht diese Oberfläche trotzdem aus.
Euer zu recycelnder Bademantel dürfte also – wie bei mir – auch aus Mikrofasern oder sehr gern auch aus Frottee-Stoff sein. Frottee-Stoffe sind Stoffe aus Baumwolle. Sie sind ebenfalls weich (wenn sie noch neu sind, wenn man nicht zu kalkhaltiges Wasser hat und wenn man sie möglichst in einem Wäschetrockner trocknet) und nehmen viel Wasser auf. Da das Wasser in meiner Wohngegend aber extrem kalkhaltig ist, verhärten meine Textilien aus Frottee sehr schnell und werden in kurzer Zeit bretthart. Deshalb musste ich notgedrungen auf Handtücher und Bademäntel aus Mikrofaser ausweichen.
Entscheidend ist, dass der gewählte Stoff, aus dem wir die Waschhandschuhe fertigen wollen, im feuchten Zustand als Waschlappen tauglich ist und sich auf der Gesichtshaut gut anfühlt. Dafür ist eine Probe mit einem feuchten Zipfel des Bademantels unerlässlich. Nur wenn man das getestet hat und das Ergebnis für gut befunden wurde, lohnt es sich, diesen Stoff zu Waschhandschuhen umzuarbeiten.
Meine Probe ergab, dass sich die Fasern meines Bademantels auch im nassen Zustand angenehm auf dem Gesicht anfühlen und der feuchte Stoff dick genug für einen Waschhandschuh ist. Die Qualität des Ausgangsmaterials ist hier entscheidend.
Natürlich könnte man auch einfach neue Waschhandschuhe kaufen, sie kosten nicht die Welt. Aber wir alle wollen ja nachhaltig leben und keine wertvollen Ressourcen vergeuden. Und wir wollen das auch unseren Kindern und Enkeln vorleben. Wenn das Alte noch gut ist, sollte es nicht einfach weggeworfen und durch Neues ersetzt werden. Man sollte immer erst überlegen, was man aus dem Alten noch machen kann. Mein heutiges Kreativprojekt ist ein Beispiel dafür.
Natürlich kann man nicht nur einen ausgemusterten Bademantel zu Waschhandschuhen umarbeiten. Auch alte Handtücher sind perfekt dafür, da sie von Hause aus etwas dicker sind. Wichtig ist, dass beide Seiten des Bademantels/des Handtuchs gleich schön sind und der Stoff genügend dick ist.
2. Material
Wir benötigen:
- einen ausgemusterten weichen Bademantel zum Zerschneiden
- einen gekauften Waschhandschuh als Vorlage oder
- ein einfaches Schnittmuster
- einen selbst löschenden Stift zum Anzeichnen
- Stoffklammern
- falls erforderlich: Schrägband für die Kante (brauchte ich allerdings nicht)
- 10 cm Kordel für einen Anhänger je Waschhandschuh
- eine Nähmaschine
- Allesnähergarn
- eine kleine, spitze Handarbeitsschere
- bei Bedarf eine Overlock zum Versäubern der Stoffkanten
3. Vorbereitung
Der Bademantel ist frisch gewaschen, und wir haben wie oben beschrieben eine Funktionsprobe gemacht. Der feuchte Stoff hat bewiesen, dass er als Waschhandschuh taugt und angenehm auf der Haut ist.
4. Maße für Schnittmuster ermitteln
Sicherlich hat jeder von uns einen gekauften Waschhandschuh zu Hause. Dieser dient uns nun als Vorlage. Wir messen die Höhe und die Breite aus. Bei mir sind es 19 cm × 14 cm.
An dieser Stelle haben wir die Möglichkeit, den Waschhandschuh an unsere Handgröße anzupassen. Die Gekauften aus dem Laden sind in Einheitsgrößen und deshalb oft zu groß oder zu klein. Mit unserem Kreativprojekt haben wir die Möglichkeit, die Waschhandschuhe perfekt für uns anzupassen.
Nach einer Anprobe weiß ich, dass mein gekaufter Waschhandschuh etwas zu breit für meine schmale Damenhand ist. Er schlabbert seitlich ein wenig herum, was mich schon immer gestört hat.
Deshalb werde ich für die Breite 1 cm weniger, also 13 statt 14 cm, ansetzen. Die Länge mit den 19 cm kann so bleiben.
Zu diesen Maßen rechnen wir an drei Seiten (außer der oberen Öffnung) 1,5 cm Nahtzugabe hinzu. Somit komme ich für einen Zuschnitt auf folgende Maße:
16 cm breit × 20,5 cm hoch
Wer keinen gekauften Waschhandschuh hat, muss das Maß schätzen oder übernimmt meine Werte.
5. Schablone für Schnittmuster
Pro Waschhandschuh benötigen wir zwei Schnittteile in den Maßen 16 cm × 20,5 cm.
Da ich mehr als einen Waschhandschuh aus meinem Bademantel nähen möchte, mache ich mir gleich eine Schablone aus Pappe, so muss ich nicht jeden Handschuh extra abmessen und alle am Ende werden alle gleich groß.
Ich zeichne auf einer Pappe mit einem rechtwinkeligen Patchworklineal ein Rechteck mit diesen Maßen auf. Da ich es schöner finde, runde ich die beiden unteren Ecken ab. Als Hilfe zum Anzeichnen der Rundungen dient mir eine Paketkleberolle.
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6. Zuschnitt
Wir schauen uns den Bademantel genau an und wählen ein passendes Stück Stoff aus. Ich habe das Glück, dass die vorderen Kanten meines Bademantels von Hause aus eingefassten Kanten aus Baumwolle haben. Diese Stoffkanten nutze ich gleich als obere Abschlusskante.
Wer eine solche Kante nicht hat, muss hier später selbst ein Schrägband annähen. Das gibt dieser Kante einen sauberen und stabilen Abschluss.
Da meine bereits vorhandene Baumwollkante nicht für alle Waschhandschuhe gereicht hat, habe ich auch Modelle ohne diese Kante genäht. Das geht natürlich auch. Am Eingriff ist es dann weicher, das gefällt mir genauso gut.
Wir legen unsere Schablone auf den ausgewählten Abschnitt unseres Bademantels. Bei mir liegt die gerade Kante der Schablone (der Eingriff) auf der Abschlusskante des Bademantels.
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Mit einer guten Stoffschere schneiden wir den Umriss aus. Das Ganze wiederholen wir, da wir pro Waschhandschuh zwei Zuschnitte benötigen.
Schaut euch alle vier Seiten an und wählt die jeweils flauschigsten zwei Seiten als Außenseiten des Waschhandschuhs aus. Ihr könntet euch diese rechten Seiten mit einer Sicherheitsnadel markieren, so könnt ihr sie später leichter erkennen.
7. Der Anhänger
Der Waschhandschuh benötigt (meistens) eine Schlaufe, damit man ihn bei Bedarf an einen Haken hängen kann. Wir schneiden uns ein 10 cm langes Stück einer weichen Kordel zu. Ich hatte leider nur eine schwarze Kordel. Die Farbe passt zwar nicht, aber eine andere hatte ich in der Stärke nicht zur Verfügung. Ich hätte mir allerdings auch aus Baumwollgarn eine Kordel in einer passenden Farbe häkeln oder stricken können. Aber dafür war ich in dem Moment zu ungeduldig – ihr kennt das sicherlich.
Den Anhänger legen wir seitlich als Schlaufe kurz unter die obere Kante. Die Schlaufe zeigt nach innen. Beide Enden der Kordel liegen nebeneinander.
Wir legen das Teil ohne Schlaufe rechts auf rechts auf das Teil mit der Schlaufe.
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Wir klammern beide Teile mit Stoffklammern zusammen.
8. Wir nähen
Mit farblich zum Stoff passenden Garn nähen wir beide Rechtecke mit 1,5 cm Nahtzugabe in einem etwas größeren Geradstich oder dem Elastikstich zusammen. Anfang und Ende der Naht verriegeln wir gründlich. Bevor wir nähen, machen wir an einem Stoffrest eine Nähprobe. Dabei finden wir heraus, welcher Stich und welche Stichgröße bei unserem Kuschelstoff das beste Ergebnis bringt.
Es ist egal, an welcher Seite ihr startet. Wer mit an der Seite mit dem Anhänger startet, hat dann schnell die schwierigste Stelle dieser Näharbeit gemeistert. Wichtig ist, dass wir zu Beginn und am Ende der Naht die Naht gut verriegeln. Dort ist der Eingriff und damit die am stärksten beanspruchte Stelle des Waschhandschuhs. Ich nähe hier immer zweimal ein paar Stiche vor und zurück.
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Über die Stelle, wo sich der Anhänger zwischen den Stofflagen befindet, nähe ich ebenfalls zweimal vor und zurück, sodass er sicher angenäht ist.
Beim Zusammennähen bleibt der Eingriff mit der Baumwollkante natürlich offen.
9. Nahtzugaben zurückschneiden
Zuerst kümmern wir uns um den eingenähten Anhänger. Wir klappen die beiden Stoffe auseinander und schneiden die Enden vom Anhänger etwas zurück.
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Die weitere Vorgehensweise hängt von eurem Stoff ab. Mein Mikrofaserstoff franst nicht aus, ich habe es ausprobiert. Wenn ich an einer Stelle etwas abschneide, fransen die daneben liegenden Fasern nicht aus. Das muss man aber wirklich überprüfen, ansonsten lösen sich die Nähte bei der ersten Wäsche auf.
Wenn man in den Waschhandschuh greift, sollten die Nahtzugaben nicht stören. Daher schneide ich meine NZG bis ca. 5 mm über der Naht zurück. Das konnte ich mir aber nur erlauben, weil mein Mikrofasergewebe erprobterweise nicht ausfranst.
Oben an der Kante wollte ich beim Eingriff keine störende NZG haben. Deshalb habe ich die eingefassten Kanten schräg abgeschnitten.
Wer Angst hat, dass sein Stoff ausfranst, oder wer von Hause aus fransenden Stoff hat, muss die drei Kanten jetzt noch versäubern. Das könnte man mit einer Overlock-Maschine machen oder dem Zickzack-Stich seiner Nähmaschine. Ich habe es natürlich ausprobiert.
10. Kanten mit der Overlock versäubern
Bei Bedarf versäubern wir die zusammengenähten Stoffkanten mit der Overlock oder dem Zickzack-Stich der Nähmaschine.
Den Anhänger hatten wir ja bereits zurückgeschnitten. Auch die beiden Kanten hatten wir oben schräg abgeschnitten. Damit beginnt und endet unsere Overlock-Naht also nach bzw. vor der Stoffeinfassung. Solltet ihr das mal vergessen haben, ist es nicht schlimm. Man kann die Ecken auch hinterher noch abschrägen.
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Da eine Overlock-Naht die zusammengenähte NZG verdickt, stört sie mich etwas beim Eingriff in den Waschhandschuh – sie steht nämlich nach innen etwas hervor. Damit sie sich oben am Griff anlegt, steppe ich sie kurzerhand am Anfang über eine Länge von ca. 1,5 cm fest. Dafür klappe ich die Naht zu einer Seite um und steppe sie von innen mit der Nähmaschine fest. Ich nähe knapp neben der Kante der Overlock-Naht.
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11. Wenden
Wir wenden den Waschhandschuh.
Seitlich kommt die Schlaufe zum Vorschein. Sie ist schön fest angenäht.
Natürlich folgt jetzt eine Anprobe. Einfach hineinschlüpfen und den Waschhandschuh so bewegen, wie man es in Benutzung machen würde. Er braucht ein bisschen Spiel, darf aber nicht zu eng sitzen. Meiner ist für mich perfekt!
Hätte jetzt etwas nicht gepasst oder mich gestört, hätte ich das jetzt korrigieren können. Das erste Modell einer Serie ist immer auch ein Probemodell. Danach kann man dann in die Serienproduktion gehen.
12. Zuwachs
Nachdem das erste Modell meinen Wünschen und Vorstellungen vollends entsprochen hat, fertige ich weitere nach dem gleichen Schema an.
Immer dort, wo ich diese rote Baumwollstoffkante am Rand habe, kann ich mithilfe meiner Schablone weitere Teile zuschneiden. Am Ende benötigen wir immer eine gerade Zahl an Zuschnitten.
Bei mir sind es am Ende 3 Waschhandschuhe mit der vorgefertigten roten Baumwollkante geworden.
13. Verwendung der Ärmel
Da der Stoff mit den vorgefertigten Kanten aufgebraucht ist, nutze ich nun die Ärmel des Bademantels. Hier habe ich von Hause aus zwei fertige Eingriffe für meine Waschhandschuhe. Mein Ärmel ist 15 cm breit. Das ist zwar 1 cm weniger als gewünscht, aber es reicht auch aus. Wichtig ist, dass man die Hand gut in die Öffnung – dem späteren Eingriff in den Waschhandschuh – bekommt. Das muss man einfach ausprobieren.
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Mithilfe der Schablone zeichnen wir uns wieder das Schnittmuster auf beide Ärmel auf. Das ergibt am Ende pro Arm einen Waschhandschuh.
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Wir fertigen die Waschhandschuhe wie die vorherigen, also zuschneiden und rechts auf rechts zusammenklammern. Da ich die verdeckte Stoffkante, die eigentlich auf der Innenseite des Arms war, später außen haben möchte, lege ich die Zuschnitte so aufeinander, dass die Seite mit dem eingearbeiteten roten Baumwollband nach innen kommt.
Wir nähen alles wie gewohnt zusammen.
Da ich keine Kordel mehr hatte, musste ich auf ein rotes Gummiband als Anhänger zurückgreifen. Das passt farblich und auch auf meinen Haken im Bad.
Ihr seht, der Stoff-Zierrand aus Baumwolle befindet sich von Hause aus etwas tiefer, sodass der Einstieg in den Waschhandschuh ganz flauschig ist. Diese Variante gefällt mir deshalb besonders gut. Und netterweise musste ich keine eigene Kante aus Schrägband annähen, da der Bademantel alles schon mitbrachte.
14. Verarbeitung sonstiger Teile
Nachdem alle Kanten mit der vorgefertigten roten Baumwollstoffkante verarbeitet waren, galt es nun, die restlichen Stoffflächen – unter Ausnutzung der Gegebenheiten – zu verwenden.
Für mich ist es sehr vorteilhaft, dass der Saum des Bademantels bereits umgenäht ist und somit eine schön definierte, doppelte Stoffkante hat. Das mache ich mir zunutze und verwende diesen Saum gleich für meinen Zuschnitt. Ich lege meine Schablone so auf, dass der Saum des Bademantels mein Einstieg in den Waschhandschuh wird.
Danach ist dann wirklich nur noch Stoff übrig, der keine Kante hat. Aber auch der wird noch zu weiteren Waschhandschuhen umgearbeitet. Die doppelte gelegte Stoffkante für den Eingriff produziere ich dann eben selbst. Beim Zuschnitt bedenke ich, dass ich den Eingriff noch umlegen muss. Er benötigt also am Eingriff 2 cm mehr Höhe beim Zuschnitt.
Ich versäubere den Umschlag mit der Overlock. Danach schlage ich ihn 2 cm nach innen um und klammere ihn fest.
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Jetzt steppe ich den Umschlag mit einem größeren Geradstich mit der Nähmaschine fest. Die Steppnaht verläuft auf dem Rand der Overlock-Naht. Damit habe ich am Eingriff eine befestigte, doppelt gelegte Stoffkante. Auf ein extra Schrägband konnte ich hier deshalb also gut verzichten. Bei meiner dicken Stoffqualität genügt alleinig der Umschlag als stabile Kante für den Eingriff.
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Danach nähe ich diese Waschhandschuhe wie die anderen davor.
Am Ende habe ich damit ein paar verschiedene Modelle, wo die Streifen mal quer und mal längs verlaufen. Aus meinem Bademantel der Größe 122 habe ich 8 Waschhandschuhe nähen können.
15. Ideen für Resteverwertung
Der restliche Bademantel wird aber nicht weggeworfen – es ist immerhin ein sehr weicher und kuscheliger Stoff. Allerdings sind nur noch kleine, unförmige Stücke übrig. Alle Stoffteile, auf die meine Schablone gepasst hat, sind verarbeitet. Was kann man nun noch aus den letzten Resten machen?
Hier noch ein paar Ideen für euch:
Kleine Waschlappen für unterwegs
Viele Eltern nehmen auf einen Ausflug mit den Kindern gekaufte Feuchttücher mit. Statt diese zu kaufen (das kostet in der Herstellung und Entsorgung wertvolle Ressourcen) kann man auch eine nachhaltigere Variante wählen. Wenn man sich ein paar kleine Waschlappen einpackt, kann man diese bei Bedarf überall an einem Wasserhahn oder notfalls aus einer Wasserflasche befeuchten und damit dem Kind das Gesicht oder die Hände abwischen. Danach nimmt man sie wieder mit nach Hause und wäscht sie einfach mit der nächsten großen Wäsche in der Waschmaschine mit. So sind sie wieder startklar für das nächste Mal.
Da mein Kinderbademantel aus einem Stoff ist, der nach Ökotex 100 schadstoffgeprüft ist, kann ich ihn ohne Bedenken auch zur Reinigung von Kinderhaut einsetzen. Für die Fertigung schneiden wir uns mit dem Rollschneider kleine Quadrate aus unseren Stoffresten zu (bei mir 12 cm × 12 cm) aus.
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Ich habe immer zwei Stück mit der Overlock an drei Seiten zusammengenäht.
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Man könnte auch eine Seite aus dem weichen Kuschelstoff machen, der unsere Haut berührt, und für die andere Seite einen hübschen Baumwollstoff oder Baumwolljersey mit kindgerechten Motiven wählen.
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Abschminkpads
Nach dem gleichen Prinzip funktionieren Abschminkpads. Man muss hier nichts extra kaufen, was nur die Müllberge weiter anwachsen lässt. Im Gegenteil: Die selbst gemachten Abschminkpads könnte man beispielsweise mit den jungen Mädchen, die diese erfahrungsgemäß häufiger verwenden, gemeinsam nähen. Die Mikrofasern des Bademantels (mein Stoff ist ja schadstoffgeprüft) sind schön weich und flauschig, also perfekt zum Abschminken des Gesichts. Ob sich ein Stoff zur Anfertigung von Abschminkpads eignet, findet ihr nur durch einen Selbstversuch heraus.
Wenn der positiv ausfällt, könnt ihr euch so viele Abschminkpads nähen, wie ihr möchtet. Ihr könntet sie in einem Körbchen im Bad hübsch arrangieren oder in eurem Kosmetiktäschchen mitnehmen.
Selbstverständlich kann man sie nach Benutzung auch bei 60 Grad waschen. Ich produziere also keinen Müll, indem ich Abschminkpads kaufe, sondern ich lebe nachhaltig, weil meine Abschminkpads wiederverwendbar sind. Und ich kann sie selbst aus Resten nähen, das ist doch toll, oder? Mit so einem Nähprojekt kann man sicherlich auch junge Nachwuchsnäherinnen begeistern und ist ein Vorbild.
Auch die Taschen des Kinderbademantels wurden fast ohne Arbeit zu Abschminkpads. Da mein Stoff nicht ausfranst, musste ich sie nur ausschneiden.
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Füllungen für Kissen und Kuscheltiere
Wenn man nur noch kleine und unförmige Reste oder Stücke mit Nähten hat, dann taugen diese – klein geschnitten – immer noch als Kissenfüllungen. Das Kleinschneiden ist mal eine schöne Aufgabe für trübe Wintertage.
Wenn die Außenhülle eines Kissens aus einem waschbaren Stoff gefertigt wurde, dann ist es mit der Füllung aus unseren Bademantelresten komplett in der Waschmaschine waschbar. Ihr müsstet also keinen Reißverschluss einnähen. Man kann das Kissen komplett zunähen und wäscht es im Ganzen in einem Wäschesäckchen. Zum Trocknen muss man das Kissen dann öfter aufschütteln, damit der Inhalt von außen nach innen komplett durchtrocknet. Das bedingt, dass das Kissen nicht zu groß ist.
So, das war es mit dem heutigen Kreativprojekt. Der ganze Bademantel wurde verwertet, nichts ist im Müll gelandet. Er lebt jetzt weiter in all den nützlichen Sachen, die wir aus ihm genäht haben.
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16. In eigener Sache
Wenn Ihr meinen Stil mögt und Lust auf mehr kreative Ideen von mir habt, kommt mich gern auf meinem Blog oder in meinem Shop besuchen. Hier gibt es zahlreiche Anleitungen zum Basteln, Häkeln, Stricken, Filzen, Nähen und Handwerken.
Über einen netten Kommentar oder eine kleine Plauderei hier unter dem Blogbeitrag würde ich mich freuen.
Für heute verabschiede ich mich von euch und wünsche gutes Gelingen und viel Freude mit meinen Ideen.
Herzliche Grüße von Ina