Wer gerne Bücher liest, kennt das Problem: Irgendwann ist es Zeit für eine Lesepause. Doch wie merkt man sich die Stelle, an der die Geschichte gerade besonders spannend wurde?
Natürlich könnte man sich einfach die Seitenzahl merken. Eine gute Idee, zumindest so lange, bis der Alltag dazwischenfunkt. Zwischen Einkauf, Wäsche, Arbeit und dem berühmten "Ich mache das später" kann die Zahl schneller verschwunden sein als der Bösewicht im Krimi.
Manche legen das Buch einfach mit der geöffneten Seite nach unten auf den Tisch. Das funktioniert zwar, doch der Buchrücken sieht das meist etwas anders. Andere knicken sich ein Eselsohr in die Seite. Ich kenne sogar jemanden, der das ganz selbstverständlich macht. Mir tut dabei allerdings jedes Mal das Herz ein wenig weh. Ich mag meine Bücher lieber ohne Knicke und möglichst so, dass sie auch nach dem zweiten oder dritten Lesen noch aussehen, als wären sie gerade erst ins Bücherregal eingezogen.
Ein ehemaliger Arbeitskollege hatte dagegen eine besonders schöne Lösung. Er benutzte Eintrittskarten, Kinotickets oder andere kleine Erinnerungsstücke als Lesezeichen und ließ sie oft sogar im Buch. Wenn er Jahre später wieder zu diesem Buch griff, fielen ihm die kleinen Schätze entgegen und erinnerten ihn an schöne Erlebnisse. Ich finde, das ist eine wunderbare Idee. So erzählt nicht nur das Buch seine Geschichte, sondern auch das Lesezeichen.
In einem Interview wurde einmal ein bekannter deutscher Schauspieler, der sich selbst als Vielleser bezeichnete, gefragt, ob er Lesezeichen benutze. Seine Antwort fand ich ebenso überraschend wie amüsant: Er brauche gar keines. Wenn er später weiterlesen wolle, finde er die Stelle schon wieder. Und falls ihm das bereits Gelesene nicht bekannt vorkomme, habe er den Inhalt wohl nicht richtig verstanden. Dann schade es auch nicht, die Seiten einfach noch einmal zu lesen. Zugegeben, diesen Luxus kann man sich vielleicht nicht bei jedem 800-Seiten-Roman leisten.
Ich selbst gehöre eindeutig zur Fraktion der Lesezeichen. Sie sind praktisch, schonen das Buch und dürfen gerne auch hübsch aussehen. Besonders schön finde ich selbstgemachte Lesezeichen. Sie sind schnell gehäkelt, eignen sich wunderbar als kleines Geschenk für Bücherfreunde und -freundinnen oder als liebevolle Aufmerksamkeit für Familie, Freunde oder Lehrer und Lehrerinnen. Und jedes Mal, wenn man das Buch aufschlägt, wartet dort ein kleines Stück Handarbeit auf seinen Einsatz.
Deshalb habe ich heute eine kostenlose Häkelanleitung für ein filigranes Lesezeichen für dich vorbereitet. Mit wenig Garn, einer Häkelnadel und ein wenig Zeit entsteht ein hübscher Begleiter für viele gemütliche Lesestunden.
Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen, Nachhäkeln und natürlich bei deinem nächsten spannenden Buch.
Kostenlose Anleitung für das Lesezeichen „Lesefransen“
Material:
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Dünne Baumwolle oder ein Baumwollmischgarn, z.B. Strickgarn Wien, Belday home mit einer Luflänge von 490 m auf 200 g
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Häkelnadel Nr. 3
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Schere
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Wollnadel zum Vernähen der Fäden
Alternativ kannst Du auch jede andere dünne Wolle verwenden.
Größe:
Das fertige Lesezeichen ist ca. 5 cm breit und ohne Fransen ca. 20 cm lang, mit Fransen 24 cm.
Anleitung:
Das Lesezeichen „Lesefransen“ wird in Hin- und Rückreihen gehäkelt. Beginne mit einem Luftmaschenanschlag aus 10 Luftmaschen.
Jede Reihe beginnt mit 1 Steigeluftmasche. Wende die Arbeit nach jeder Reihe.
1. Reihe: 10 feste Maschen häkeln.
2. Reihe: 10 feste Maschen in das hintere Maschenglied häkeln.
3. Reihe: 10 feste Maschen in das hintere Maschenglied häkeln.
4. Reihe und alle weiteren Reihen: Jeweils 10 feste Maschen in das hintere Maschenglied häkeln.
Arbeite insgesamt 32 Reihen oder passe die Länge nach Deinen Wünschen an. So kannst Du Dein Lesezeichen „Lesefransen“ ganz individuell gestalten.
Fransen anbringen
Schneide für jede Franse einen Faden in der doppelten gewünschten Fransenlänge zu. Die Fransen meines Lesezeichens "Lesefransen" haben eine Länge von 4 cm. Schneide Fäden mit ca. 9 cm ab.
Lege den Faden zur Hälfte zusammen. Führe die entstandene Schlaufe mit der Häkelnadel von hinten nach vorne durch eine Masche am unteren Rand des Lesezeichens. Ziehe anschließend die beiden Fadenenden durch die Schlaufe und ziehe den Knoten vorsichtig fest.
Befestige auf diese Weise die gewünschte Anzahl an Fransen gleichmäßig entlang der unteren Kante. Zum Schluss kannst Du die Fransen mit einer Schere auf die gewünschte Länge kürzen.
Häkelschrift:

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Ein persönliches Wort zum Schluss
In jedem meiner Designs steckt viel Zeit, Sorgfalt und ganz viel Herzblut. Von der ersten Idee über das Testen verschiedener Muster bis hin zum Schreiben und sorgfältigen Überarbeiten der Anleitung entsteht jedes Projekt mit viel Liebe zum Detail.
Deshalb liegt mir eine Bitte besonders am Herzen: Gehe respektvoll mit meiner Arbeit und meinem Urheberrecht um.
Das Lesezeichen „Lesefransen“ stelle ich Dir gerne kostenlos für den privaten Gebrauch zur Verfügung. Die kostenlose Bereitstellung bedeutet jedoch nicht, dass die Anleitung frei weitergegeben oder veröffentlicht werden darf.
Die Anleitung ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Eine Weitergabe, Veröffentlichung oder der Verkauf der Anleitung – ganz oder in Teilen – ist ohne meine ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet. Ebenso dürfen keine Auszüge kopiert, vervielfältigt, übersetzt oder in digitaler, gedruckter oder anderer Form veröffentlicht werden.
Ich danke Dir von Herzen für Dein Verständnis, Deine Wertschätzung und dafür, dass Du meine kreative Arbeit und das Urheberrecht respektierst. So hilfst Du mir dabei, auch künftig neue Ideen und kostenlose Anleitungen mit Freude zu gestalten.
Herzliche Grüße
Birte