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Liebe Handarbeitsfreundin, lieber Handarbeitsfreund,
wie kommt ein Schal eigentlich zu einem Namen wie „Zackenbarsch“? Nun, mit ein bisschen Fantasie lässt sich die Verbindung durchaus herstellen.
Zackenbarsche leben in warmen Meeren und sind meist eher gemütliche Gesellen. Sie halten sich gern zwischen Felsen und Korallen auf und warten dort geduldig auf ihre Beute. Manche Arten werden ziemlich groß und kräftig. Mit einem Maul, das man sich lieber nicht aus nächster Nähe ansehen möchte.
Mein „Zackenbarsch“ ist dagegen vollkommen harmlos und braucht weder Meer noch Korallenriff. Seine Zacken entstehen ganz einfach durch Zu- und Abnahmen beim Stricken. Das Muster selbst ist angenehm überschaubar: Zehn Reihen werden immer wiederholt und der Schal wächst dabei nach und nach.
Das eignet sich wunderbar für einen gemütlichen Strickabend. Eine komplizierte Musterfolge musst Du Dir nicht merken. Ein bisschen aufpassen solltest Du natürlich trotzdem, sonst bekommt der Zackenbarsch womöglich ein paar Zacken an der falschen Stelle.
Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob Zacken bei Selbstgestricktem gerade besonders im Trend liegen. Aber das ist mir ziemlich egal. Schließlich schwimmt so ein Zackenbarsch auch gerne mal gegen den Strom.
Mir jedenfalls gefällt mein Zackenbarsch außerordentlich gut. Optisch sowieso – und um den Hals schlingen lässt er sich ebenfalls ganz hervorragend.
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Wie die besondere Form entsteht
Die Form des Zackenbarschs sieht vielleicht aufwendiger aus, als sie tatsächlich ist. Ein kompliziertes Zackenmuster steckt nämlich nicht dahinter. Die charakteristische Form entsteht ganz einfach durch die Kombination aus Zu- und Abnahmen.
Gestartet wird mit gerade einmal fünf Maschen. Danach kommen in einem festgelegten Rhythmus Maschen dazu, während an anderer Stelle wieder mehrere Maschen abgekettet werden. Nach jeweils zehn Reihen ist ein Rapport abgeschlossen und die Maschenzahl um fünf gestiegen.
Durch diese regelmäßige Abfolge verändert sich die Form des Gestricks nach und nach. Die Kante bekommt ihre Zacken und der Schal wächst gleichzeitig in Länge und Breite. Was auf den ersten Blick nach einem ausgeklügelten Muster aussieht, ist also eigentlich eine ziemlich einfache Konstruktion.
Genau das gefällt mir an diesem Schal: Du brauchst keine komplizierte Stricktechnik, um eine ungewöhnliche Form zu bekommen. Wenn Du die wenigen Schritte einmal verstanden hast, kannst Du den Rapport immer wiederholen und dabei zusehen, wie aus den anfänglich fünf Maschen langsam ein Schal entsteht.
Ein Strickprojekt für Anfängerinnen und Anfänger
Auch für Strickanfängerinnen und Strickanfänger ist der Zackenbarsch gut zu schaffen. Du brauchst keine komplizierten Muster zu beherrschen, denn der Schal wird kraus rechts gestrickt. Dazu kommen einfache Zu- und Abnahmen, die sich regelmäßig wiederholen.
Nach den ersten zehn Reihen hast Du das Prinzip bereits verstanden und kannst Dich auf das gleichmäßige Stricken konzentrieren. Gerade das macht den Schal zu einem schönen Projekt für alle, die noch nicht so viel Strickerfahrung haben, aber trotzdem gern ein Ergebnis in den Händen halten möchten, das ein bisschen mehr bietet als ein gerades Stück Schal.
Garn und Nadel
Jetzt muss ich Dir noch erzählen, wie ich überhaupt zu meinem Garn für den Zackenbarsch gekommen bin. Eigentlich hatte ich nämlich einen ganz anderen Plan.
Ich fuhr zu meinem Wollgeschäft in die Innenstadt, um Wolle für einen Strickschal zu kaufen. Die Idee für den Zackenbarsch hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon ungefähr im Kopf. Eine neue Wolle sollte also her.
Ich stöberte eine Weile herum und entschied mich schließlich für einen Strang handgefärbter Wolle mit fast 400 Metern Lauflänge. Nicht ganz das, was mir hundertprozentig vorschwebte, aber doch einigermaßen passend.
Dann ging ich zur Kasse.
Und dort stellte ich fest, dass mein Portemonnaie zu Hause lag.
So ein Mist.
Kennst Du das vielleicht auch? Man steht schon an der Kasse, hat sich innerlich längst von seinem Geld verabschiedet und dann ist es gar nicht da.
Also fuhr ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Inzwischen war es schon später Nachmittag und für eine zweite Fahrt in die Innenstadt hatte ich keine Zeit mehr. Mein letztes Häkelprojekt, das halbrunde Tuch „Blaue Stunde“, war fertiggestellt. Vor mir lag also ein Abend ohne Handarbeit.
Unvorstellbar!
Was tun mit den Händen? Ich wurde unruhig und nervös und fühlte mich beinahe wie ein Junkie auf Entzug. Vielleicht kennst Du den Spruch: „Ich hänge an der Nadel.“ Auf mich trifft er jedenfalls ziemlich gut zu.
Also hieß es: ab in den Keller.
Dort lagere ich ein wenig Wolle, aus der irgendwann noch etwas Großes werden soll. Und tatsächlich fand ich dort drei Knäuel Inverno von Lana Grossa. Die Wolle hatte ich schon vor längerer Zeit von einer guten Freundin geschenkt bekommen. Bisher hatte ich allerdings noch keine richtige Verwendung dafür gefunden.
Eine gehäkelte Maschenprobe hatte ich mit der Inverno früher schon einmal angefertigt. Die hatte mir allerdings nicht besonders gut gefallen. Zum Häkeln taugte die Wolle für mich definitiv nicht.
Nun nahm ich mir die drei Knäuel mit nach oben, zog die alte Maschenprobe wieder auf und fing an zu stricken.
Und siehe da: Gestrickt ist die Wolle der Hammer!
Manchmal muss man eben nur das richtige Werkzeug und die richtige Technik für ein Garn finden. Oder das richtige Garn für die Idee. In diesem Fall hat beides ziemlich gut zusammengefunden.
Leider wird die Inverno von Lana Grossa nicht mehr hergestellt. Wer Gefallen daran gefunden hat, wird vermutlich nur noch nach Restbeständen Ausschau halten können. Für den Zackenbarsch ist das aber überhaupt kein Problem.
Denn beim Garn bist Du völlig frei. Der Schal lässt sich mit unterschiedlichen Garnen stricken. Du brauchst lediglich eine dazu passende Rundstricknadel.
Eine Rundstricknadel mit einer Seillänge von etwa 60 cm ist ausreichend. Welche Nadelstärke Du verwendest, richtet sich nach Deinem Garn und danach, wie locker oder fest Du strickst.
Gerade bei diesem Schal lohnt es sich, ein wenig mit verschiedenen Garnen zu experimentieren. Ein Farbverlauf kann die besondere Form schön betonen, aber auch ein einfarbiges Garn funktioniert wunderbar. Ebenso kannst Du verschiedene Farben miteinander kombinieren.
Die Größe bestimmst Du selbst
Auch bei der Größe musst Du Dich nicht an feste Vorgaben halten. Die Länge des Schals lässt sich ganz einfach anpassen.
Die Anleitung besteht aus einem Rapport von zehn Reihen. Diesen wiederholst Du so lange, bis Dein Zackenbarsch die gewünschte Größe erreicht hat. Mit jedem vollständigen Rapport kommen fünf Maschen dazu.
Egal ob Zierfisch, ausgewachsener Zackenbarsch oder doch lieber Walhai, bei der Größe hast Du freie Wahl. Dein Zackenbarsch wächst schließlich nur so lange, wie Du Lust zum Stricken hast.
Du entscheidest also selbst, ob Dein Schal eher kompakt bleiben soll oder lang genug wird, um ihn mehrmals um den Hals zu legen. Das ist besonders praktisch, wenn Du ein bestimmtes Garn verwenden möchtest: Du strickst einfach so lange, wie Dein Wollvorrat reicht oder bis Dein persönlicher Zackenbarsch die gewünschte Größe erreicht hat.
Mein Zackenbart hat an der breitesten Stelle eine Tiefe von ca. 31 cm. Die Länge beträgt etwa .164 cm.
Die Zunahmen
Die Zunahmen werden durch ein sogenanntes kfb gestrickt. Dabei handelt es sich um einen in der Strickcommunity gängigen Begriff aus dem Englischen. In meiner Anleitung heißt es bei jeder Zunahme also kfb.
Das kfb steht für „knit front and back“. Dabei strickst Du die letzte Masche zunächst rechts durch das vordere Maschenglied ab, lässt sie aber noch auf der linken Nadel. Anschließend strickst Du dieselbe Masche rechts verschränkt durch das hintere Maschenglied ab. Erst danach lässt Du die ursprüngliche Masche von der linken Nadel gleiten. Aus einer Masche sind so zwei Maschen geworden.
Und nun wird gestrickt
Der Anfang ist denkbar einfach: Du schlägst fünf Maschen an und beginnst mit den ersten Zu- und Abnahmen. Nach zehn Reihen hast Du zehn Maschen auf der Nadel und wiederholst den Ablauf.
Das Prinzip bleibt während des gesamten Schals gleich. Du musst also nicht ständig neue Musterabschnitte lernen oder eine umfangreiche Strickschrift neben Dir liegen haben. Nach ein paar Wiederholungen gehen die Reihen fast von allein von der Hand.
Der Zackenbarsch wächst dabei Stück für Stück und bekommt durch die Zu- und Abnahmen seine charakteristische Form. Am Ende hältst Du einen ungewöhnlichen Schal in den Händen, der mit vergleichsweise einfachen Mitteln entsteht.
Er muss nicht unbedingt im Trend liegen. Er darf einfach gefallen.
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Die kostenlose Strickanleitung
Der Zackenbarsch wird in Hin- und Rückreihen gestrickt. Nach jeder Arbeit wird die Arbeit gewendet.
Maschenanschlag: 5 Maschen im Kreuzanschlag
1. Reihe:
Die erste Masche wie zum rechts stricken abheben. Rechte Maschen bis zur letzten Masche. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 6 Maschen)
2. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 7 Maschen)
3. Reihe:
Die erste Masche wie zum rechts stricken abheben. Rechte Maschen bis zur letzten Masche. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 8 Maschen)
4. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 9 Maschen)
5.Reihe:
Die erste Masche wie zum rechts stricken abheben. Rechte Maschen bis zur letzten Masche. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 10 Maschen)
6. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 11 Maschen)
7. Reihe:
Die erste Masche wie zum rechts stricken abheben. Rechte Maschen bis zur letzten Masche. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 12 Maschen)
8. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 13 Maschen)
9. Reihe:
Die erste Masche wie zum rechts stricken abheben. Rechte Maschen bis zur letzten Masche. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 14 Maschen)
10. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 15 Maschen)
11. Reihe:
5 Maschen abketten, rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 10 Maschen)
12. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 11 Maschen)
13. Reihe:
Die erste Masche wie zum rechts stricken abheben. Rechte Maschen bis zur letzten Masche. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 12 Maschen)
14. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 13 Maschen)
15.Reihe:
Die erste Masche wie zum rechts stricken abheben. Rechte Maschen bis zur letzten Masche. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 14 Maschen)
16. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 15 Maschen)
17. Reihe:
Die erste Masche wie zum rechts stricken abheben. Rechte Maschen bis zur letzten Masche. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 16 Maschen)
18. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 17 Maschen)
19. Reihe:
Die erste Masche wie zum rechts stricken abheben. Rechte Maschen bis zur letzten Masche. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 18 Maschen)
20. Reihe:
Die erste Masche verdoppeln durch ein kfb. Rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Arbeit wenden.
(= 19 Maschen)
21. Reihe:
5 Maschen abketten, rechte Maschen bis zum Ende der Reihe. Die letzte Masche verdoppeln durch ein kfb. Arbeit wenden.
(= 15 Maschen)
Wiederhole die Reihen 12 bis 21 sooft bis Dein Zackenbarsch die richtige Größer erreicht hat.
Nun kettest Du alle Maschen ab. Jetzt noch dieFäden vernähen.
Prima, Du hast es geschafft. Wenn Du magst kannst Du Deinen Zackenbarsch noch dämpfen.
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Copyright und Weitergabe
Die Anleitung für den Schal „Zackenbarsch“ wurde von Blickfang-Design erstellt und ist urheberrechtlich geschützt.
Du darfst die Anleitung selbstverständlich für Deinen persönlichen Gebrauch nutzen und Deinen eigenen „ Zackenbarsch“-Tuch danach stricken. Bitte habe jedoch Verständnis dafür, dass die Anleitung, auch in Teilen nicht kopiert, weitergegeben, veröffentlicht oder verkauft werden darf. Auch eine gewerbliche Nutzung der Anleitung ist nicht gestattet.
Wenn Dir der „Zackenbarsch“ gefällt und Du die kostenlose Anleitung gerne mit anderen Handarbeitsfreundinnen und Handarbeitsfreunden teilen möchtest, freue ich mich sehr darüber. Das Teilen und Weiterempfehlen dieses Blogartikels ist ausdrücklich erlaubt. Verlinke dabei bitte einfach auf den ursprünglichen Blogartikel. So finden auch andere direkt zur kostenlosen Anleitung und können ihr eigenes Tuch stricken.
Mit einem fairen und respektvollen Umgang mit meinen Anleitungen unterstützt Du meine Arbeit und hilfst mir dabei, auch in Zukunft neue Ideen und kostenlose Anleitungen mit Dir zu teilen.
Vielen Dank dafür und viel Freude beim Stricken und natürlich beim Tragen Deines Zackenbarschs.
Liebe Grüße
Birte von Blickfang-Design