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Socken-Workshop Teil 1: Materialkunde, Bündchen, Schaft

Montag, 13. April 2026

Socken-Workshop

Teil 1: Materialkunde, Bündchen und Schaft

Dieser Blogbeitrag entstand anlässlich einer Anfrage meines Bruders. Er hat krankheitsbedingt öfter dicke Beine, dicke Füße und dazu von Hause aus einen hohen Spann. Deshalb findet er in Geschäften selten Socken, die ihm passen – und die auch noch wärmen. Jetzt bat er mich, ihm welche zu stricken.

Und weil es unter euch vielleicht auch ein paar Menschen gibt, die das Sockenstricken schon immer mal erlernen wollten, aber bislang mit all den knapp gefassten Anleitungen nicht klargekommen sind, gibt es heute hier eine ausführliche Strickanleitung zum Sockenstricken. Ich wünsche euch viel Freude beim Mit- und Nachmachen. Als kleinen Vorgeschmack zeige ich euch, was wir am Ende des Workshops in der Hand halten werden: na klar, Socken!

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Meine Sockenanforderungen:

  • Socken in Größe 44/45
  • Sehr dehnbares Bündchen
  • Genügend Platz für hohen Spann
  • Dehnbares Muster für den Fuß

1. Materialien

  • ca. 100 bis 150 g Sockenwolle
    (4-fädig, Menge variiert nach Sockengröße, Lauflänge: 100 g/420 m, bei mir beispielhaft „Oregon“ von Wollbutt, Farb-Nr. 106303)
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  • Nadelspiel der Stärke 2 und 2,5 (5 Nadeln, 15 oder 20 cm lang)
    (bitte Maschenprobe machen und Nadelstärke danach auswählen; später dazu mehr)
  • Sticknadel, Stopfnadel
  • Maßband oder Lineal
  • Handarbeitsschere
  • Zettel und Stift für Notizen

2. Die Sockenwolle

Es gibt sehr viele verschiedene Sockenwollen. Sie unterscheiden sich in der Qualität, der Materialzusammensetzung, den Wärmeeigenschaften, der Optik. Es gibt einfarbige, handgefärbte, selbst musternde und sogar welche mit Glitzer.

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Meine besonderen Lieblinge sind die in Handarbeit gefärbten Sockenwollen. Ich bin jedes Mal darauf gespannt, wie sich das Farbspiel beim Stricken entwickelt.

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Die meisten Sockengarne bestehen heute aus Naturfasern (meist Schurwolle oder Merinowolle) mit etwas Polyamid/Nylon. Diese Kombination sorgt für strapazierfähige, formstabile, reißfeste und gleichzeitig warme und weiche Socken – also ideal für ein alltagstaugliches Kleidungsstück.

Der Wollanteil sollte mindestens 75 % betragen. Der Rest sind notwendige synthetische Fasern, die die zarten Wollfasern zusammenhalten. Ich bevorzuge zudem mulesingfreie Wolle, die nach dem Ökotex-Standard 100 zertifiziert ist. Manche sind so zart und geschmeidig, dass sie fast zu schade zum Sockenstricken sind. Man kann daraus zum Beispiel auch wunderbar Puppensachen stricken oder häkeln. Hier genügen ja schon kleinste Wollreste.

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Und wenn man Ende einen großen Berg Sockenwollreste hat, kann man diese auch mehrfädig verarbeiten. Es entsteht automatisch ein interessantes Farbspiel. Hier habe ich beispielsweise daraus ein Heidetuch gestrickt.

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Oft lesen wir auf der Banderole den Begriff „Superwash“. Das bedeutet, dass diese Wolle durch eine spezielle Behandlung maschinenwaschbar gemacht wurde. Dafür wurden die feinen Schuppen der Wollfaser teilweise abgetragen und der Faden mit einer dünnen Polymer-Schicht ummantelt. Damit verfilzt die Wolle beim Waschen deutlich weniger. Allerdings ist sie durch diese Behandlung etwas weniger wärmend.

Für mein Sockenprojekt nehme ich ganz normale klassische Sockenwolle, die zu 75 % aus Schurwolle und 25 % Polyamid besteht. Mein Bruder wäscht seine Socken immer als Buntwäsche in der Waschmaschine. Für ihn müssen sie also auch alltagstauglich in der Pflege sein.

In jedem Fall sollte man vor dem Kauf einer Sockenwolle das Etikett ganz genau studieren.

3. Was sagt das Etikett aus?

Schauen wir uns diese (beispielhafte) Banderole einmal genauer an. Welche Hinweise gibt sie uns?

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  • Bezeichnung
    Name des Garns, Hersteller, Farbnummer, Partienummer
     
  • Lauflänge
    Bei klassischer Sockenwolle sind das meistens 410 Meter auf 100 g Wolle.
     
  • Materialzusammensetzung
    Hier wird angegeben, woraus die Wolle ganz genau besteht. Falls Allergien bestehen, muss man das hier berücksichtigen.
     
  • Pflegehinweise
    Sie zeigen uns mit Symbolen an, wie die Wolle bzw. die daraus gefertigten Kleidungsstücke gewaschen und gepflegt werden möchten. Die Symbole auf meiner Banderole bedeuten von links nach rechts:
    Schonwaschgang bei höchstens 40 Grad, nicht bleichen, nicht im Trockner trocknen, Bügeln bei höchstens 110 Grad und ohne Dampf, professionelle Trockenreinigung mit Perchlorethylen und/oder Kohlenwasserstoffen im schonenden Prozess erlaubt.
     
  • Materialverbrauch
    Bei Socken in Größe 46 benötigt man laut dieser Banderole 100 g Wolle. Das ist aber nur die Angabe auf dieser Sockenwolle. Bei anderen Herstellern und Wollsorten kann der Verbrauch anders sein.
     
  • Nadelstärke
    Die empfohlene Nadelstärke für diese Wolle beträgt 2 bis 3. Das betrifft Strick- und Häkelnadeln.
     
  • Maschenprobe
    Wenn man ein Musterstück glatt rechts strickt, sollte man bei meiner Wolle bei einem Ausschnitt von 10 cm × 10 cm auf 30 Maschen und 42 Reihen kommen. Diese Angaben auf der Banderole basieren auf dem Durchschnitt. Wenn man allerdings nach einer speziellen Strickanleitung arbeitet, sollte man die dortigen Werte der Maschenprobe als Vergleichsgrundlage nehmen.
     
  • Gütesiegel
    Meine verwendete Wolle wurde nach OEKO-TEX Standard 100 geprüft.
    Das OEKO-TEX®-Label bestätigt, dass die Produkte geprüft wurden und ihr Gehalt an schädlichen oder potenziell schädlichen Chemikalien und Farbstoffen im Rahmen des Zulässigen liegt.

4. Welche Stricknadeln eignen sich am besten zum Sockenstricken?

Die meisten Strickanleitungen basieren auf dem Stricken mit einem Nadelspiel, das aus 5 Nadeln besteht. Auch bei der größten Schuhgröße genügen meiner Erfahrung nach Nadeln mit einer Länge von 15 cm. Wer sich mit längeren Nadeln (20 cm) sicherer fühlt, kann natürlich auch diese nehmen – oder beide Längen mischen.

Es gibt Nadeln aus verschiedenen Materialien: Holz, Metall, Karbon, Bambus usw.

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Meine Lieblingsnadeln zum Sockenstricken sind die bunten Strumpfstricknadeln  „Symfonie“ von KnitPro (Nr. 1). Sie habe eine polierte Oberfläche und einen warmen Griff. Sie sind nicht zu glatt und nicht zu stumpf, also genau richtig zum Sockenstricken. Ich würde sie auch Strickanfängern empfehlen. 

Für geübte Stricker finde ich die Stricknadeln „Karbonz“ (Nr. 3) sehr empfehlenswert. Sie sind aus einer Hightech Karbonfaser, was sie leicht und gleichzeitig extrem bruchfest macht. Durch die vernickelten Messingspitzen gleiten die Maschen wie von selbst von der Nadel. Für Strickanfänger finde ich deshalb zu glatt.

Die Bambus-Nadeln (Nr. 4) sind sehr leicht und biegsam. Je nach vorliegender Qualität sind sie mir aber manchmal zu stumpf oder ruppig. Man muss sich beim Stricken mehr anstrengen, was bei mir zu Nackenverspannungen führt.

Die 20 cm langen Metall-Nadeln (Nr. 2, Nadelstärke 3) lagen einer gekauften Sockenwolle-Packung bei. Mit ihnen kann ich gar nicht stricken. Sie sind mir in der Hand zu glatt und insgesamt zu lang und zu schwer. Und Stärke 3 finde ich zum Sockenstricken auch zu dick. Aber wer sie mag, soll sich von meiner Einschätzung nicht abhalten lassen.

Im Vergleich aller Nadeln empfehle ich Strickanfängern gern die Nadeln „Symfonie“ von KnitPro, mit denen auch ich meine Socken am liebsten stricke:

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5. Welche Nadelstärke ist die richtige?

Auf den meisten Banderolen steht die allgemeine Nadelstärkenempfehlung 2 bis 3. Ich stricke gern mit Nadelstärke 2,5. Dann wird mein Gestrick etwas dichter und das Maschenbild gleichmäßiger. Aber das muss jeder für sich ausprobieren, da jeder eine andere Arbeitsweise und Fadenspannung hat.

Generell gilt: Die kleineren Nadelstärken (also 2) eignen sich für alle, die relativ locker stricken. Die größeren Stärken (also 3) sind für diejenigen, die eher fester stricken. Ich liege mit meiner Nadelstärke 2,5 in der goldenen Mitte.

Auch die jeweils verwendete Sockenwolle muss in Kombination mit der Nadelstärke beachtet werden. Obwohl jede Sockenwolle gleich stark ist, was man an der Lauflänge (in der Regel 410 bis 420 m auf 100 g) ablesen kann, sieht das Maschenbild bei verschiedenen Sockenwollen unter Verwendung der gleichen Nadelstärke doch unterschiedlich aus.

Man sollte also vor dem Sockenstricken immer eine Maschenprobe anfertigen. Erst wenn man dort mit dem Maschenbild zufrieden ist, sollte man mit dem Sockenstricken starten. Es steckt schließlich viel Arbeit im Sockenstricken, und für ein schönes Ergebnis kann man so auch im Vorfeld schon sorgen. Man kann sich die Angaben dann für den späteren Einsatz dieser Wolle notieren. Somit fällt nur eine Maschenprobe mit dieser Wolle an. 

6. Die Maschenprobe

Wir stricken ein mindestens 12 cm × 12 cm großes Stück im Muster glatt rechts. Ich schlage dafür aus Erfahrung 40 Maschen an und stricke 50 Reihen. Die fertige Maschenprobe muss man nun leicht anfeuchten oder vorsichtig dämpfen und liegend trocknen lassen. Dann kann man die Maschen und die Reihen auf 10 cm × 10 cm auszählen und mit seiner Vorgabe in der Anleitung vergleichen.

Zählt man mehr Maschen bzw. mehr Reihen, wählt man die Nadelstärke etwas größer. Zählt man weniger Maschen bzw. Reihen, wählt man die Nadelstärke etwas kleiner.

Ich würde da aber nicht zu streng sein, da sich Gestricktes trotz kleiner Abweichungen gut anpasst. Mit jedem Paar gestrickter Socken sammelt man seine Erfahrungen und weiß dann, welche Nadelstärke zum individuellen Strickstil und zur jeweiligen Wolle passt. 

7. Wie viel Wolle benötige ich?

Auf jeder Banderole steht drauf, wie viel Wolle man für Socken in einer bestimmten Größe benötigt. Man geht hier von einem normalen Strickmuster und einer normalen Sockenhöhe aus. Strümpfe, die einen höheren Schaft haben (Kniestrümpfe), benötigen logischerweise mehr Wolle. Und Sneaker-Socken mit einem sehr niedrigen Schaft benötigen weniger Wolle.

Auf meiner Banderole der 4-fädigen Sockenwolle von Wollbutt, die ich in dieser Anleitung für Sockengröße 44/45 verstricke, ist der Materialbedarf so angegeben:

  • Gr. 38 bis 43 = ca. 100 g Sockenwolle
  • Ab Gr. 44 = bis 150 g Sockenwolle

8. Der Maschenanschlag

Jedes Werk beginnt mit dem Maschenanschlag. Der vermutlich verbreitetste ist der klassische Kreuzanschlag. Meine Mutti brachte ihn mir schon in der Kindheit bei. Aber taugt er auch für meine Anforderung mit dem elastischen Bündchen für dicke Beine? Oder gibt es andere Maschenanschläge, die für meinen Zweck besser sind? Schauen wir uns die gängigsten Maschenanschläge einmal kurz an:

  • Kreuzanschlag (klassisch)
    Der Standardanschlag ist fest und elastisch. Er ist für fast alle Strickprojekte geeignet.
     
  • Norwegischer/Deutscher Maschenanschlag
    Das ist eine Variante des Kreuzanschlags. Er ist besonders elastisch und gut geeignet für Sockenbündchen, Mützen oder Ärmelabschlüsse.
     
  • Italienischer Maschenanschlag
    Dieser schafft eine saubere, etwas rundliche Kante. Er ist perfekt für Rippenmuster (1 rechts, 1 links).
     
  • Aufstricken (Knit Cast On)
    Hier werden die Maschen wie rechte Maschen angestrickt. Es wird kein langes Fadenende benötigt. Dieses Aufstricken von Maschen ist ideal zum Erweitern von Strickstücken.
     
  • Türkischer Maschenanschlag
    Er wird genutzt, um Maschen in der Runde (z. B. für die Spitze bei Toe-Up-Socken) unsichtbar anzuschlagen.
     
  • Häkelanschlag
    Dieser ist sehr elastisch und sieht ordentlich aus. Er wird oft bei provisorischen Anschlägen genutzt.
     
  • Judy’s Magic Cast On
    Ein sehr beliebter Anschlag für die Zehenspitze bei Socken, der keine Naht hinterlässt.
     
  • Provisorischer Maschenanschlag
    Hier arbeiten wir mit einem Hilfsfaden, um später Maschen wieder aufzunehmen (z. B. für nachträglich gestrickte Bündchen).

Da meine Socken einem Menschen mit dicken Beinen und hohem Spann passen sollen, muss sich das Bündchen beim Anziehen also sehr weit dehnen lassen und sich danach wieder gut an das Bein anlegen. Deshalb benötige ich einen besonders elastischen Maschenanschlag. Ich verschiedene Maschenanschläge, die als besonders elastisch beschrieben werden, ausprobiert. Manche waren mir gar zu elastisch.

Am Ende habe ich mich für den normalen Kreuzanschlag mit zwei Stricknadeln der Stärke 2 entschieden. Die Fäden habe ich bei der Maschenaufnahme straff an die Nadeln angezogen. Wenn ich später eine Stricknadel herausziehe, sind die Maschen genau richtig dehnbar.

9. Wie viele Maschen muss ich anschlagen?

Die Maschenzahl für die Aufnahme kann man in einer gängigen Tabelle zum Sockenstricken ablesen. Wenn man diese Angaben nutzen möchte, sollte man vorher aber eine Maschenprobe gemacht haben, denn die Angaben in der Tabelle basieren auf den Ergebnissen der dortigen Maschenprobe. Eure Maschenprobe muss also mit der Maschenprobe in der Tabelle übereinstimmen. Auf 10 cm × 10 cm sind es 30 Maschen und 42 Reihen/Runden.

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Für meine gewünschte Sockengröße 44 schlage ich also 68 Maschen straff auf zwei Nadeln der Stärke 2 an.

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10. Das Bündchen

Das Bündchen hat die Funktion, die Socke am Bein zu halten und sie am Herunterrutschen zu hindern. Außerdem soll das Bündchen einen dekorativen oberen Abschluss der Socke darstellen. Es gibt nun viele verschiedene Muster und Varianten, wie man ein Bündchen stricken kann:

  • Rippen-Bündchen
    Sie werden aus rechten und linken Maschen gestrickt und sind sehr elastisch. Man kann sie in verschiedenen Maschenfolgen stricken.
     
  • Roll-Rippenbündchen
    Sie sind besonders dekorativ. Hier strickt man ein paar Runden glatt rechts, das Bündchen rollt sich dann automatisch ein. Damit es später aber am Bein anliegt, muss man im Anschluss noch ein kleines Rippenmuster stricken. Man kann statt einer Rolle auch mehrere stricken.
     
  • Zopf-Rippenbündchen
    Hier kommen Muster ins Spiel. Man strickt nach einem bestimmten Muster kleine Zöpfe und kombiniert diese mit einem feinen Rippenmuster. Hier ist es angeraten, sich das Strickschema aufzuzeichnen. Die Zopf-Rippenbündchen ziehen das Bündchen sehr zusammen – eine Anprobe ist deshalb unbedingt erforderlich.
     
  • Rüschenbündchen
    Gerade für Mädchen- oder Damensocken finde ich diese Variante sehr verspielt und dekorativ. Man nimmt dafür mehr Maschen auf als für ein normales Bündchen und reduziert nach der gestrickten Rüsche die Maschenzahl. Nach den Rüschen muss man ein kurzes Rippenbündchen stricken, damit sich die Socke gut an den Fuß anlegt. 

Mein Bündchenmuster muss für den bequemen Einstieg und die Anpassung (auch an einen dickeren Fuß) unbedingt elastisch sein. Es soll sich aber auch perfekt anlegen, ohne zu stremmen. Deshalb habe ich mich für ein feines Rippenmuster entschieden.

Nach der Maschenaufnahme ziehe ich eine der beiden Nadeln heraus und stricke die ersten 17 (meiner 68) Maschen auf Nadel 1.

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In der ersten Reihe/Runde stricke ich [1 Masche rechts, 1 Masche links].

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Nach 17 Maschen nehme ich Nadel 2 und stricke die nächsten 17 Maschen auf die nächste Nadel. Das setze ich mit Nadel 3 und 4 fort.

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Damit es ein rundgestricktes Bündchen wird, schließe ich die Nadeln 1 und 4 zur Runde. Ich sortiere meine Maschen, sodass alle in der gleichen Richtung nach innen liegen und keine Nadel verdreht ist. Dann stricke ich mit Nadel 1 weiter.

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Das Muster geht so: [1 M rechts-verschränkt, 1 M links].
Das stricke ich fortlaufend über alle 4 Nadeln. Beim Übergang zur nächsten Nadel passe ich auf, dass ich die erste Masche schön eng stricke, sonst gibt es hier später optisch „Gässchen“.

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Ab hier stricke ich mit der Nadelstärke 2,5 weiter.

11. Länge des Bündchens

Jeder kann das Bündchen so lang stricken, wie er mag. Die Faustregel für Unentschlossene lautet:
Man strickt so viele Runden, wie man Maschen auf einer Nadel hat. Daran halte ich mich. Da ich 17 Maschen auf der Nadel habe, ist mein Bündchen also 17 Runden hoch.

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12. Der Schaft

Der Schaft bezeichnet den Sockenteil zwischen Bündchen und Knöchel. Es ist der kreativste Teil einer Socke. Hier kann man sich mustermäßig frei entfalten: Zopfmuster, Durchbruchmuster, Ringelmuster – alles ist möglich, was maschenmäßig Platz hat und uns bzw. dem künftigen Besitzer gefällt.

Da ich mit euch ganz einfache, unkomplizierte Socken stricken möchte, die in der Hauptsache funktional sind, habe ich mich für ein einfaches und zugleich elastisches Muster entschieden. Wer möchte, kann bei seinen späteren Sockenmodellen gern schmückende Muster ausprobieren. Meinem Bruder sind Muster egal, solange die Socken passen und wärmen.

13. Mein elastisches Rippenmuster für den Schaft

Ich habe mich für ein grobes, elastisches Rippenmuster entschieden. Das dehnt sich wie erforderlich aus und zieht sich an den schmaleren Stellen des Beins automatisch zusammen. Somit legt es sich gut an die individuelle Beinform an.

Ich stricke folgende Musterfolge: [3 M rechts, 1 M links].

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Auf jeder der 4 Nadeln habe ich 17 Maschen. Man kann die Maschen auch ein wenig umverteilen, wenn man den Rapport lieber in einem anderen Rhythmus stricken möchte. Mir gefällt es immer gut, wenn ich bei einer neuen Nadel mit einer rechten Masche starte. Das Muster schaut nach ein paar Runden so aus:

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Ihr seht, es sind automatisch dicke Rippen entstanden, die das Strickwerk etwas zusammenziehen. Deshalb liegt es besser am Bein an, als wenn wir den Schaft glatt rechts gestrickt hätten.

Nach ein paar gestrickten Runden prüfe ich, ob sich das Bündchen weit genug dehnt. Wenn möglich, sollte man eine Anprobe am Fuß des künftigen Besitzers machen. Wenn das nicht möglich ist, muss man das abschätzen. Bei meinem Bündchen sehe ich, dass es sich sehr weit dehnt und danach artig wieder zusammenzieht.

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14. Wie lang soll der Schaft sein?

Auch hier kann man es wieder machen, wie man möchte und benötigt. Für Socken mit längerem Schaft muss man an den eventuellen Mehrbedarf an Wolle denken. Sneaker-Socken müssen dagegen einen kurzen Schaft haben, da bleiben Reste für andere Projekte übrig. Für meine Herrensocken gefällt mir eine Schaftlänge von 17 cm gut.

Als Faustregel für Ratlose gilt: Die Schaftlänge soll zwei Drittel der Fußlänge in Zentimetern betragen.

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In jedem Fall solltet ihr am Ende die Runden des fertigen Schaftes zählen und notieren. Wenn die zweite Socke genauso hoch werden soll wie die erste, ist die Rundenanzahl genauer als eine gemessene Zentimeterangabe.

An dieser Stelle möchte ich euch meine Sockenbretter vorstellen. Es gibt sie für alle Sockengrößen. Damit kann man Socken ein bisschen hübscher präsentieren und auch Anproben nachahmen.

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Man kann sie im Internet kaufen oder als Heimwerker selbst basteln. Die Sockenbretter sind maßlich den realen Sockengrößen angepasst, was bei einer Anprobe hilfreich ist.


An dieser Stelle machen wir eine Pause. Ihr müsst die erste Socke eures Lebens ja nicht an einem Tag fertig stricken. Im zweiten Teil des Socken-Workshops geht es mit der Fersenwand und der Ferse weiter. So wird sie ausschauen:

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Ich hoffe, bis hierher seid ihr gut mitgekommen und freut euch auf die Fortsetzung.


15.  In eigener Sache

Für heute bedanke ich mich für eure Aufmerksamkeit und eure Zeit, die ihr mit mir verbracht habt. Wenn ihr meinen Stil mögt und Lust auf mehr kreative Ideen von mir habt, kommt mich gern auf meinem Blog oder in meinem Shop besuchen. Hier gibt es zahlreiche Anleitungen zum Basteln, Häkeln, Stricken, Filzen, Nähen und Handwerken.

Über einen netten Kommentar, ein Dankeschön für die kostenlose Anleitung oder eine kleine Plauderei hier unter dem Blogbeitrag würde ich mich freuen. Für heute verabschiede ich mich von euch und wünsche gutes Gelingen und viel Freude beim Nacharbeiten.

Herzliche Grüße von Ina


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