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Zeit für ein Comeback: Gabelhäkeln – eine fast vergessene Technik, die mein Herz im Sturm erobert hat

Mittwoch, 11. Februar 2026

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Was macht Gabelhäkeln so besonders?

Beim Gabelhäkeln, auch Netzgabeltechnik genannt, entstehen zunächst schmale Bänder mit gleichmäßigen, langen Schlaufen. Diese Bänder werden später miteinander verbunden und entfalten dabei ihre ganze Schönheit.
Das Ergebnis? Federleichte Textilien, die elegant fallen, verspielt wirken oder auch modern und minimalistisch sein können, je nach Garn, Breite der Gabel und Verbindungstechnik.

Ich liebe es besonders für:

  • zarte Laceschals

  • elegante Tücher

  • luftige Stolen

  • dekorative Akzente an Kleidung

Es ist eine Technik, die Raum lässt für Kreativität. Genau das macht sie für mich so faszinierend.

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Ein Blick zurück: Gabelhäkeln im Viktorianischen Zeitalter

Historisch gesehen hatte das Gabelhäkeln seine große Blütezeit im Viktorianischen Zeitalter. Damals waren aufwendig gearbeitete Textilien aus dem Alltag kaum wegzudenken. Kleidung, Wohnräume, Accessoires, alles wurde verziert, geschmückt und mit Liebe zum Detail gestaltet.

Gabelgehäkelte Spitzen passten perfekt in diese Zeit: Sie waren dekorativ, elegant und dennoch vergleichsweise effizient herzustellen. Kein Wunder also, dass diese Technik ihren festen Platz in den Handarbeitsbüchern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts fand.

 

Woher stammt das Gabelhäkeln eigentlich?

Und jetzt wird es spannend – denn so genau weiß das niemand.
Der genaue Ursprung des Gabelhäkelns liegt im Dunkeln. Manche vermuten, die Technik stamme aus Malta, da es dort eine lange Tradition kunstvoller Lacemuster gibt. Doch gesichert ist diese Theorie nicht.

Wahrscheinlicher ist, dass das Gabelhäkeln oder die Netzgabeltechnik ihren Ursprung im kontinentalen Europa hat und sich von dort aus verbreitete. Wie so oft bei alten Handarbeitstechniken bleibt vieles Spekulation, und genau das verleiht dem Ganzen für mich einen zusätzlichen Zauber.

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Vergessen und wiederentdeckt

Mit dem Rückgang aufwendiger Handarbeiten im 20. Jahrhundert verlor auch das Gabelhäkeln zunehmend an Popularität. Praktisch, schnell, funktional; das waren plötzlich die Schlagworte der Zeit. Für filigrane Lacearbeiten blieb wenig Raum.

Doch zum Glück kam es anders.
In den 1960er- und 1970er-Jahren erlebte das Gabelhäkeln eine echte Renaissance. Die DIY-, Hippie- und Kunsthandwerksbewegung entdeckte alte Techniken neu. Sie verlieh ihnen einen freien, kreativen Geist.

Seit den 2000er-Jahren ist das Gabelhäkeln erneut auf dem Vormarsch. Besonders in der modernen Handarbeits- und Slow-Fashion-Szene wird es wieder geschätzt: als bewusster Gegenpol zur Massenproduktion, als Ausdruck von Individualität und Handwerkskunst.

 

Gabelhäkeln heute – lebendig wie eh und je

Was viele nicht wissen: In Südamerika ist das Gabelhäkeln bis heute weit verbreitet. Dort wird die Technik ganz selbstverständlich gepflegt und weitergegeben, lebendig, bunt und voller Tradition.

Und genau das wünsche ich mir auch hier: dass diese wunderbare Technik wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt. Denn sie hat so viel zu bieten. Für Anfängerinnen genauso wie für erfahrene Häklerinnen, die Lust auf etwas Neues (oder besser gesagt: Altes) haben.

 

Vom historischen Spitzenhandwerk zur praktischen Technik

So sehr mich die Geschichte des Gabelhäkelns fasziniert – am Ende möchte man natürlich wissen:
Wie arbeitet man eigentlich mit einer Häkelgabel?

Das Schöne ist: Die Grundtechnik ist gar nicht kompliziert. Sie erfordert ein wenig Übung, ja – aber genau das macht für mich den Reiz aus. Sobald die Bewegungen in Fleisch und Blut übergehen, entsteht ein wunderbar meditativer Rhythmus.

 

Im Folgenden beschreibe ich, was Du dafür brauchst und die klassische Arbeitsweise, wie sie seit Generationen überliefert ist.

 

 

Welches Material brauchst du zum Gabelhäkeln?

Werfen wir einen Blick auf das Material. Denn das Schöne am Gabelhäkeln ist: Man braucht gar nicht viel.

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Grundausstattung:

  • Eine verstellbare Häkelgabel
    Sie ermöglicht unterschiedliche Breiten und damit verschieden lange Schlaufen – ideal für Schals, Tücher und Stolen.

  • Eine Häkelnadel, passend zur Garnstärke

  • Eine Schere

  • Eine Vernähnadel

  • Das richtige Garn

 

Beim Garn hast du große Freiheit und genau das liebe ich am Gabelhäkeln:

  • Baumwolle oder Baumwollmischungen
    Ideal für Frühling und Sommer, da sie leicht, kühlend und formstabil sind.

  • Wolle oder Mohair
    Perfekt für kuschelige Schals und Tücher in der kühleren Jahreszeit.

  • Lacegarne aller Art
    Eigentlich eignen sich alle Lacegarne, denn sie bringen die Schlaufen und Muster besonders schön zur Geltung.

     

Arbeitsweise beim Gabelhäkeln (Grundtechnik)

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Die Arbeit wird mit einer Luftmasche begonnen. Anschließend wird die Häkelnadel aus der Schlinge gezogen, und der rechte Stab der Gabel wird von unten nach oben durch die Luftmasche geschoben.

Der Steg wird nun in der linken Hand zwischen Daumen und Mittelfinger gehalten. Dabei ist darauf zu achten, dass der Schlingenknoten mittig in der Gabel liegt.

Nun wird der Arbeitsfaden von vorn nach hinten um den linken Stab der Gabel gelegt, anschließend wird die Gabel gedreht.

Jetzt wird die Häkelnadel von unten nach oben durch die Schlinge des linken Stabes geführt.
Den Faden holen, dann in die rechte Schlinge einstechen, den Faden erneut holen und eine feste Masche bilden.

Anschließend wird die Häkelnadel durch die Mitte der Häkelgabel gehoben und nach hinten gelegt. Danach wird die Gabel von rechts nach links gedreht, wodurch sich der Faden automatisch um den linken Stab der Gabel legt.

Nun in die links liegende Schlinge einstechen, den Faden durch die Schlinge holen und beide auf der Nadel befindlichen Schlingen mit einer festen Masche zusammenfassen.

Die Nadel wird wieder nach hinten – durch die Mitte der beiden Stäbe– gelegt, die Gabel gedreht, aus der linken Schlinge der Faden geholt und erneut eine feste Masche gehäkelt.

Diese Schritte werden fortlaufend wiederholt.

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Ist die gewünschte Anzahl an Schlingen auf der Häkelgabel erreicht, zieht man die Gabel vorsichtig aus den Schlingen heraus.

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Die erste Schlingenbahn ist fertig.

Weitere Schlingenbahnen werden auf die gleiche Weise gearbeitet.

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Die fertigen Schlingen können anschließend auf unterschiedlichste Art umhäkelt werden.
Zum Schluss werden die einzelnen Bahnen zusammengehäkelt, und erst dann zeigt sich die ganze Schönheit des Gabelhäkelns.

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Eine Technik mit Vergangenheit – und Zukunft

Gerade dieser Prozess verbindet für mich Vergangenheit und Gegenwart. Man arbeitet heute genau so, wie es Häklerinnen vor über hundert Jahren getan haben – und schafft dennoch moderne, zeitlose Stücke.

Ob viktorianische Spitze, Hippie-Stola oder moderner Slow-Fashion-Schal:
Gabelhäkeln passt sich an – und bleibt doch immer etwas Besonderes.

 

Mein Fazit

Gabelhäkeln ist für mich mehr als nur eine Technik. Es ist ein kleines Stück Handarbeitsgeschichte, das darauf wartet, wiederentdeckt zu werden.
Wenn du luftige Lacearbeiten liebst, wenn du gerne experimentierst und wenn du Textilien mit Charakter erschaffen möchtest, dann kann ich dir nur sagen: Gib der Häkelgabel eine Chance!

Vielleicht verliebst Du dich ja genauso wie ich.

In meinem Store Blickfang-Design findest Du Inspirationen und Anleitungen rund ums Gabelhäkeln: Inspirationen

Möchtest Du weitere Beiträge oder kostenlose Anleitungen hier im Blog? Dann schreibe mir gerne in die Kommentare.


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Kuscheldesign
vor 1 Stunden
Ich habe es früher geliebt, aber wirklich lange nicht mehr gemacht. Vielen Dank für's dran erinnern, ich gehe mal auf die Suche nach den Gabeln.
Liebe Grüße

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