Luftiges Sommerkleid aus Musselin
Heute beschäftigen wir uns ausführlich mit Musselin. Wir klären, was das ist und was es bei der Verarbeitung zu beachten gilt. Nach der Theorie gibt es dann ein praktisches Beispiel. Ich nehme euch mit in meine Nähstube und wir nähen zusammen ein Hochsommerkleidchen nach einem kostenlosen Schnittmuster aus dem Internet. Damit ihr wisst, wo wir am Ende hinwollen, zeige ich euch vorab schon einmal das fertige Kleidchen:
1. Was ist Musselin?
Musselin ist ein weich fallender, locker gewebter, feinfädiger Baumwoll-Stoff mit einer leicht gekreppten Oberfläche und weichem Griff. Er ist besonders atmungsaktiv und angenehm zu tragen.
Viele lieben ihn als Stoff für Sommerkleidung, Babykleidung, luftige Blusen, Tücher, Decken oder Kissen. Aber warum ist er so beliebt? Weil Musselin herrlich leicht, fluffig, atmungsaktiv und angenehm auf der Haut ist. Er nimmt Feuchtigkeit sofort auf und trocknet ganz fix wieder – genau das will man im Sommer haben!
Es gibt einfachen, doppelten und sogar dreifachen Musselin. Das sind dann mehrere Schichten Stoff, die das Musselin etwas dicker machen.
So schaut der Musselinstoff aus, den ich heute vernähe (gekauft bei Buttinette). Es ist ein helles Türkis mit kleinen ca. 15 mm großen Blümchen, also ein eher zartes Muster, was wunderbar zu Kinderkleidchen passt:
Ich bin damit mal in die Sonne gegangen, damit ihr ihn bei Tageslicht betrachten könnt:
2. Vorteile von Musselin
Dass Musselin besonders im Sommer so beliebt ist, liegt an folgenden Eigenschaften:
- Durch die beiden locker verwobenen Schichten kann die Luft leicht durch den weichen Stoff fließen und für Kühlung sorgen.
- Die Luftpolster schützen vor Zugluft und Kälte.
- Musselin aus Baumwolle ist durch die beiden Lagen sehr saugstark und gleichzeitig anschmiegsam.
- Musselin ist leicht, luftig, fluffig, atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit auf und trocknet schnell. Somit ist er auch eine ausgezeichnete Wahl für die sommerliche und unkomplizierte Reisegarderobe.
- Es gibt eine große Auswahl an Farben und Mustern.
3. Die Stoffbeschaffenheit
In der Regel besteht Musselin aus 100 % Baumwolle. Die feine Struktur des Stoffes entsteht durch die Leinwandbindung, die Vorder- und Rückseite punktuell miteinander verbindet. Dadurch entstehen feine Luftpolster zwischen den beiden Lagen. Dadurch wirkt der Stoff ein wenig aufgeplustert. An dieser charakteristischen Optik kann man Musselin leicht erkennen. Vorder- und Rückseite schauen gleich aus.
Der gecrinkelte Stoff springt, wenn er nass wird, in seine ursprüngliche Form zurück. Das erspart uns das Bügeln von Sommersachen. Einfach waschen, trocknen, anziehen.
Die Stoffkanten sind meist ein wenig fransig und eher fest. Deshalb können wir die Kanten mit einem Rollsaum versehen oder einfach locker mit einem Overlock-Stich oder mit der Overlock-Maschine versäubern.
4. Vorbehandlung von Musselin
Musselin sollte vor dem Zuschnitt bei 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden – auch wegen der eventuellen Produktionsrückstände (Farbe, Appretur). Dadurch, dass er aus Baumwolle gewebt ist, ist es wahrscheinlich, dass der Stoff ein wenig eingeht.
Im Internet steht, dass Musselin bis zu 30 % eingehen kann. Um das zu überprüfen, habe ich ihn vor und nach der Wäsche ausgemessen. Ich kann das starke Einlaufen bei meinem – vermutlich vorgewaschenen Stoff – nicht bestätigen, aber jeder Stoff ist anders. Ich wasche alle Stoffe vor dem Vernähen.
5. Was kann man aus Musselin nähen?
Grundsätzlich kann man Musselin-Stoff für jedes Schnittmuster verwenden, das für Webware geeignet ist. Das kann man aus Musselin nähen:
- Sommerkleider
- Sommerröcke
- Sommerhosen (kurz oder lang, Palazzohosen)
- Oberteile aller Art (Tuniken, Shirts, Blusen, Hemden, Tops, Jacken)
- Kimonos, Bademäntel
- Kopfbedeckungen
- Strampler für Babys
- Pumphosen
- Halstücher, Loops
- Spieltücher oder Spucktücher für Babys
- Sommerdecken
- Schlafsack, Strampelsack fürs Baby
- Sommerbettwäsche
Da Babys gern am Stoff nuckeln, ist es hier wichtig, auf das OEKO-TEX® STANDARD 100 für schadstoffgeprüfte Inhaltsstoffe zu achten!
Man kann daraus aber nicht nur Kleidung nähen, sondern auch praktische Dinge für den Haushalt:
- Durchschlag-Tücher für Siebe zum Abseihen von Nussmilch oder Obstsaft
- Poliertücher für Weingläser
- Käsetücher zum Abtropfen von Molke
6. Verarbeitung von Musselin
Gecrinkelter Musselin findet nach dem Waschen von selbst in seine ursprüngliche Form zurück. Deshalb schneiden wir den Stoff – mit allen Kräuselungen – so zu, wie er fällt bzw. liegt. Er wird also vor dem Aufzeichnen unseres Schnittmusters nicht gebügelt!
Da der Stoff eine lockere Bindung der Fäden hat, ist eine Stichlänge von 3 oder 3,5 perfekt. Die etwas größere Stichlänge macht es möglich, dass die Naht artig der Struktur des Stoffes folgt und ihn nicht zusammenzieht. Dazu passt eine Universal- oder Jerseynadel. Die perfekten Einstellungen finden wir mit einem Musterstück.
Eine Overlock-Maschine ist beim Verarbeiten von Musselin besonders vorteilhaft. Der Overlockstich und/oder der Rollsaum unserer Overlock-Maschine genügen. Ich kombiniere das aber mit dem Geradstich meiner normalen Nähmaschine.
7. Mein heutiges Nähprojekt: Sommerkleid „Alissa“
Beim Scrollen durchs Internet hatte ich mich in das leichte Sommerkleid Alissa verliebt. Nach langem Suchen fand ich das kostenlose Schnittmuster für das Kleid Alissa in den Größen 92 bis 128 zum Herunterladen auf der Internetseite von MSP Meine Stoffpakete GmbH dazu. Ursprünglich stammt es von Stoffe Hemmers, aber dort lief die Verlinkung ins Leere. Eigentlich hätte mich das stutzig machen sollen. Es würde wohl seine Gründe gehabt haben, weshalb man es von der Plattform entfernt hatte.
Es gibt nur ein Schnittmuster mit genau drei Teilen, keine separate Nähanleitung. Man sollte also etwas Näherfahrung haben und muss auch improvisieren können. Da es nur das Schnittmuster im Internet gibt, soll mein Blogbeitrag euch bei der Übersetzung des Schnittmusters in ein fertiges Kleid helfen – oder davon abraten. Entscheidet selbst!
8. Materialien
Für die Herstellung des Kleides benötigen wir:
- Schnittmuster „Alissa“
- Musselinstoff für das Kleid laut Schnittmuster:
Gr. 92 bis 104 = 0,8 m, Gr. 110 bis 128 = 1,0 m bis 1,2 m - Zusätzlicher Musselinstoff für den Beleg und evtl. die Taschen
- Druckerpapier, Papierschere, Klebeband
- Nähgarn in passender Farbe
- Haushaltsnähmaschine
- Overlock-Maschine
- Stoffschere, spitze Schere
- Lineal, Maßband
- Wasserlöslicher Textilklebestift
- Selbst löschender Stift
- Knopf
- Dampfbügeleisen
9. Das Schnittmuster
Ich drucke mir das kostenlose Schnittmuster aus.
Ich klebe alle Seiten zusammen. Hier ist zu erwähnen, dass die Beschriftung und die Seitenzahlen auf dem Kopf stehen. Die Seiten müssen so angeordet werden:
Nachdem ich mit einem Klebestreifen alle Seiten aneinandergeklebt habe, schneide ich den Rand ab, so ist das Schnittmuster nicht so groß.
Im nächsten Schritt zeichne ich mir meine drei Schnittteile (Vorderteil, Rückenteil und Rüschenarm) in der gewünschten Größe 104 auf einem Transparentpapier (Schneiderpapier) mit einem dünnen Permanentmarker nach. Zum Festhalten des Schneiderpapiers in der richtigen Position benutze ich meine selbst genähten Nähgewichte.
Auch die Sonderzeichen übertrage ich vom Papierschnitt auf das Schneiderpapier. Danach schneide ich meine drei Teile mit einer Papierschere aus. Ich beschrifte die Teile.
10. Der Stoffzuschnitt
An den Stellen, wo der Stoff zu faltig ist, streiche ich ihn mit der Hand glatt. Wenn man diese Falten vermeiden möchte, wäscht man den Stoff, lässt ihn trocknen und verarbeitet ihn sofort. In dem Moment, in dem man den gewaschenen Stoff zusammenlegt, entstehen automatisch Falten.
Ich lege meinen Stoff rechts auf rechts übereinander und platziere mein Schnittmuster – etwas entfernt von der Stoffkante – auf die Bruchkante.
Ich beschwere meine Schnittteile mit selbst genähten Nähgewichten, sodass sie nicht verrutschen können.
Auf dem Schnittmuster steht, dass keine Nahtzugaben enthalten sind. Deshalb schneide ich meine Schnittteile mit einer Stoffschere mit 1 cm Nahtzugabe aus. Unten am Saum gebe ich 3 cm als Nahtzugabe dazu. Das messe ich mir vorher mit einem Lineal ab und mache mit einem selbst löschenden Stift kleine Markierungen auf dem Stoff.
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Ich schneide alle drei Teile aus und übertrage mit einer spitzen Schere die kleinen Knipse auf den Stoff.
Die Ärmelrüsche müssen wir zweimal (davon einmal spiegelverkehrt) zuschneiden, da wir zwei Arme haben.
Somit haben wir genau die 4 Teile, die das Schnittmuster hergibt:
Da meine Enkelin in ihren Sachen Taschen über alles liebt, möchte ich diese hier zusätzlich als Nahttaschen einarbeiten. Dafür habe ich mir das kostenlose Schnittmuster für eine Nahttasche von Bernina am Bildschirm auf 30 % skaliert und ausgedruckt. Für größere Taschen würde man die Skalierung erhöhen.
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Das Schnittmuster für die Nahttasche lege ich viermal (davon zweimal spiegelverkehrt) auf den Stoff und schneide sie mit einer NZG von 1 cm aus. Ich schneide also 2 × 2 Taschenteile (= 2 fertige Taschenbeutel) zu.
11. Taschen annähen
Ich lege die Taschenbeutel auf das Vorder- und das Rückenteil und schätze so ab, auf welcher Höhe ich die Taschen haben möchte. Wenn meine Enkelin vor Ort wäre, hätte ich den Sitz der Taschen bei einer Anprobe bestimmt. Da sie nicht zugegen ist, muss ich das schätzen.
In meinem Fall entscheide ich, dass ich die Taschen 6 cm ab Achsel beginnen sollen. Mit einem Lineal messe ich die 6 cm ab Achsel ab und stecke dann dort mit Stecknadeln die Taschen rechts auf rechts auf das Vorder- bzw. Rückenteil. Die Taschenbeutel müssen nach unten zeigen.
Das mache ich mit allen vier Taschenteilen so.
Wenn ich später das Vorder- und das Rückenteil des Kleides rechts auf rechts aufeinanderlege und zusammennähe, treffen die Taschenteile in der Mitte zusammen und werden zu einer geschlossenen Tasche.
Bevor ich gleich die Taschen annähe, mache ich eine Nahtprobe. Es zeigte sich, dass mein fluffiger Musselin mit einer Stichgröße von 3,5 mm das beste Ergebnis bringt.
Jetzt steppe ich die festgesteckten Taschenbeutel mit einem Geradstich mit Stichlänge 3,5 mm auf Vorder- und Rückenteil auf. Ich nähe nähfüßchenbreit (also ca. 7 mm) und lasse zu Beginn und am Ende 7 mm frei. Anfang und Ende der Naht verriegele ich durch ein paar Rückstiche.
Damit ich an der Nähmaschine Beginn und Ende der Naht besser sehen kann, markiere ich mir die Stellen mit einer quer eingesteckten Stecknadel.
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So schaut die Naht aus:
Jetzt schneide ich mit einer spitzen Schere die NZG bis knapp vor der Naht ein:
Das mache ich an allen vier Taschenteilen. Nun kann ich die Taschen umklappen und die Stoffkanten vorsichtig dämpfen. Dank der Einschnitte lassen sich die Kanten gut falten und bügeln.
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Nach dem Annähen der Taschen sehen meine beiden Kleiderteile so aus:
Damit sind die Taschen so weit vorbereitet, dass ich sie später beim Schließen der Seitennähte mit einfassen kann.
12. Schulternähte schließen
Ich lege das Vorderteil auf das Rückenteil und stecke beide Schultern rechts auf rechts aneinander. Dann nähe ich mit 7 mm NZG und einem 3,5 mm langen Geradstich beide Teile aneinander. Anfang und Ende der Naht verriegele ich.
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Damit die Stoffkanten später nicht ausfransen, versehe ich die beiden aneinandergefügten Stofflagen mit einer Overlocknaht.
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Am Ende vernähe ich die Fäden in der Overlocknaht. So schauen die Schulternähte fertig aus:
Nach dem Umdrehen auf rechts hat mich die etwas abstehende Overlocknaht gestört, deshalb habe ich sie knappkantig neben der Overlocknaht von rechts mit einer Geradstichnaht abgesteppt.
13. Knopflasche anfertigen
Als Nächstes muss ich mich um den Halsausschnitt kümmern. Das Schnittmuster zeigt einen normalen, aber viel zu kleinen Halsausschnitt. Da es keine Nähanleitung, sondern nur das Schnittmuster gibt, auf dem es zudem keinen Hinweis auf einen Verschluss gibt, kann man hier leicht in eine Falle tappen. Wenn ich den Halsausschnitt meines Kleides jetzt messe, komme ich auf nur 47 cm.
Von den Wintermützen im vorigen Jahr weiß ich, dass der Kopfumfang meiner Enkelin derzeit 52 cm beträgt. So groß muss der Ausschnitt im Kleid also mindestens sein, damit sie es über den Kopf bekommt. Deshalb muss ich zwingend einen Verschluss einbauen. Bei einem elastischen Jerseykleid wäre es vielleicht gegangen. Aber Musselin ist nicht elastisch.
Die Öffnung soll in einem rückwärtigen Schlitz mit Lasche und Knopf bestehen.
Für die Lasche schneide ich mir mit einem Lineal und einem Rollschneider ein 6 cm × 2 cm großes, möglichst einfarbiges Stück Musselinstoff zu. Dann falte ich die offenen Kanten zur Mitte. Damit das bei so einem kleinen Teil überhaupt hält, bestreiche ich die Flächen mit einem Textilklebestift. Ich klappe den Streifen längs zusammen und klebe die Flächen nochmals zusammen.
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Ich steppe den gefalteten Streifen mit einem Geradstich zusammen. Damit meine Nähmaschine den Stoff überhaupt greifen kann, lege ich beim Start ein Stückchen Stoff dahinter. Anfang und Ende der Naht verriegele ich nicht, da ich den Streifen später einnähe und mit einer anderen Naht sichere.
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14. Beleg für Halsausschnitt anfertigen
Damit die Lasche für den Knopf später im Stoff verschwindet und nicht auf der linken Seite des Stoffes auf der Haut drückt, fertige ich einen Beleg an. Das heißt, ich breite den Halsausschnitt meines Kleides vor mir aus und streiche den Stoff schön glatt (nicht bügeln!). Dann lege ich ein Schneiderpapier auf den Halsausschnitt.
Ich zeichne den Innenumriss des Halsausschnittes nach. Rundherum gebe ich überall ca. 2,5 cm zu. Dort, wo später der 60 mm lange Schlitz sein soll, zeichne ich erst im Abstand von 70 mm ab Halsausschnitt eine Linie und dann einen Keil ein, der zu den anderen Linien führt. Danach schneide ich mein individuelles Schnittmuster für den Beleg aus.
Ich lege das Schnittmuster auf meinen Stoff, zeichne alle Umrisse mit einem selbst löschenden Stift auf und schneide den Stoff mit der Stoffschere aus.
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Ich kontrolliere, ob der Stoffbeleg passt.
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Damit die Stoffkanten des Beleges später nicht ausfransen, versäubere ich vorher die Außenkante des Beleges mit der Overlock.
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15. Beleg annähen
Jetzt wird der Beleg rechts auf rechts auf den Halsausschnitt des Kleides gelegt. Ich fixiere mir den Sitz rundherum mit Stecknadeln. Ich messe mir in der rückwärtigen Mitte 60 mm ab und ziehe einem selbst löschenden Stift eine Linie. Ich schneide mit der Stoffschere den Schlitz ein. Dabei schneide ich zugleich den Stoffbeleg und das Rückenteil ein.
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Bevor ich auch den Schlitz mit Stecknadeln fixiere, lege ich noch die Lasche für den Knopfverschluss ein. Ich drücke die Lasche flach und lege sie ca. 10 mm von der Stoffkante entfernt zwischen Rückenteil und Beleg ein.
Tipp:
An dieser Stelle hättet ihr die Möglichkeit, die Länge der Lasche an euren Knopf anzupassen. Für einen kleineren Knopf würdet ihr die Lasche einfach kürzen. Mein Knopf hat 20 mm im Durchmesser.
Die Schlaufe schaut nach innen. Die abgeschnittenen Enden sind bündig mit dem Schlitz. Damit das Ganze besser hält, habe ich die offenen Enden der Schlaufe mit einem Textilklebestift auf die Stoffkante des Schlitzes geklebt.
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Nun klappe ich den Beleg zu und die Lasche verschwindet zwischen den Stofflagen.
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Ich steppe nun den Halsausschnitt des Kleides mit dem Beleg und der eingelegten Knopflasche knappkantig mit einem 3,5 mm langen Geradstich ab.
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Danach schneide ich die Ecken zurück, drehe den Beleg auf rechts und stecke ihn in den Halsausschnitt. Ich forme die Ecken von unten gut aus. Siehe da, die Knopfschlaufe kommt wieder zum Vorschein.
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Um den Beleg sicher und dauerhaft im Halsausschnitt zu halten, steppe ich den Halsausschnitt rundherum knappkantig (3 mm ab Stoffkante) ab. Zuvor fixiere ich beide Stofflagen mit Stecknadeln aneinander:
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Ich führe die Steppnaht einmal rundherum.
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Nach dem Absteppen bügele ich die abgesteppte Kante auf meinem Ärmelbügelbrett (aber nur die Kante, nicht den restlichen Stoff).
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16. Knopf annähen
Zur Fertigstellung des Verschluss nähe ich auf der anderen Seite des Schlitzes den Knopf an. Siehe da, das Kleid hat einen vollständigen Verschluss – und der kleine Dickkopf bekommt das Kleid nun problemlos über den Kopf.
17. Rüschenärmel annähen
Zuerst versäubere ich die Außenkante der Rüschenärmel mit der Overlock, damit hier später nichts ausfransen kann. Da die Rüsche recht schmal und zart ist, hätte mir hier ein umgeschlagener Saum – wenn auch schmal – nicht gefallen. Ich finde, die weiße Overlock-Naht wirkt hier fast wie eine filigrane Spitze.
Bevor ich meine Rüschenärmel versäubert habe, habe ich das an einem geschwungenen Stoffrest probiert.
Nach dem Versäubern habe ich die Fäden in der Overlocknaht vernäht und (nur) die Naht gebügelt. Das mache ich natürlich mit beiden Ärmeln.
Als Nächstes fixiere ich die versäuberten Rüschenärmel mit Stecknadeln rechts auf rechts auf die Armausschnitte. Vom Schnitt her ist es so gemacht, dass die Flügelärmel genauso lang sind wie die Armausschnitte. Das passt beim Anstecken also exakt aneinander. Der Mittelknips im Rüschenärmel gehört an die Naht, wo sich Vorder- und Rückenteil treffen.
Jetzt nähe ich beide Stofflagen mit der Overlock zusammen.
Ich vernähe Anfangs- und Endfäden in der Overlocknaht.
Nach dem Umklappen der Rüschenärmel sehe ich, dass diese durch die Naht etwas hochstehen. Auch wenn ich die Naht jetzt bügeln würde, würde sie bei jeder Bewegung des Kleides wieder hochstehen.
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Da mir das nicht gefällt, steppe ich sie kurz neben der Overlocknaht mit einem etwas kleineren Geradstich (Stichlänge 2,8 mm) von rechts ab. So schaut das Ergebnis danach aus:
So gefällt mir das schon besser:
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18. Seitennähte schließen
Als Nächste möchte ich die Seitenkanten des Kleides samt Taschenbeuteln schließen. Ich stecke das Vorder- und das Rückteil des Kleides rechts auf rechts zusammen (alle roten Stecknadeln). Danach stecke ich auch die Taschenteile rechts auf rechts zusammen (blaue Stecknadeln). Die Farben der Stecknadeln habe ich nur für euch gewählt, damit erkennbarer ist, was ich tue.
Ich steppe mit dem Geradstich meiner Nähmaschine die beiden Teile der Tasche aufeinander.
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Ich kann die NZG an der Tasche dank der Einschnitte, die ich beim Annähen der Tasche gemacht hatte, gut zurückklappen. Nach dem Zusammensteppen der Taschenteile versäubere ich die Stoffkante rundherum mit der Overlock. Das Messer hatte ich dafür weggeklappt. Anfangs- und Endfäden der Overlock habe ich in der Naht vernäht. Mit dieser doppelten Naht sind die Taschen jetzt gut gegen Löcher und Ausfransen gesichert.
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Danach nähe ich das Stück über und unter der Tasche separat mit der Overlock zusammen.
Ich kontrolliere, ob die Taschen überall dicht sind. Mich stört nur noch die bislang unversäuberte NZG auf der linken Seite der Tasche. Ich versäubere also dieses kurze Stück mit der Overlock und vernähe die Fäden. Danach bügele ich (nur) die kurze Overlocknaht und die Tasche.
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Ich drehe das Kleid auf rechts und stülpe die Tasche nach innen.
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Damit sich die Overlocknaht an den Seiten besser anlegt, steppe ich diese knappkantig über und unter der Tasche mit einem Geradstich (Stichlänge 2,8 mm) fest. Das mache ich zwei Schritten, einmal von der Achsel aus, einmal vom Saum aus.
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19. Kleid säumen
Bevor ich den Saum umschlage, versäubere ich die untere Stoffkante mit der Overlock.
Um die genaue Kleiderlänge zu ermitteln, wäre jetzt eine Anprobe hilfreich. Ich muss das leider schätzen und mich auf die Durchschnittswerte des Schnittmusters verlassen. Sollte es am Ende zu kurz sein, könnte ich immer noch eine Rüsche annähen.
Mithilfe eines Saummaßes messe ich rundherum 25 mm ab und klammere den Saum mit Stoffklammern fest.
Jetzt steppe ich den Saum von links in der Mitte der Overlocknaht ab. Damit die Naht am Saum keine Wellen schlägt, nähe ich wieder mit meinem 3,5 mm langen Geradstich. Anfang und Ende der Naht verriegele ich. Ich bügele ganz knapp die frisch entstandene untere Saumkante.
20. Fertig
Mein Kleid ist fertig! Zum Schluss dürft ihr es noch einmal von allen Seiten anschauen.
Das Kleid von vorn:
Das Kleid von hinten:
Der Halsausschnitt von vorn:
Der Halsausschnitt von hinten:
Die Nahttaschen:
21. Fazit
Obwohl das Schnittmuster kostenlos zur Verfügung gestellt wird, kann ich es nur unter großem Vorbehalt weiterempfehlen. Dies aus folgenden Gründen:
- Man hat nur das aus 3 Teilen bestehende Schnittmuster, aber keine erklärende Nähanleitung.
- Bei Fragen hat man keinen Ansprechpartner.
- Wenn man nicht eigenständig einen Verschluss einbaut, wird das Kleid nicht über den Kopf passen.
- Im Internet gibt es kein einziges Bild eines fertigen Kleides „Alissa“.
Man weiß nicht, wie der Schnitt in Wirklichkeit getragen ausschaut. - Die Armausschnitte sind sehr lang (zu lang?).
Aus den oben genannten Gründen werde ich das Kleid Alissa nicht noch einmal nähen und mich nach einem anderen Schnittmuster samt Nähanleitung und Ansprechpartner für eventuelle Nachfragen umsehen. In meinem Fall betrachte ich das Kleid Alissa als Übung für den Umgang mit dem wunderbaren Stoff Musselin.
22. In eigener Sache
Ich hoffe, ihr habt die Zeit mit mir in meiner Nähstube genossen und euch vielleicht auch in den Musselinstoff verliebt. Mein nächstes Sommerkleidchen aus Musselin wartet schon auf mich.
Wenn ihr meinen Stil mögt und Lust auf mehr kreative Ideen von mir habt, kommt mich gern auf meinem Blog oder in meinem Shop besuchen. Hier gibt es zahlreiche Anleitungen zum Basteln, Häkeln, Stricken, Filzen, Nähen und Handwerken.
Über einen netten Kommentar oder eine kleine Plauderei hier unter diesem Blogbeitrag würde ich mich freuen.
Herzliche Grüße von Ina