Kindertasche im Patchwork-Style
Heute nehme ich euch mit in meine Nähstube und zeige euch, wie man aus bunten Stoffresten eine hübsche Kindertasche nähen kann. Ich wünsche euch viel Freude beim Anschauen und Nachmachen.
Das hier wollen wir nähen: Eine kunterbunte Tasche mit Innenfutter.
1. Materialien
- Viele bunte Stoffreste aus 100 % Baumwolle
- Quilters Grid*
- Maßband
- Patchworklineal
- Rollschneider
- Schneidematte
- Stoffschere, Stickschere
- Nähmaschine
- Nähgarn
- Bügeleisen (mit Dampffunktion)
- Mini-Bügeleisen
- Bügeltisch/Bügelunterlage
- Ärmelbügelbrett
- Backpapier
- Kugelschreiber
- Stoffklammern
*Quilters Grid ist eine sehr dünne aufbügelbare Vlieseinlage mit Klebepunkten von Vlieseline. Sie hat ein aufgedrucktes hellbraunes Raster in Inch, an dem wir uns bei einer Patchwork-Arbeit orientieren können.
2. Stoffempfehlungen
Wir benötigen viele bunte Stoffreste aus Baumwolle. Alle sollten aus 100 % Baumwolle, gewaschen und ungefähr von der gleichen Stärke sein. Stoffe mit Elasthan-Anteil sind nicht geeignet.
Wir bügeln alle infrage kommenden Stoffe mit Dampf, da man nur auf glatten Stoffen korrekt abmessen und zuschneiden kann. Gerade bei kleinen Nähprojekten ist exaktes Abmessen und Zuschneiden besonders wichtig.
3. Vorbereiten der Bügelfläche für das Quilters Grid
Bevor wir uns gleich mit den bunten Stoffen beschäftigen, bereiten wir erst einmal unsere Arbeitsfläche zum Aufbügeln des Quilters Grid vor.
Wir bügeln jetzt zwar, aber ein Bügelbrett ist zu klein und zu weich für die folgende Aufgabe. Deshalb bügeln wir auf einem stabilen Tisch – bei mir passt die Arbeitsplatte meines Schreibtischs.
Wir legen uns ein mehrmals gefaltetes Leinen- oder Baumwolltuch (z. B. Laken oder Tischdecke) auf die Arbeitsfläche und streichen es glatt aus. Wer Angst um seine Arbeitsplatte hat, kann unter das Laken Thermolan legen – das ist eine gegen Feuchte und Hitze isolierende Schicht. Ich benötige das nicht. Wir arbeiten ohne Dampf und das Bügeleisen steht auch nicht extrem lange auf einer Stelle. Aber entscheidet das selbst.
Weiterhin benötigen wir ein Bügeleisen ohne Dampf und einen Stift als Hilfsmittel zum Anzeichnen.
Wir legen das Quilters Grid auf die Bügelunterlage. Die Seite mit den Klebepunkten ist oben. Wenn wir mit der Hand darüber streichen, spüren wir die erhabenen Klebepunkte.
4. Zuschnitt Quilters Grid
Bevor wir uns an die bunten Stoffe machen, schneiden wir die gewünschte Form aus dem Quilters Grid aus. Wie die genau ausschauen soll, legen wir im Folgenden fest.
Meine Tasche soll von der Anzahl und Anordung der Quadrate her so aufgebaut sein:
- auf den beiden großen Vorderseiten:
drei bunte Quadrate nebeneinander und drei bunte Quadrate übereinander - auf den beiden schmalen Taschenseiten:
zwei Quadraten nebeneinander und drei Quadraten übereinander - für den Boden:
drei Quadraten in der Breite und zwei Quadraten in der Höhe
So schaut das schematisch dargestellt aus:
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Wir schauen uns das Quilters Grid an. Die Linien des Rasters liegen in einem Abstand von 1 Inch, was 2,54 cm entspricht. Die 4 Hundertstel nach dem Komma vernachlässige ich bei der folgenden Berechnung. Das verschwindet später in der Nahtzugabe.
Meine Stoff-Quadrate – sog. Patches – sollen im Zuschnitt 7,5 cm x 7,5 cm groß sein. Das macht, dass ein Patch auf dem Quilters Grid drei kleine Kästchen (3 x à 2,5 cm) in der Höhe und drei kleine Kästchen (3 x à 2,5 cm) in der Breite bedeckt. Das macht insgesamt 24 kleine Kästchen in der Höhe und 27 kleine Kästchen in der Breite auf dem Quilters Grid – angeordnet wie im oben gezeigten Schema.
Ich zähle die Kästchen auf dem Quilters Grid ab und schneide mir die Form gemäß obiger Skizze aus.
Achtung: Die Reste nicht wegwerfen, man kann sie – auch aneinandergelegt – für weitere Projekte verwenden.
5. Ermittlung Anzahl der Patches
Die Größe der einzelnen Quadrate (= sog. Patches) bestimmt über die tatsächliche Größe der Tasche. Jedes Patch ist 7,5 cm x 7,5 cm groß. Nach Abzug der nähfüßchenbreiten Nahtzugaben (von 6 mm) beim Vernähen ergibt das am Ende eine Tasche mit der Größe von ca. 18 cm Höhe, 18 cm Breite und 12 cm Tiefe. Würde man die Patches kleiner oder größer zuschneiden, würde sich die Größe der Tasche entsprechend ändern.
Gemäß meiner obigen schematischen Vorlage benötige ich also insgesamt 36 bunte Stoffquadrate.
6. Zuschnitt der Patches
Mithilfe eines Rollschneiders, in den wir eine neue Klinge eingelegt haben, und eines Patchworklineals schneiden wir uns auf einer Schneideunterlage 36 Patches aus unseren gebügelten Baumwollstoffen zu.
Ich möchte sie später in keinem bestimmten Muster legen und kann mir deshalb die schönsten Stoffe für den Zuschnitt heraussuchen. Bei der Wahl des Ausschnittes auf dem Stoff muss man bedenken, dass von den 7,5 cm x 7,5 cm Zuschnitt nach Abzug der Nahtzugaben noch 6 cm x 6 cm sichtbar sind.
Wir sichten unsere Stoffvorräte und wählen die schönsten Stoffe aus. Meine Stoffe sollen alle recht bunt und farbenfroh sein, und sie müssen gut miteinander harmonieren. Wir bügeln die Stoffreste mit dem Dampfbügeleisen.
Ich arbeite beim rechtwinkeligen Zuschnitt sehr gern mit sog. „Patchwork-Linealen“. Jedes Patch soll 7,5 cm × 7,5 cm groß sein. Die NZG sind schon enthalten. Zuerst begradigen wir eine Seite. Dann schneiden wir uns 7,5 cm hohe Streifen zu. Danach schneiden wir von den Streifen 7,5 cm hohe Stücke ab.
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Wir schneiden uns 36 Patches im Format 7,5 cm x 7,5 cm zu.
7. Positionieren der Patches auf dem Quilters Grid
Beim Auflegen der Quadrate richten wir uns nach den aufgedruckten Linien auf dem Quilters Grid. Der Linienabstand auf dem Quilters Grid beträgt 2,5 cm. Jedes 7,5 cm x 7,5 cm große Patch passt demzufolge genau auf 9 kleine Quadrate des Quilters Grid.
Jetzt legen wir die Patches nach dem oben gezeigten Schema auf das zugeschnittene Stück Quilters Grid.

8. Aufbügeln der Patches
Jetzt fixieren wir mit der Hitze unseres Bügeleisens (ohne Dampf) die aufgelegten Patches auf dem Quilters Grid. Wir schalten das Bügeleisen bei Stufe 2 bis 3 an. Um unsere Stoffe zu schützen, legen wir ein Stück Backpapier auf unser Werk.
Wir stellen das Bügeleisen auf die rechte untere Ecke unseres Werkes und belassen es dort für ca. 10 bis 12 Sekunden. Wir bewegen das Bügeleisen nicht! Dann heben wir es an und versetzen es eine Position neben die von eben. Dort lassen wir es wiederum 10 bis 12 Sekunden unbewegt stehen. Ich zähle immer bis 12. Während dieser kurzen Wartezeit verschmelzen die Klebepunkte auf dem Quilters Grid mit der linken Seite unserer Patches.
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Wir versetzen das Backpapier und arbeiten uns Stück für Stück über die gesamte Fläche.
Am Ende lassen wir unser Werk auskühlen, sodass alle Klebepunkte aushärten können. Danach kontrollieren wir, ob alles Patches festkleben.
Wir legen unser Werk mit der rechten Seiten nach hin und bügeln einmal über die gesamte Fläche.
9. Die Seitenteile der Tasche absteppen
Wir stellen bei unserer Nähmaschine einen normalen Geradstich ein. Ich behalte die Standardeinstellungen meiner Nähmaschine bei. Wir nähen nähfüßchenbreit (also 6 mm) von der Kante/Knickkante entfernt auf dem Quilters Grid entlang. Die Nähgeschwindigkeit unserer Nähmaschine stellen wir so ein, dass wir sicher eine gerade und saubere Naht hinbekommen.
Jetzt wird genäht! Wir steppen zuerst alle rot markierten Nähte ab, danach die blau markierten.
Wir klappen die erste senkrechte Spalte nach hinten um. Sie fällt beim Umlegen von allein in die richtige Position. Die Stoffe von Spalte 1 und 2 liegen somit rechts auf rechts. Wir bügeln die Knickfalte.
Wir steppen die Knickfalte mit einem kleinen Geradstich nähfüßchenbreit (6 mm) ab. Ich belasse es wieder bei den erprobten und überprüften Standardeinstellungen meiner Nähmaschine. Anfang und Ende der Naht verriegeln wir.
Wir haben eine Naht im Abstand von 6 mm (= nähfüßchenbreit) zur Stoffkante.
Das Ganze wiederholen wir nun mit der nächsten und allen weiteren rot und blau markierten Kanten auf unserem Werk. Der Ablauf ist immer gleich:
- Wir klappen eine Spalte Patches um.
- Wir bügeln die Knickfalte.
- Wir steppen die Knickfalte nähfüßchenbreit mit Geradstich.
Das führen wir Naht für Naht aus. Unser Werk schaut jetzt so aus:
Jetzt schneiden wir mit einer spitzen, schmalen Schere das Vlies in der Knickfalte und damit die Nahtzugaben auseinander.
Danach bügeln wir die Nahtzugaben auf der linken Seite unseres Werkes sorgfältig auseinander.
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Das machen wir Naht für Naht.
So schaut unser Werk jetzt aus:
Jetzt bügeln wir unser Werk auch von der rechten Seite.
10. Die langen Nähte der Tasche absteppen
Wir steppen nun die drei langen, schwarz markierten Stoffkanten ab. Die Vorgehensweise ist genauso wie bei den kurzen Steppnähten davor.
Also:
1. Wir klappen einen Streifen um, sodass er unter unserem Werk liegt.
Wir bügeln die Knickkante.
2. Wir fixieren die gebügelte Knickkante mit Stoffklammern.
3. Wir steppen die Knickkante nähfüßchenbreit mit kleinem Geradstich ab.
Anfang und Ende der Naht verriegeln wir mit ein paar Rückstichen.
4. Wir schneiden die NZG mit einer feinen Schere auf.
5. Wir bügeln die NZG erst von links auseinander, danach noch einmal von rechts.
6. Das wiederholen wir für jede Naht.
Am Ende schaut unser Werk so aus:
11. Taschenboden absteppen
Die letzten Nähte, die wir absteppen müssen, sind die für den Boden der Tasche. Das sind die rot markierten im folgenden Bild.
Hier müssen wir eine Besonderheit beim Nähen beachten:
Bei jeder der vier Steppnähte startet die Naht nach der NZG von 6 mm und endet 6 mm vor der Stoffkante.
Jede Naht bleibt also an den Enden 6 mm frei von der Naht. Diese freien Stellen benötigen wir später als NZG für das Zusammennähen der vier Taschenseiten. Deshalb reichen meine roten Linien auf dem Bild auch nicht bis in die Ecken.
Wir klammern die zwei langen, sich gegenüberliegenden Seiten zusammen.
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Diese steppen wir wie oben beschrieben nähfüßchenbreit zusammen. Wir starten mit der Naht 6 mm ab Stoffkante. Ich verriegele den Beginn der Naht mit der Punktverriegelung meiner Nähmaschine. Danach nähen wir im Geradstich weiter, bis wir 6 mm vor der Stoffkante sind. Wir beenden die Naht und verriegeln sie.
Wir bügeln die Nähte, schneiden die NZG auf, bügeln die NZG auf links auseinander und bügeln dann die auseinander gebügelte Naht noch einmal von rechts. Das kennt ihr ja alles schon.
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Danach folgen noch die beiden kurzen Boden-Nähte, die wir genauso absteppen wie die anderen zuvor. Auch hier starten wir mit der Naht wieder 6 mm ab Stoffkante und enden 6 mm vor der Stoffkante.
Wir klammern die beiden kurzen Kanten zusammen.
Die Geradstich-Naht startet nach 6 mm und endet 6 mm vor Ende der Stoffkante (siehe rote Pfeile).
Wir bügeln die NZG auseinander.
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Die Außenhülle unserer Tasche ist damit fertig.
Tipp:
Mein Außenstoff ist durch das Aufbügeln auf das Quilters Grid stabil genug für meine kleine Taschengröße. Wäre meine Tasche größer oder hätte ich meine Tasche ohne Quilters Grid gefertigt, würde/müsste ich für mehr Stand Vlieseline H640 oder Schabrackenvlies auf die linke Seite des Außenstoffes aufbügeln.
12. Zuschnitt für Innenfutter fertigen
Da wir unsere Tasche später noch füttern wollen, nehmen wir an dieser Stelle das Schnittmuster für den Futterstoff ab. Dafür legen wir unser Werk auf den gebügelten Futterstoff aus stabiler Baumwolle (bei mir eine alte Bettwäsche).
Mit einem Kugelschreiber markieren wir uns alle Innen- und Außenecken unseres Werkes. Wir nehmen unser Werk weg und verbinden die Eck-Markierungen mit einem langen Lineal.
Mit einer Stoffschere schneiden wir die Form aus. Unser Futterstoff ist damit exakt so groß wie unser Außenstoff.

Wir legen den Futterstoff zur Seite und machen mit dem Außenteil unserer Tasche weiter. Dort geht es nun mit den Henkeln weiter.
13. Die Henkel anfertigen
Eine Tasche braucht Henkel – und diese fertigen wir uns jetzt an. Ich suche mir einen passenden Baumwollstoff aus, der bereits im Patchwork-Teil vorkommt. Ich schneide mir aus dem gebügelten Stoff mit dem Rollschneider und unter Nutzung eines Patchworklineals auf einer Schneideunterlage zwei Stoffstreifen zu. Die Streifen haben eine Größe von 10 cm x 30 cm.
Ich schlage die kurzen Stoffkanten 1,5 cm um und bügele die gefalzten Kanten.
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Jetzt falte ich den Streifen einmal längs zusammen und bügele die Kante. Danach falte ich die langen Stoffkanten bis knapp zur Mitte und bügele die Kanten mit meinem Mini-Bügeleisen.
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Für die Stabilität und Polsterung des Henkels lege ich einen passend zugeschnittenes Stück Vlies (ohne Klebeschicht) in das Innere des Henkels ein. Mein Vlies-Einleger ist 2,3 cm hoch und 17 cm lang.
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Ich klappe alles wieder zu und bügele den gefalteten Henkel samt Inhalt mit Dampf. Damit sind alle Stoffkanten scharfkantig gebügelt. Danach klammere ich die beiden offenen Längskanten zusammen.
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Jetzt steppe ich den Henkel rundherum knappkantig ab. Ich beginne mit der geklammerten Seite. Den Anfang und das Ende der Naht verriegele ich mit meiner Punktverriegelung. Danach bügele ich den fertigen Henkel mit Dampf.
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Das Ganze wiederhole ich beim zweiten Henkel.
14. Die Henkel feststeppen
Wir klammern die beiden Henkel mittig an die Längsseiten der Tasche. Zum Positionieren orientieren wir uns an unseren Quadraten und messen dann mit einem Lineal den Abstand ab mittlerem Quadrat exakt ab.
Die Rundungen der Henkel zeigen nach innen.
Wir steppen die Henkel knappkantig (3 mm) auf der Tasche fest. Anfang und Ende der Naht verriegeln wir.
Zur Orientierung: Meine knappkantige Naht verläuft auf der Steppnaht des Henkels, den ich ja auch knappkantig abgesteppt hatte.
Damit schaut die Außenhülle meiner Tasche mittlerweile so aus:
15. Seitenkanten beim Außenstoff schließen
Wir nähen nun die Seitenkanten der Tasche zusammen. Für das Zusammennähen benötigen wir je 6 mm NZG von der äußeren Stoffkante, die wir vorhin beim Zusammensteppen der Bodenkanten offengelassen hatten.
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Wir klammern die zwei Seitenkanten einer Taschenecke rechts auf rechts zusammen.
Als Tasche aufgestellt sehen wir, wie die Nähte der beiden Stoffkanten in der Ecke unten exakt aufeinandertreffen.
Wir steppen nun beide Stoffkanten nähfüßchenbreit, also 6 mm, mit einem Geradstich zusammen. Anfang und Ende der Naht verriegeln wir. Ich starte dabei mit der Punktverriegelung genau auf der Boden-Naht in der Ecke. Damit bleiben darüber die 6 mm ab Stoffkante frei.
Beim folgenden Bild seht ihr ganz links (das ist die Ecke am Boden), dass die Naht erst nach der 6 mm-NZG startet.
Wir kontrollieren mit einem Blick von außen die Ecke.
Danach klammern wir die beiden gegenüberliegenden Seitenkanten rechts auf rechts zusammen und nähen auch diese wie soeben beschrieben zusammen.
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Die Naht startet wieder in der Ecke nach der NZG. Hier treffen sich quasi beide Nähte (siehe rechtes Bild). Dann führen wir die Geradstich-Naht aus und verriegeln sie am Ende.
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Auf die gleiche Art und Weise nähen wir jetzt auch die anderen beiden Seiten der Tasche zusammen.
Damit ist unsere Außentasche fast fertig. Da sich die NZG an den Seiten- und Bodenkanten nur schwer auseinander bügeln lassen, schneide ich sie mit einer Stoffschere bis auf 3 mm zurück. An den Ecken müssen wir ein wenig aufpassen, dass wir nicht zu viel abschneiden, sonst bekommt unsere Ecke womöglich ein Löchlein.
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Damit ist die Tasche aus Außenstoff fertig.
Jetzt wenden wir uns der Innentasche aus Futterstoff zu.
16. Die Innentasche
Den Zuschnitt für die Innentasche hatten wir ja schon vorhin vom Außenstoff abgenommen. Jetzt nähen wir die vier Seitenkanten zusammen. Wir klammern die vier Seiten rechts auf rechts mit Stoffklammern zusammen.
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Wir nähen die vier Stoffkanten nähfüßchenbreit mit dem Geradstich zusammen. Anfang und Ende der Naht verriegeln wir. Danach bügeln wir die NZG auseinander.
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Damit ist das Innenfutter unserer Tasche auch schon fertig.
17. Außenhülle und Futterstoff zusammennähen
Jetzt haben wir eine Tasche aus Außenstoff mit Henkeln und eine Tasche aus Futterstoff. Wir drehen den Futterstoff auf rechts, die Außentasche bleibt auf links.
Wir stecken das Innenfutter in die Tasche. Die Stoffe liegen jetzt rechts auf rechts. Wir klammern sie bis auf eine schmale Seite zusammen. Diese eine schmale Seite ohne Klammern ist unsere Wendeöffnung.
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Wir nähen die geklammerte Stoffkante mit Geradstich nähfüßchenbreit zusammen. Die Naht startet nach der Wendeöffnung und endet vor der Wendeöffnung. Anfang und Ende der Naht verriegeln wir.
Mit dieser Steppnaht nähen wir automatisch auch die Henkel noch ein zweites Mal fest. Die jetzige Steppnaht verläuft neben der Steppnaht, mit der wir vorhin die Henkel knappkantig (also 3 mm) festgesteppt hatten.
So schaut das am Ende fertig aus:
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Jetzt holen wir das Innenfutter heraus und ziehen die ganze Tasche durch die Wendeöffnung.
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Wir greifen durch die Wendeöffnung in die Tasche und formen die Ecken mit einem geeigneten Gegenstand aus. Wenn wir danach das Futter wieder in die Tasche stopfen, schaut unsere Tasche so aus:
Jetzt bügeln wir die obere Kante ganz exakt, das Innenfutter soll von außen nicht sichtbar sein. Ich mache das immer so, dass ich die beiden Henkel auf mein kleines Ärmelbügelbrett fädele und dann die Stoffkante dazwischen mit meinem Mini-Bügeleisen bügele.
Die Wendeöffnung schlagen wir 6 mm nach innen um und bügeln sie ebenfalls.
18. Finish
Wir haben nun oben eine saubere Kante gebügelt. Damit diese uns dauerhaft erhalten bleibt und das Futter nicht wieder herauskommt, steppen wir die obere Kante im letzten Arbeitsschritt auf der schönen Außenseite knappkantig mit einem Geradstich ab. Anfang und Ende der Naht verriegeln wir. Mit dieser letzten Steppnaht schließen wir automatisch auch die gebügelte Wendeöffnung.
Dadurch, dass wir im Laufe der Näharbeit dreimal die Henkel festgesteppt haben, halten sie sicher und stabil.
Fertig!
Zum Schluss gibt es noch ein paar Fotos meiner fertigen Tasche:
19. In eigener Sache
Das war es für heute mit meinem Kreativprojekt. Ich hoffe, meine Idee und Ausführung haben euch gefallen. Vielleicht habe ich euch ja sogar zum Nachmachen angeregt? Wer keine Lust auf das Arbeiten mit Quilters Grid hat, kann die Tasche auch ohne dieses nähen, muss den Patchwork-Außenstoff dann aber mit H640 oder einer Schabrackeneinlage verstärken.
Wenn ihr meinen Stil mögt und Lust auf mehr kreative Ideen von mir habt, kommt mich gern auf meinem Blog oder in meinem Shop besuchen. Hier gibt es zahlreiche Anleitungen zum Thema Nähen, Häkeln, Stricken, Basteln, Filzen und Handwerken.
Herzliche Grüße von Ina