Das Sternchenmuster
Habt ihr auch so ein tolles, geniales Häkelmuster, was ihr immer und immer wieder gern häkelt?
Ich habe ein solches Muster gefunden: das Sternchenmuster. Es eignet sich für Schals, Stirnbänder, Kissen, Decken, Taschen und vieles mehr. Es besteht aus nur zwei sich ständig wiederholenden Musterreihen. Das kann man ganz schnell auswendig. Und weil die Reihen so hoch sind, kommt man schnell voran. Aber das Wichtigste überhaupt ist, dass es gut ausschaut:
Damit ich gleich ein praktisches Anwendungsbeispiel für das schöne Muster habe, häkele ich heute ein Kissen. Ihr müsst natürlich kein Kissen häkeln, sondern könnt euch für ein Projekt eurer Wahl entscheiden.
Wie wäre es mit:
- einem Stirnband
- einem Schal
- einem Loop
- einem Spültuch (dann aus Baumwolle)
- einer Babydecke (benötigt viel Wolle)
- einer Handyhülle
- einer Tasche (dann vielleicht mit einem Innenfutter versehen)
- einem Stiftemäppchen (dann Reißverschluss einnähen)?
Vieles ist möglich. Durch den Einsatz verschiedener Garne und Qualitäten entsteht immer wieder eine andere Optik. Auch mit Farben und Farbverläufen kann man bei diesem Muster gut spielen. Bevor wir uns aber an ein konkretes Projekt machen, müssen wir erst einmal das Muster beherrschen.
Da ich weiß, dass ihr zu Anfang immer gern seht, was wir am Ende dieses Blogbeitrags geschaffen haben wollen, zeige ich euch vorab schon einmal mein fertiges Kissen:
1. Das Sternchenmuster
Das Muster entzückt besonders durch seine Optik. Wenn man darauf schaut, meint man, viele kleine Sterne oder Schneeflocken zu sehen. Deshalb findet man es unter den Bezeichnungen Sternmuster, Sternchenmuster oder Schneeflockenmuster.
.jpg)
Je nachdem, mit welchem Garn (dick, dünn, sehr dick, hauchzart, Garne mit Farbverlauf) hat es immer eine andere Anmutung. Ein Tuch aus einem hauchzarten Garn schaut in diesem Muster besonders leicht und fluffig aus. Verwendet man dagegen dickes Teppichgarn, wirkt das Muster viel plastischer und strukturierter.
In jedem Fall sollte man vorher eine Maschenprobe machen. Nur anhand der Maschenprobe sieht man, wie das Muster mit dem gewählten Garn ausschaut. Und man benötigt die Maschenprobe, um herauszufinden, wie viele Luftmaschen man für eine bestimmte Musterbreite häkeln muss.
2. Das Material
Ihr könnt – je nach gewünschtem Projekt – eure Lieblingswolle nehmen. Ich entscheide mich für mein Kissen für 200 g „Merino Aran“ von Katia in der Farbe 41. Hier kommen 155 Meter auf 100 g. Es ist also eine eher dicke Wolle, ideal für Wohnaccessoires. Die Wolle besteht aus 52 % Schurwolle und 48 % Acryl. Die Schurwolle ist wichtig für die Wärme und Weichheit des Garns. Der Acrylanteil ist wichtig für die Stabilität der Fasern und die Farbbeständigkeit. Dazu ist die Wolle bei 30 Grad in der Maschine waschbar und darf in den Trockner.
Passend zu eurem Garn wählt ihr eine entsprechende Häkelnadel aus. Bei mir ist das eine Häkelnadel von Prym mit einem ergonomisch geformten Griff in der Stärke 5. Diese Häkelnadel ist länger als eine normale Häkelnadel.
Besonders das vordere Stück mehr Länge ist wichtig, da wir in den Hinreihen immer 6 Maschen zugleich auf der Häkelnadel haben. Da wird es bei dem kürzeren Häkelhaken schon etwas eng, was auch zu engeren Maschen bei mir führt:
.jpg)
Der Griff der ergonomischen Häkelnadel ist auch etwas länger und dicker. Sie liegt gut in der Hand. Deshalb vermute ich, dass man damit länger ermüdungsfrei häkeln kann, was gerade bei größeren Projekten wichtig ist. Nur wer entspannt häkelt, erzielt auch ein gleichmäßiges Maschenbild.
.jpg)
3. Welche Häkelnadelstärke?
Damit wir herausfinden, wie viele Maschen wir für unser geplantes Projekt (bei mir Kissen) in der Breite häkeln müssen, benötigen wir zwingend eine Maschenprobe. Anhaltspunkte dafür liefert uns der Wollhersteller auf der Banderole. Hier wird für diese Wolle eine deutsche Nadelstärke 4 ½ bis 5 ½ empfohlen. Wer genau hinschaut, sieht, dass auf meiner Banderole nur die Stricknadelstärken (siehe Stricknadelsymbol) angegeben sind. In Ermangelung einer Angabe für Häkelnadeln (das wäre ein Häkelhaken als Symbol) halte ich mich an die Stricknadelstärke. Deshalb wähle ich mit Stärke 5 die goldene Mitte.
Die auf der Banderole angegebenen Zahlen für die Maschen und Reihen je 10 cm gelten nicht für unser Muster. Diese Angaben gelten immer für das Muster glatt rechts gestrickt. Da wir häkeln, ist diese Angabe also für uns nicht relevant. Wir müssen die Angaben für unsere Maschenprobe selbst ermitteln.
Die fertige Maschenprobe verrät euch, ob das Muster mit eurer Wolle gut ausschaut und die Häkelmaschen die richtige Größe haben. Sollte euch das Maschenbild eurer Maschenprobe nicht gefallen (die Maschen zu eng oder zu locker sein), wählt ihr eine Häkelnadel in einer halben Stärke größer oder kleiner.
Bei mir bleibt es bei Nadelstärke 5. Damit erzeuge ich ein gleichmäßiges, nicht zu festes Maschenbild – und es strengt mein Handgelenk nicht an. Nachdem wir uns festgelegt haben, geht es endlich mit dem Häkeln – erst einmal der Maschenprobe – los.
4. Das Sternchenmuster
Reihe 1
Für die Maschenprobe, die im gehäkelten Muster mindestens 10 cm breit werden muss, starten wir mit einer ungeraden Zahl an Luftmaschen. Ich häkele 23 Luftmaschen. Das ist eine geschätzte ungerade Zahl, von der ich annehme, dass sie mindestens 10 cm in der Breite bringt. Bei dünneren Garnen muss man mehr Luftmaschen häkeln.
Reihe 2
Für eine saubere untere Abschlusskante unseres Werkes stechen wir für die Maschen der ersten Reihe nicht in das obere und auch nicht in das untere Maschenglied ein. Nein, wir drehen unsere Luftmaschenkette zu uns. Jetzt schauen wir auf die Unterseite unserer Luftmaschenkette. Für Reihe 1 stechen wir in die in der Mitte liegenden, rot gekennzeichneten Maschen ein. Im Folgenden nenne ich sie kurzerhand „Hubbel“.
Wir stechen also in den ersten und in die vier folgenden Hubbel ein und holen uns jeweils eine Schlaufe durch.
Danach haben wir insgesamt 6 Schlaufen auf der Nadel.
Wir holen uns den Faden und ziehen ihn in einem Schritt durch alle 6 auf der Häkelnadel liegenden Schlaufen.
.jpg)
Es folgt 1 Luftmasche. Damit ist unser erster Stern fertig.
.jpg)
Jetzt schauen wir uns den Stern genauer an: Er hat in der Mitte ein Auge.
In dieses Auge stechen wir nun ein und holen uns die erste Schlaufe auf die Häkelnadel. Damit können wir bei unserem ersten Stern 6 Strahlen zählen:
Als Nächstes stechen wir hinter den linken Sternenstrahl ein (siehe rote Markierung) und holen uns einen weiteren Faden auf unsere Häkelnadel. Vorn können wir weiterhin 6 Sternenstrahlen zählen.
.jpg)
Als Nächstes stechen wir in der Luftmaschenkette (Hubbel) ein, wo unser erster linker Sternenstrahl herauskommt (siehe Kreis-Markierung).
Wir holen uns eine weitere Schlaufe auf unsere Häkelnadel. Damit haben wir 4 Schlaufen auf der Nadel.
.jpg)
Es folgen 2 weitere Schlaufen, für die wir in die nächsten beiden Hubbel (siehe rote Strichmarkierungen) auf der Rückseite der Luftmaschenkette einstechen. Am Ende haben wir damit 6 Schlaufen auf der Nadel.
.jpg)
Wir holen eine weitere Schlaufe und ziehen sie in einem Schritt durch alle 6 Schlaufen auf der Häkelnadel. Es folgt eine Luftmasche. Damit haben wir zwei Sterne fertig.
.jpg)
Das wiederholen wir fortlaufend den Rest der Reihe. Wir holen uns immer 6 Schlaufen auf die Nadel, die wir dann zusammen abmaschen, es folgt 1 feste Masche. Jedes Sternchen hat 6 Strahlen:
.jpg)
Am Ende der Reihe häkeln wir 1 halbes Stäbchen in den soeben bereits behäkelten letzten Hubbel (siehe roter Kreis), dort kommt auch der letzte Sternenstrahl heraus.
.jpg)
Damit ist die erste Hinreihe fertig.
Wir sehen ganz deutlich der Sterne mit ihren je 6 Strahlen. Jeder Stern hat in der Mitte ein Auge, was auf der Vorder- und Rückseite zu erkennen ist. Diese Augen behäkeln wir in der folgenden Rückreihe.
Wir häkeln 1 Luftmasche und wenden die Arbeit.
.jpg)
Reihe 3 – Rückreihe
Wir vergewissern uns, wo die Augen unserer Sterne sind. Wenn man das Muster ein wenig auseinanderzieht, kann man sie – anders als auf meinem Bild – deutlich sehen.
Wir häkeln 1 halbes Stäbchen in das halbe Stäbchen der Vorreihe (siehe roter Kreis).
.jpg)
Wir häkeln 1 halbes Stäbchen in das erste Auge. Danach häkeln wir in jedes weitere Auge 2 halbe Stäbchen.
.jpg)
Die Reihe ist zu Ende. Wir haben das letzte Auge mit 2 halben Stäbchen behäkelt.
Um eine gerade linke Kante zu bekommen, häkeln wir zum Schluss 1 feste Masche in den ersten Sternenstrahl (siehe Nadelmarkierung).
.jpg)
Tipp:
Wir zählen unsere festen Maschen. Wenn wir richtig gehäkelt haben, haben wir 2 feste Maschen weniger als Luftmaschen beim Start der Arbeit. In meinem Fall zähle ich 21 feste Maschen bei 23 Luftmaschen. Die Zahl der festen Maschen ist in jeder Rückreihe gleich. Das kann man zur Kontrolle in jeder Rückreihe nutzen.
Reihe 4 – Hinreihe
Wir wenden unser Werk noch nicht.
Wir häkeln 2 Luftmaschen (nicht zu eng). Wir holen uns zwei neue Schlaufen auf die Nadel, indem wir in die beiden Hubbel auf der Rückseite der kleinen Luftmaschenkette einstechen. Damit haben wir 3 Schlaufen auf der Nadel.
.jpg)
Danach wenden wir die Arbeit und befinden uns auf der Hinreihe. Die fehlenden 3 Schlaufen – wir benötigen ja immer 6 Schlaufen für einen Stern – holen wir uns aus den Maschen der Vorreihe. Achtet bitte darauf, dass ihr die erste Masche (siehe Stopfnadel auf dem rechten Bild) dabei nicht überspringt.
.jpg)
Wir nehmen also drei weitere Schlaufen aus den Maschen der Vorreihe auf. Damit haben wir wieder 6 Schlaufen auf der Nadel.
.jpg)
Diese 6 Schlaufen maschen wir jetzt zusammen ab, indem wir den Arbeitsfaden in einem Schritt durch alle 6 Schlaufen ziehen. Danach folgt 1 Luftmasche. Das war unser erster Stern mit einer sauberen rechten Kante.
.jpg)
Wir setzen das Muster wie in der 1. Hinreihe beschrieben fort. Wir holen uns immer unsere 6 Schlaufen, maschen sie zusammen ab und häkeln danach 1 Luftmasche.
.jpg)
Für eine saubere linke Kante häkeln wir am Ende der Hinreihe 1 halbes Stäbchen in die letzte Masche (siehe roter Kreis). Aus dieser letzten Masche kommt auch der letzte Strahl des letzten Sterns.
.jpg)
Damit haben wir auch die zweite Hinreihe geschafft.
Weitere Reihen
Es folgen weitere Rück- und Hinreihen wie oben beschrieben. Das Ganze wiederholen wir so lange, bis unsere Maschenprobe mindestens 10 cm in der Höhe hat.
5. Maschenprobe auszählen
Als Nächstes zählen wir die Sterne auf unserer Maschenprobe, die auf 10 cm x 10 cm in der Breite kommen. Ich nutze dafür einen Zählrahmen, es geht aber auch ein Lineal. Bei meiner Maschenprobe komme ich auf 8 Sterne in der Breite von 10 cm.
Die Anzahl der Reihen ist für mein Projekt nicht relevant, da ich so hoch häkele, bis ich meine gewünschte Kissenhöhe erreicht habe. Die Höhe lege ich individuell fest.
Tipp:
Ich fotografiere mir meine Maschenproben immer und notiere im Dateinamen die verwendete Wolle. Die verwendete Häkelnadel markiere ich auf dem Zählrahmen. So habe ich mit der Zeit eine schöne Sammlung verschiedener Maschenproben zusammengetragen. Bei Bedarf kann ich in meinem digitalen Maschenprobenarchiv nachschauen.
6. Musterberechnungen auf Grundlage der Maschenprobe
Nun beherrschen wir das Sternchenmuster und möchten natürlich etwas Richtiges häkeln.
Das Sternenmuster startet immer mit einer ungeraden Anzahl Luftmaschen (mindestens 7). 7 Luftmaschen ergeben 1 Stern. Für jeden weiteren Stern muss man 2 Luftmaschen mehr anschlagen. Also:
- 1 Stern = 7 LM
- 2 Sterne = 9 LM
- 3 Sterne = 11 LM
- 4 Sterne = 13 LM
- 6 Sterne = 15 LM
- 7 Sterne = 17 LM
- 8 Sterne = 19 LM
- 9 Sterne = 21 LM
- 10 Sterne = 23 LM (meine Maschenprobe)
Ich hatte für meine Maschenprobe 23 LM angeschlagen und komme somit auf 10 Sterne.
In meinem Fall möchte ich ein rechteckiges Kissen mit einer Breite von 40 cm häkeln. Ich benötige zwei gleiche Rechtecke, die ich dann zu einer Kissenhülle verbinde. Um herauszufinden, wie viele Maschen ich für meine gewünschten 40 cm Breite anschlagen muss, nutze ich meine Maschenprobe.
Die Werte der ausgezählten Maschenprobe setzen wir ins Verhältnis zur gewünschten Kissengröße. Vielleicht kennt ihr noch die Verhältnisrechnung/Prozentrechnung aus der Schule? Das ist eine Formel, die man nach dem gesuchten Wert umstellt. Alles, was wir haben, setzen wir in Bezug zu dem Wert, den wir suchen.
Wir haben folgende Werte:
Da wir für einen Stern 2 Luftmaschen benötigen und ich 8 Sterne auf 10 cm bekommen habe, sind das bei mir: 8 Sterne x 2 Luftmaschen = 16 Luftmaschen für 10 cm. Die ersten paar Mehr-Luftmaschen für den ersten Stern vernachlässige ich. Auf 1 cm mehr oder weniger Breite kommt es bei meinem Projekt nicht an. Die 16 Luftmaschen sind also mein Referenzwert für 10 cm.
Da mein Kissen in der Breite 40 cm haben soll, muss ich die beiden Werte ins Verhältnis setzen:
.jpg)
Nach dem Ausrechnen meiner Formel weiß ich, dass ich auf der Grundlage meiner Maschenprobe 64 Luftmaschen für ein 40 cm breites Kissen häkeln muss. Da ich aber eine ungerade Zahl benötige, addiere ich 1 Masche dazu = 65 Luftmaschen.
Ihr setzt bitte die Werte aus eurer Maschenprobe in die Formel ein. Und natürlich müsst ihr vor dem Ausrechnen die Breite eures Werkes festlegen.
7. Mein Kissen
Ich starte wie ausgerechnet mit 65 Luftmaschen und häkele dann im oben beschriebenen Sternchenmuster. Nach ein paar Reihen kontrolliere ich mit dem Maßband, ob die Breite passt.
Jetzt heißt es, fleißig häkeln. Nach 26 cm in der Höhe finde ich, dass es reicht. So gefallen mir die Proportionen.
8. Der Rand
Da ich für das Kissen später zwei Kissenplatten zusammenhäkeln möchte, versehe ich die Ränder des Rechtecks nun rundherum mit festen Maschen. Wir häkeln eine Runde feste Maschen. In die Ecken häkeln wir je 3 feste Maschen. Wir häkeln auf der Vorderseite unseres Werkes. Zuerst ist die obere Kante dran. Wir starten mit 1 Steiger-Luftmasche, um auf die Höhe der Reihe zu kommen. Danach häkeln wir in jedes obere Maschenglied eine feste Masche.
.jpg)
An der Ecke angekommen, häkeln wir 3 Luftmaschen in die Ecke. Für die festen Maschen der nächsten Seite stechen wir immer an 3 Stellen ein: In das Auge des Sterns, vor und nach der Rückreihe (siehe rote Markierungen im rechten Bild).
.jpg)
Es folgen wieder 3 feste Maschen in die nächste Ecke. Danach behäkeln wir die Luftmaschen vom Beginn unserer Arbeit ebenfalls mit festen Maschen.
Es folgen 3 feste Maschen in die Ecke und dann feste Maschen in die letzte Seitenkante des Werkes. Hier stechen wir wie bei der anderen Seitenkante an den drei markanten Punkten (Sternauge, vor und nach der Rückreihe) ein.
Wir beenden die Runde mit 2 festen Maschen in die letzte Ecke und einer Kettmasche in die erste Masche der Runde.
Da die Maschen der Seitenkanten bei mir noch etwas ungleichmäßig ausschauen, umhäkele ich das Rechteck mit einer weiteren Runde rechter Maschen. In jede Ecke kommen 3 feste Maschen. Wir schließen die Runde mit 1 Kettmasche, schneiden den Faden ab und vernähen ihn auf der Rückseite des Werkes.
Tipp:
Für einen unsichtbaren Rundenschluss kann man die letzte Masche auch nähen statt häkeln. Wie das geht, habe ich in Pkt. 11 beschrieben.
Wir legen das erste Teil zur Seite. Da mein Kissen aus zwei gleichen Teilen besteht, häkele ich nun das zweite Teil ganz genauso wie das erste Teil.
9. Die beiden Rechtecke verbinden
Jetzt häkeln wir die beiden Rechtecke zusammen. Dafür durchstechen wir die jeweils gegenüberliegenden festen Maschen.
.jpg)
In die Ecken häkeln wir wieder jeweils 3 feste Maschen. Wir häkeln 3 Seiten zusammen.
Jetzt ist nur noch die vierte Seite offen. Durch diese Öffnung befüllen wir gleich das Kissen.
.jpg)
10. Das Kissen befüllen und schließen
Ich stopfe meine Kissenhülle mit den Mikrofasern eines ausgedienten (waschbaren) Kopfkissens aus. Ob das alte Kissen samt Füllung gewaschen werden darf, steht auf dem eingenähten Wäschezettel. Wer so etwas nicht hat, müsste sich synthetische Füllwatte kaufen. Diese ist bauschig, waschbar und springt immer wieder in die Form zurück. Nach dem Füllen häkele ich auch die vierte Seite des Kissens zu.
.jpg)
Für einen rundherum gleichmäßigen Rand häkele ich nun noch eine Runde feste Maschen. In jede Ecke kommen 3 feste Maschen.
.jpg)
Am Ende schneiden wir den Faden ab und vernähen ihn unsichtbar.
11. Den Faden unsichtbar vernähen
Wir fädeln den Faden in eine Stopfnadel. Wir führen die Stopfnadel von hinten nach vorn durch die erste feste Masche der Runde.
.jpg)
Danach führen wir die Stopfnadel von oben nach hinten durch die letzte feste Masche der Runde.
.jpg)
Der Faden kommt hinter der genähten Masche heraus.
.jpg)
Wir vernähen den Faden auf der Rückseite. Und siehe da, man sieht keine Nahtstelle.
.jpg)
Damit ist mein Kissen fertig.
12. Variante Stirnband in Rosa
Nachdem wir alle das Sternchenmuster so gut häkeln können, probieren wir es gleich noch mit anderen Garnen aus, stimmts? Ich häkele kurzerhand noch ein Stirnband für meine Enkelin in ihrer Lieblingsfarbe. Als Materialien habe eine 6-fädige handgefärbte Sockenwolle (von Eifelwolle) und eine Häkelnadel der Stärke 3,5 verwendet.
Ich habe einen 7,5 cm breiten Streifen gehäkelt. Mein Streifen kommt ungedehnt auf 44 cm Länge. Ich habe vorher durch Dehnung getestet, ob er sich auf 50 cm Länge (= Kopfumfang meiner Enkelin) dehnen lässt.
Danach habe ich die kurzen Seiten des Streifens auf der linken Seite mit festen Maschen zusammengehäkelt. Wer die festen Maschen an dieser Stelle zu dick findet, könnte auch Kettmaschen häkeln. Danach habe ich den Faden abgeschnitten und vernäht.
.jpg)
Wenn ich das Stirnband nun auf rechts wende, ist die Naht von außen kaum sichtbar.
.jpg)
Und schon ist aus meiner kleinen Maschenprobe, die ich aus Neugier angeschlagen habe, ein hübsches Stirnband geworden.
In Ermangelung meiner Enkelin probiert es meine Schaufensterpuppe (mit dem gleichen Kopfumfang) für euch mal an:

Tja, das war es für heute. Ich hoffe, euch hat das Erlernen des Sternchenmusters Freude gemacht und ihr plant nun selbst ein tolles Projekt mit diesem schönen Muster.
Ich könnte mir vielleicht einen Schal aus 2 Knäulen 4-fädigem Merinogarn mit Glitzer von Meilenweit (Color Mix Sparks, Farbe 7612) häkeln. Hier meine erste Arbeitsprobe:
Für heute ist aber nun wirklich Schluss! Ihr wollte ja selbst häkeln und hier nicht die ganze Zeit am Computer sitzen und mir zusehen 😊
13. In eigener Sache
Wenn ihr meinen Stil mögt und Lust auf mehr kreative Ideen von mir habt, kommt mich gern auf meinem Blog oder in meinem Shop besuchen. Hier gibt es zahlreiche Anleitungen zum Basteln, Häkeln, Stricken, Filzen, Nähen und Handwerken.
Über einen netten Kommentar oder eine kleine Plauderei hier unter dem Blogbeitrag würde ich mich freuen. Für heute verabschiede ich mich von euch und wünsche viel Freude mit dem Muster.
Herzliche Grüße von Ina
Liebe Grüße Ina