Ich wollte schon länger mal wieder etwas mit der Addi Express Kingsize machen und Armstulpen passen für mich gerade perfekt in den Herbst.
Die Konstruktion ist dabei wirklich simpel: Wir stricken einfach einen Schlauch, schließen später beide Enden und nähen das Ganze längs zusammen. Für den Daumen lassen wir dabei einfach eine kleine Öffnung frei.
Das Schöne daran ist, dass wir auf der Strickmaschine selbst gar nichts Besonderes machen müssen. Keine Zu- oder Abnahmen, kein kompliziertes Daumenloch und eigentlich auch nichts, woran man groß verzweifeln kann.
Wenn du noch nicht so viel Erfahrung mit der Strickmühle hast, schau dir gern vorher meine beiden Praxisguides an.
Im „Strickmühlen Praxisguide #1: Projekte, Garnwahl, Grenzen“ findest du die wichtigsten Grundlagen rund um geeignete Garne, sinnvolle Projekte und die Grenzen der Strickmühle.
Im „Strickmühlen Praxisguide #2: Erste Projekte – Beanie & Loop“ geht es dann schon etwas praktischer weiter und ich zeige dir erste einfache Projekte für den Einstieg.
Für die Armstulpen hier setze ich deshalb ein paar Grundlagen bereits voraus und konzentriere mich hauptsächlich auf die eigentliche Konstruktion und das saubere Schließen des Strickstücks.
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Material
Für meine Armstulpen habe ich ein Batik-Acrylgarn mit einer Lauflänge von 360 m auf 100 g verwendet. Laut Hersteller ist es für Stricknadeln in Stärke 4 bis 4,5 mm gedacht.
Ich würde für dieses Projekt kein sehr dickes Garn nehmen. Die Stulpen werden am Ende doppelt liegen und wären mit einem zu dicken Garn schnell ziemlich wuchtig.
Ein Farbverlaufsgarn bietet sich hier übrigens wirklich gut an. Durch das sehr gleichmäßige Maschenbild der Strickmaschine kommt der Farbverlauf richtig schön zur Geltung.
Du brauchst:
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Addi Express Kingsize
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dein eigentliches Garn
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etwas Restgarn
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einen Markierungsfaden in einer gut sichtbaren Farbe
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Häkelnadel
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Schere
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Maßband
Größe und Passform
Mit den Angaben aus dieser Anleitung bekommst du im Grunde eine Art Einheitsgröße.
Das Strickstück ist sehr elastisch und passt dadurch wirklich vielen unterschiedlichen Armumfängen.
Wenn du sehr schmale Arme hast, kannst du die Fadenspannung etwas erhöhen. Dadurch wird das Gestrick etwas enger und der fertige Schlauch schmaler.
Bei kräftigeren Armen machst du es entsprechend andersherum und arbeitest mit etwas weniger Fadenspannung.
Hier würde ich eventuell auch eher die kürzere Variante mit 50 (ca. 20 cm Gesamtlänge) oder 60 Runden (ca. 24 cm Gesamtlänge) wählen. Der Arm wird Richtung Ellenbogen deutlich breiter und bei sehr langen Stulpen muss das Strickstück oben natürlich entsprechend mehr Umfang aufnehmen.
Wie groß die Stulpen am Ende genau werden, hängt aber immer auch ein bisschen vom Garn und von deiner persönlichen Fadenspannung ab.
Ein paar Hinweise vorab
Restfaden und Markierungsfaden
Ich arbeite bei solchen Projekten eigentlich immer mit drei verschiedenen Fäden: einem Restfaden, einem Markierungsfaden und dem Garn, aus dem später das eigentliche Projekt besteht.
Der Restfaden kommt ganz am Anfang und am Ende zum Einsatz. Direkt dazwischen stricke ich jeweils eine Runde mit einem gut sichtbaren Markierungsfaden.
Das macht das spätere Abnehmen deutlich einfacher.
Wenn wir die Maschen gesichert haben, können wir den Markierungsfaden einfach herausziehen. Der Restfaden fällt dann im Grunde von allein ab und muss nicht mühsam Masche für Masche aufgetrennt werden.
Beim Fadenwechsel langsam starten
Bei jedem Fadenwechsel würde ich die ersten Runden ganz bewusst etwas langsamer kurbeln.
Achte außerdem darauf, die Fäden in der Mitte der Strickmaschine immer wieder gut nach unten zu ziehen. So haben die frisch gestrickten Maschen genug Zug und können sauber von den Nadeln übernommen werden.
Gerade direkt nach einem Fadenwechsel kann es sonst schnell passieren, dass einzelne Maschen nicht richtig abgestrickt werden oder sich der Faden nicht sauber einlegt.
Nach ein paar Runden kannst du dann wieder ganz normal weiterkurbeln.
Die Fadenspannung macht einen großen Unterschied
Bei der Strickmaschine bestimmt die Fadenspannung ziemlich stark, wie sehr sich das fertige Strickstück später zusammenzieht.
Ganz grob kann man sagen: Je höher die Fadenspannung, desto enger wird das Gestrick und desto schmaler fällt das fertige Stück aus.
Deshalb können die Maße bei dir ein bisschen anders ausfallen als bei mir, selbst wenn du genau dieselbe Rundenzahl strickst.
Möglichst gleichmäßig durchkurbeln
Versuche außerdem, die Fadenspannung während des gesamten Strickens möglichst gleichmäßig zu halten.
Wenn es geht, würde ich das Strickstück komplett am Stück durchkurbeln.
Gerade beim Stoppen und späteren Weiterstricken verändert sich die Fadenspannung schnell ein wenig und das sieht man später häufig im Strickbild.
Musst du zwischendurch doch aufhören, achte beim Weiterarbeiten einfach darauf, den Faden wieder ungefähr genauso zu führen wie vorher.
Los geht's
Wir starten mit einem Restfaden und schlagen damit alle Maschen auf der Addi Express Kingsize an.
Falls du beim Maschenanschlag noch unsicher bist, schau dir vorher meinen Beitrag „Strickmühlen Praxisguide #2: Erste Projekte – Beanie & Loop“ an. Dort zeige und erkläre ich den Anschlag ganz langsam und Schritt für Schritt.
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Anschließend strickst du etwa 5 bis 7 Runden mit dem Restgarn.
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Danach wechselst du auf deinen Markierungsfaden und strickst damit genau eine Runde.
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Jetzt kommt das eigentliche Garn.
Damit stricke ich für meine Stulpen 70 Runden.
Das ergibt relativ lange Armstulpen. Wenn du sie kürzer möchtest, kannst du einfach weniger Runden arbeiten.
Als grobe Orientierung:
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70 Runden = lange Stulpen (ca. 28 cm)
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60 Runden = mittlere Länge (ca. 24 cm)
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50 Runden = eher kurze Stulpen (ca. 20 cm)
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Nach der letzten Runde mit deinem eigentlichen Garn wechselst du wieder auf den Markierungsfaden und strickst damit noch einmal genau eine Runde.
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Danach folgen wieder ungefähr 5 Runden mit Restgarn.
Anschließend schneidest du den Faden ab und legst das Ende in die Mitte des Strickschlauchs.
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Jetzt kurbelst du noch ungefähr zwei Runden ohne Faden weiter.
Dadurch löst sich das Strickstück nach und nach von der Maschine.
Strickstück in Form ziehen
Wenn das Strickstück direkt von der Maschine kommt, sieht es meistens erst einmal ziemlich zusammengeschoben aus.
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Zieh den Schlauch deshalb einmal ordentlich der Länge nach auseinander.
Dadurch richten sich die Maschen aus und das gesamte Strickbild wird deutlich gleichmäßiger.
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Die Enden schließen
Jetzt schließen wir zuerst die beiden offenen Enden.
Lege den Schlauch dafür glatt vor dich.
Der Endfaden des eigentlichen Garns sollte links an der Kante herauskommen.
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Auf der gegenüberliegenden Seite siehst du zwischen den Maschen des Markierungsfadens kleine Querfäden.
Genau diese brauchen wir jetzt.
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Nimm mit der Häkelnadel den ersten Querfaden auf.
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Danach gehst du immer abwechselnd von links nach rechts und ziehst den jeweils nächsten Querfaden wie bei einer Kettmasche durch die Schlaufe auf deiner Häkelnadel.
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So arbeitest du dich einmal komplett über die Kante.
Am anderen Ende angekommen, ziehst du den Endfaden noch einmal durch die letzte Schlaufe und sicherst damit alles.
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Jetzt kannst du den Markierungsfaden herausziehen.
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Der Restfaden löst sich dadurch fast von allein vom Strickstück.
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Auf der anderen Seite machst du genau dasselbe.
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Seitennaht und Daumenloch
Jetzt wird der Schlauch längs geschlossen.
Miss von der oberen Kante zunächst ungefähr 5 cm nach unten.
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An dieser Stelle setzen wir mit der Häkelnadel an.
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Nimm dafür wieder einen Faden der Randmasche auf, der zur Öffnung hin zeigt, und verbinde ihn mit der gegenüberliegenden Seite.
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Auch hier arbeitest du wieder abwechselnd rechts und links und ziehst den nächsten Faden immer durch die Schlaufe auf deiner Häkelnadel.
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Arbeite dich so bis zur oberen Kante hoch.
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Dort ziehst du den Endfaden durch die letzte Schlaufe und sicherst die Naht.
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Jetzt bleibt das Daumenloch frei.
Miss dafür von der geschlossenen Naht wieder ungefähr 5 cm nach unten.
Diese 5 cm bleiben offen.
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Unterhalb davon setzt du wieder mit der Häkelnadel an und schließt die restliche Seitennaht bis ganz nach unten.
Achte dabei darauf, dass du auf beiden Seiten wirklich immer auf derselben Höhe bleibst.
Wenn du zwischendurch in der Masche verrutschst, zieht sich die Naht schnell schief und das sieht man später.
Zwischendurch also ruhig immer mal kontrollieren, ob beide Seiten noch schön gleichmäßig aufeinanderliegen.
Damit ist die erste Stulpe auch schon fertig.
Die zweite arbeitest du genauso.
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Stulpen anpassen
Wenn dir die Stulpen zu lang sind, kannst du die Rundenzahl beim Stricken einfach reduzieren.
Auch das Daumenloch kannst du natürlich etwas größer oder kleiner machen, falls die 5 cm für deine Hand nicht passen.
Und wie schon oben erwähnt, kannst du über die Fadenspannung auch ein bisschen beeinflussen, wie weit oder schmal die Stulpen am Ende werden.
Wenn du magst, kannst du die erste Stulpe nach dem Schließen auch einmal anprobieren und schauen, ob das Daumenloch für dich angenehm sitzt. So kannst du die zweite bei Bedarf noch ein kleines bisschen anpassen.
Zum Schluss werden nur noch die übrigen Fadenenden auf der Innenseite vernäht.
Fertig
Und das war es eigentlich auch schon.
Ich mag diese Variante sehr, weil sie auf der Strickmaschine wirklich schnell gemacht ist und man für das Daumenloch keine komplizierte Technik braucht.
Gerade mit einem schönen Farbverlaufsgarn macht das Projekt richtig was her, obwohl es eigentlich ziemlich simpel ist
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