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Wie ich zur Handarbeit kam:
Wenn ich hier in Irland mit meiner Strick- oder Häkelarbeit unterwegs bin, werde ich oft gefragt, wie ich das gelernt habe. Viele staunen darüber, dass man so etwas selbst machen kann, und bewundern die fertigen Stücke.
Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass ich damals in der Schule in der Schweiz Handarbeit als Fach hatte. Auch wenn ich es damals überhaupt nicht toll fand und mich manchmal gefragt habe, wozu ich das jemals brauchen würde. Hätte mir damals jemand gesagt, dass Handarbeit einmal so ein großer Teil meines Lebens werden würde, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht.
Hier in Irland wurde oder wird Handarbeit in vielen Schulen gar nicht unterrichtet. Deshalb hatten viele nie die Möglichkeit, die Grundlagen überhaupt zu lernen.
Nach der Schule hatte ich dann viele Jahre lang kein Interesse mehr an Handarbeit. Stricken und Häkeln verschwanden komplett aus meinem Leben. Erst als ich Mitte zwanzig in ein ziemlich dunkles Loch geriet, fand ich irgendwie wieder zurück dazu. Ich begann wieder zu stricken und kurze Zeit später auch zu häkeln. Was als kleiner Zeitvertreib begann, wurde mit der Zeit zu einer großen Leidenschaft.
Heute kann ich mir mein Leben ohne Handarbeit kaum noch vorstellen. Ich kann eigentlich keinen Abend einfach nur dasitzen, ohne etwas in den Händen zu haben. Wenn ich am Strand sitze und keine Handarbeit dabeihabe, fühlt es sich irgendwie leer an. Als würde etwas fehlen.
Deshalb habe ich fast immer ein Strick- oder Häkelprojekt in meiner Tasche. Egal ob beim Warten, auf Ausflügen, am Strand oder einfach zwischendurch. Für den Fall der Fälle ist immer etwas Garn dabei.
Warum Handarbeit beim Stressabbau hilft:
Heutzutage kämpfen viele Menschen mit Angstzuständen oder übermäßigen Sorgen. Das dauernde Gedankenkarussell, das Grübeln und die ständig kreisenden Gedanken scheinen oft nicht aufzuhören.
Wenn ich meine Stricknadeln oder meine Häkelnadel in die Hand nehme, kommen meine Gedanken langsam zur Ruhe. Weg von allem und hin zum Maschenzählen, Reihenzählen, wie ich das Muster arbeiten will, zu Farben und Materialien und einfach weg von den Alltagssorgen. Endlich stellt mein Kopf einmal ab.
Wer sich mit Stressabbau und mentaler Gesundheit beschäftigt, kommt an diesem Wort kaum vorbei: Achtsamkeit. Bei der Handarbeit konzentriert man sich bewusst auf das Hier und Jetzt. Auf die nächste Masche, die nächste Reihe und die Arbeit in den eigenen Händen.
Es ist fast wie eine Meditation. Das rhythmische Klicken der Nadeln, das Gefühl des Garns, das durch die Finger gleitet, und das Gefühl, etwas geschafft zu haben.
Dieses Gefühl, wenn man ein Projekt fertig hat, auch wenn es noch so klein ist, kann die Ausschüttung von Dopamin fördern. Man freut sich über das, was man geschaffen hat, und hat direkt ein sichtbares Ergebnis vor sich.
Durch die gleichmäßigen Bewegungen beim Stricken oder Häkeln kann das parasympathische Nervensystem aktiviert werden. Dadurch können Stressreaktionen im Körper abgeschwächt werden und auch der Cortisolspiegel kann sinken. Das Stresshormon wird also reduziert, was wiederum einen positiven Effekt auf Blutdruck und Puls haben kann.
Zudem fordert Handarbeit verschiedene Bereiche des Gehirns gleichzeitig. Konzentration, Planung, Kreativität und Feinmotorik arbeiten dabei zusammen. Man kommt aus den negativen Gedankenspiralen heraus und trainiert ganz nebenbei auch noch sein Gehirn.
Handarbeit verbindet:
Man kann so toll ein Teil einer Community werden und sich bei Strick- oder Häkelgruppen beteiligen. Gemeinsam stricken, häkeln und tratschen, zusammen über Wolle, Garne und Häkelnadeln quatschen.
Dadurch fühlt man sich oft weniger allein. Gerade wenn man vielleicht nicht viele Menschen mit den gleichen Interessen im Freundeskreis hat, kann es schön sein, sich mit anderen auszutauschen, die die gleiche Leidenschaft teilen.
Auch hier bei Crazypatterns kann man sich toll austauschen und sehen, was andere alles gemacht und erschaffen haben. Ich finde es immer wieder schön, die Projekte anderer zu bewundern, sich inspirieren zu lassen und sich gegenseitig zu unterstützen. Man merkt schnell, dass man mit seinem Hobby nicht allein ist.
Wann Handarbeit das Gegenteil verursachen kann:
Irgendwie habe ich es gelernt, mich immer selbst zu stressen. Mir ständig Druck zu machen. Den ganzen Tag wusle ich herum, arbeite meine Listen ab und bin gestresst und genervt.
Vor einigen Jahren habe ich dann auch noch mein Hobby zu einem Nebeneinkommen gemacht und damit natürlich einen weiteren Stresspunkt für mich geschaffen. Ich habe immer das Gefühl, etwas erreichen zu müssen. Ich setze mir diese Ziele selbst und mache mir diesen Druck auch selbst.
An diesem Punkt habe ich gemerkt, dass sich die Handarbeit bei mir vom Stressabbau ins Gegenteil gedreht hat und zusätzlichen Stress verursacht hat. Statt einfach nur zu stricken oder zu häkeln und den Moment zu genießen, dachte ich ständig daran, was als Nächstes fertig werden muss, welche Anleitung noch geschrieben werden sollte oder was noch auf meiner To-do-Liste steht.
Das Problem war dabei nicht die Handarbeit selbst, sondern der Druck, den ich mir gemacht habe. Aus einem Hobby, das mir eigentlich helfen sollte, abzuschalten, wurde zeitweise etwas, das mich zusätzlich belastet hat.
Ich bin ein richtiger Handarbeitsaholic. Eigentlich bin ich ständig am Stricken oder Häkeln. Aber ab und an schaffe ich es, mich so sehr selbst zu stressen, mit allem: Arbeit, Haus, Kindern, Garten und Hühnern, dass ich einfach einmal eine Pause brauche.
Dann denke ich mir: Ich lasse das alles. Keine neuen Projekte, keine neuen Blogbeiträge, keine neuen Anleitungen. Einfach etwas weniger. Ich setze alles auf 0.
Ich komme dennoch immer wieder darauf zurück:
Ich mache dann meistens einfach eine Pause, wenn mir alles zu viel wird. Genau diese Pausen tun mir meistens gut und geben mir wieder Energie. Das dauert dann manchmal ein paar Tage, Wochen oder auch schon mal Monate. Aber dann bin ich wieder da. Habe neue Inspirationen, neue Ideen und neue Projekte. Ich kann einfach die Finger nicht davon lassen.
Ich habe aber in den letzten Jahren endlich gelernt, alles mehr zu genießen und mich selbst weniger zu stressen. Ich denke, dass vor allem viele Frauen ein besonderes Talent haben, sich selbst zu stressen. Ja, wir haben immer viel zu tun. Als Mütter, Ehefrauen, Hausfrauen, mit Job und allem, was sonst noch dazugehört.
Aber irgendwie hat es in den letzten Monaten in meinem Kopf Klick gemacht und ich stresse mich endlich nicht mehr dauernd selbst. Am Ende des Tages habe ich eigentlich immer meine Aufgaben erledigt und hatte sogar noch Zeit für etwas Sport. Und das alles, ohne mich zu stressen. Also ohne diesen ständigen Druck im Kopf und alles, was immer so gerne mitkommt, wenn man dauernd gestresst ist.
Also bin ich wieder hier. Entspannt beim Stricken und Häkeln, neben meinem Job, dem Haushalt, den Kindern und den Hühnern. (Oh ja, ich kann nicht ohne meine lieben Hühner. 😊)
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Ich manage mein Leben ohne Stress und ohne Druck, schaffe, was ich schaffen kann, und genieße Masche für Masche.
Ich hoffe, dir hat mein Blogbeitrag gefallen. In Zukunft wirst du auf meinem Blog bei Crazypatterns viele weitere kostenlose Anleitungen finden. Klicke dazu einfach oben auf den Reiter „Beiträge“. Um keine Neuigkeiten zu verpassen, folge mir hier – so bleibst du immer auf dem Laufenden!