Hallo liebe Häkelfreundin, lieber Häkelfreund,
in meinem ersten Blogbeitrag über das Gabelhäkeln habe ich Dir zunächst die Grundlagen dieser besonderen Technik vorgestellt. Du konntest erfahren, wie das Gabelhäkeln funktioniert, und ich habe dir außerdem ein wenig über die Tradition und Geschichte dieser faszinierenden Handarbeitstechnik erzählt.
Den ersten Beitrag über das Gabelhäkeln kannst Du hier noch einmal nachlesen: Gabelhäkeln Teil 1
Heute habe ich eine schöne Neuigkeit für Dich:
Mit viel Freude habe ich einen charmanten Schal entworfen, der sich wunderbar für den Einstieg in das Gabelhäkeln eignet. Die Anleitung dazu stelle ich Dir hier kostenlos zur Verfügung, damit Du diese Technik selbst ausprobieren kannst.
Der Schal ist ein ideales erstes Projekt, um das Gabelhäkeln zu erlernen. Denn es wird nur eine einzige Schlingenbahn gehäkelt. Der Häkelschal ist leicht umzusetzen und gleichzeitig ein stilvolles Accessoire, das Du mit Freude tragen oder verschenken kannst.
Und das ist erst der Anfang:
In weiteren Blogbeiträgen nehme ich Dich Schritt für Schritt mit in die Welt des Gabelhäkelns. Gemeinsam entdecken wir neue Möglichkeiten, vertiefen die Technik und Du kannst erleben, wie vielseitig und kreativ diese besondere Art des Häkelns ist.
Vielleicht entdeckst Du dabei – genau wie ich – deine Liebe zum Gabelhäkeln.
Beim Gabelhäkeln hast Du viele Möglichkeiten, Dein Handarbeitsstück ganz individuell zu gestalten.
Eine wichtige Rolle spielt zunächst, wie die einzelnen Bänder miteinander verbunden werden. Schon hier entstehen unterschiedliche Muster und Wirkungen.
Auch die Schlingen selbst können auf verschiedene Weise miteinander verbunden oder zusätzlich umhäkelt werden. Dadurch verändert sich nicht nur das Muster, sondern auch die Struktur des fertigen Stücks.
Eine weitere spannende Gestaltungsmöglichkeit liegt in der Gestaltung des Mittelstegs auch Rippe genannt. Damit ist der mittlere Streifen gemeint, der die Schlingen miteinander verbindet. Je nachdem, wie Du diesen Mittelsteg oder Rippe häkelst, erhält das Band eine ganz eigene und besondere Wirkung.
Neben den klassischen langen Bändern kannst Du beim Gabelhäkeln auch einzelne Formen anfertigen, zum Beispiel Quadrate, Kreise oder Dreiecke. Diese lassen sich anschließend, ganz ähnlich wie bei den bekannten Granny Squares, zu einem größeren Ganzen zusammenfügen.
Gerade diese Vielfalt macht das Gabelhäkeln so spannend: Mit kleinen Veränderungen entstehen immer wieder neue Muster und kreative Möglichkeiten.
Um den hier vorgestellten Schal nacharbeiten zu können, brauchst Du grundlegende Häkelkenntnisse. Neben dem Gabelhäkeln werden folgende Techniken oder Maschenarten verwendet:
-
Häkeln in Runden,
-
Luftmaschen,
-
feste Maschen,
-
Stäbchen,
-
Büschelmaschen,
-
Kettmaschen.
Für den Häkelschal, den ich Dir heute vorstelle brauchst Du folgendes Material:
50 g PRO LANA Wolle Baby Merino Soft
Lauflänge 25 g ca. 100m
100 % Schurwolle in extrafeiner Merino-Qualität
Dieses Material ist super weich und angenehm auf der Haut, gerade für empfindliche Haut am Hals sehr gut verträglich und kratzt nicht.
Dies ist nur eine Empfehlung meinerseits. Natürlich kannst Du auch ein anderes Garn mit passender Häkelnadel verwenden.
Farbe: flieder,hellblau oder Deine Lieblingsfarbe
Häkelnadel mit der Nadelstärke 3
Häkelgabel
Vernähnadel und Schere
Pflegehinweis:
Maschinenwaschbar im Wollwaschgang bei 30° C
Größe:
Du kannst Deinen Schal so lang häkeln, wie Du möchtest. Achte darauf, dass die Anzahl der Schlingen durch 6 teilbar ist.
Ausführung:
Zunächst fertigst du eine Schlingenbahn an.
In der Mitte der Bahn werden jeweils die vorderen Fäden der Schlingen mit einer festen Masche umhäkelt. So entsteht der Mittelsteg, der die beiden Schlingenreihen miteinander verbindet.
Diese Arbeitsweise ist besonders anfängerfreundlich und eignet sich sehr gut für den Einstieg in das Gabelhäkeln.
Anschließend wird diese mit einer dekorativen Kante versehen. Die Umrandung wird mit einfachen Häkelmaschen in Runden gearbeitet und gibt dem Schal seinen schönen Abschluss.
Stelle deine Häkelgabel zunächst auf eine Breite von 6 cm ein. Danach häkelst du 222 plus 2 Schlingen, also insgesamt 224 oder eine andere Anzahl, die durch 6 teilbar ist plus 2 Schlingen. Achte dabei darauf, dass auf beiden Seiten gleich viele Schlingen entstehen.
Arbeitsschritte:
1. Schritt:
Stelle die Häkelgabel auf eine Breite von 6 cm ein. Häkle anschließend 224 Schlingen. Den Arbeitsfaden nicht abschneiden, da Du direkt weiterarbeitest.
2. Schritt:
Nimm die fertige Schlingenbahn vorsichtig von der Häkelgabel.
3. Schritt:
Schlingen zusammenhäkeln.
Beginne mit 6 Luftmaschen. Anschließend häkelst du um jede Schlinge eine feste Masche. Steche dafür jeweils von hinten und von unten in der Nähe des Mittelstegs ein und führe die Häkelnadel nach oben. Auf diese Weise werden die Schlingen gleichmäßig umhäkelt und verdrehen sich nicht.
Wenn du am Ende der Schlingenbahn angekommen bist, häkelst du 6 Luftmaschen, anschließend 1 feste Masche in den Mittelsteg und danach wieder 6 Luftmaschen.
Nun arbeitest du auf der gegenüberliegenden Seite der Bahn weiter und häkelst erneut um jede Schlinge eine feste Masche.
Zum Abschluss arbeitest du 6 Luftmaschen und 1 feste Masche in den Mittelsteg. Hier siehst Du bereits die 3 Steigeluftmaschen für die Umrandung.
Den Arbeitsfaden nicht abschneiden, da Du anschließend direkt weiterarbeitest.
Deine Schlingenbahn ist jetzt fertiggestellt. Prima! Nun geht es an die Umrandung.
4. Schritt:
Die Umrandung wird in Runden nach der Häkelschrift gearbeitet. Jede Reihe beginnt mit 3 Steigeluftmaschen und wird mit einer Kettmasche zur Runde geschlossen.
-
Reihe: 3 Steigeluftmaschen, 2 Luftmaschen, 1 Stäbchen in die gleiche Einstichstelle, 2 Luftmaschen, 1 feste Masche um den Luftmaschenbogen, 2 Luftmaschen, (1 Stäbchen, 2 Luftmaschen, 1 Stäbchen) um den Luftmaschenbogen = Ecke, 2 Luftmaschen, 2 feste Maschen der Umrandung übergehen, * {1 feste Masche, 2 Luftmaschen, 2 feste Maschen der Umrandung übergehen, 1 Stäbchen, 2 Luftmaschen, 1 Stäbchen in die selbe Einstichstelle, 2 Luftmaschen, 2 feste Maschen der Umrandung übergehe}, ab* wiederholen bis zum Ende der Reihe. Dabei die anderen 3 Ecken wie beschrieben arbeiten. Schließe die Reihe mit einer Kettmasche zur Runde.
-
Reihe: 3 Steigeluftmaschen, 1 Büchelmaschengruppe um den Luftmaschenbogen der Vorreihe, 2 Luftmaschen, * 1 Büschelmaschengruppe um den Luftmaschenbogen der Vorreihe, 1 Luftmasche, ab * wiederholen bis zum Ende der Reihe. Beachte, dass Du an den Längsseiten zwischen den Büschelmaschengruppe nur eine Luftmasche häkelst. An den kurzen Seiten jedoch 2 Luftmaschen zwischen den Büschelmaschengruppen arbeitest. Schließe die Reihe mit einer Kettmasche zur Runde.
-
Reihe: 1 Kettmasche um den ersten Luftmaschenbogen der Vorreihe, 3 Steigeluftmaschen, * 1 Luftmasche, 1 Stäbchen, wiederholen bis zum Ende der Reihe. Schließe die Reihe mit einer Kettmasche zur Runde.
Beachte: An den Kurzen Kanten werden je 2 mal (1 Luftmasche, 1 Stäbchen) um die Luftmaschen der Vorreihe gearbeitet. In den Ecken werden jeweils (1 Stäbchen, 1 Luftmasche, 1 Stäbchen) um die Luftmaschen der Büschelgruppen gearbeitet.
4. Reihe: 1 Kettmasche um die erste Luftmasche der Vorreihe, *(3 Luftmaschen, 1 feste Masche um die näschste Luftmasche der Vorreihe) ab * wiederholen bis zum Ende der Reihe, mit einer festen Masche die Runde schließen. Faden sichern und abschneiden.
Die Büschelmaschengruppe:
1 Büschelmasche, 2 Luftmaschen, 1 Büschelmasche, 2 Luftmaschen, 1 Büschelmasche
Die Büschelmasche wird wie folgt gearbeitet:
Faden umschlagen, in die Masche einstechen, umschlagen, durch die Masche ziehen. Noch 2x wiederholen. 1 Umschlag und durch die ersten 6 Schlaufen auf der Nadel ziehen . Es bleiben 2 Schlaufen auf der Nadel. Faden umschlagen und durch die beiden letzten Schlaufen ziehen.
Häkelschrift: Zeigt den Schal nur ausschnittsweise.

Legende:
.jpg)
Hat Dir diese Anleitung gefallen? Dann schreibe mir gerne einen Kommentar – ich freue mich sehr über Dein Feedback.
Wenn Du Interesse an weiteren kostenlosen Anleitungen rund um das Gabelhäkeln hast, lass es mich ebenfalls wissen.
Viel Freude beim Häkeln und Ausprobieren – und vielleicht sehen wir uns schon bald im nächsten Beitrag wieder.