Niedliche Propeller-Mütze für Babys und Kleinkinder
Im Herbst gibt es in der Familie meines Sohnes Nachwuchs. Das bedeutet, ein neues kleines Menschlein kommt auf die Erde und möchte von allen liebevoll umsorgt und verwöhnt werden. In erster Linie natürlich von den Eltern und Geschwistern. Aber auch wir als Großeltern können uns einbringen. Mein Part besteht darin, dass ich warme und weiche Sachen für das Baby anfertige. Die könnte man natürlich kaufen. Aber ihr wisst ja, die ganz besonderen Sachen kann man nicht kaufen, sondern nur mit viel Liebe und Sorgfalt selber machen.
Und schon sind wir beim Hauptdarsteller des heutigen Blogbeitrags. Wir nähen gemeinsam eine niedliche Babymütze mit einem kleinen Propeller obenauf – so schaut meine aus:
Bevor es in die Nähstube geht, plaudern wir noch ein wenig über selbst gemachte Babysachen. Vielleicht ist ja noch eine passende Idee für euch dabei. Die ganz Ungeduldigen können natürlich auch gleich bis zur Nähanleitung vorscrollen.
1. Gestricktes fürs Baby
Natürlich arbeite ich schon seit einiger Zeit an dieser Aufgabe. Ein paar Sachen sind auch schon fertig. Zum Beispiel habe ich eine schöne warme und weiche Babydecke aus Merino-Schnurwolle in Salbei, der Lieblingsfarbe der werdenden Mutti, gestrickt.
Auch warme Flauschsocken für die Mama und das Kind durften nicht fehlen.
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Und auch gestrickte Mützen und eine kuschelige Hose aus wunderbar weicher Wolle sind entstanden.
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Die gestrickten Baby- und Kindersachen gefallen mir deshalb so gut, weil sie aus weicher Merino-Wolle sind und deshalb besondere Eigenschaften mitbringen, die für die Babys sehr wichtig sind. Schauen wir uns die Mützen doch einmal genauer an.
2. Vorteile einer gestrickten Babymütze
Ich habe in meinem Leben schon viele Mützen für meine Kinder und Enkel gestrickt. Strickmützen aus echter Wolle sind etwas ganz Besonderes. Die Wolle hat gerade für Mützen ganz wunderbare Eigenschaften:
- Durch den hohen Wollanteil ist sie zuverlässig wärmend.
- Die Wärme wird gehalten.
- Da Wolle atmungsaktiv ist, wird ein Überhitzen des Kopfes verhindert.
- Sie ist wunderbar weich und sanft zur zarten Babyhaut.
Was es für einen Unterschied es macht, ob man Babysachen aus Wolle oder eben Nichtwolle fertigt, möchte ich euch anhand eines Vergleichs aus unterschiedlichen Jahrzehnten zeigen.
3. Strickmützen früher und heute
Modell Nr. 1 aus dem Jahr 2018
Für mein Enkelkind habe ich 2018 dieses Set, bestehend aus Mütze und Jäckchen gestrickt. Ich habe herrlich weiche Merinowolle verstrickt. Das schöne Zopfmuster ziert den diagonalen Verschluss der Jacke und das Bündchen der Mütze. So etwas Schönes aus so hochwertiger Wolle kann nur wärmen, sieht gut aus und ist weich genug für Babys. So kennt ihr das sicherlich auch. Ihr seht ein Modell, verliebt euch darin, kauft die Anleitung, prüft die Wolleigenschaften im Vorfeld, kauft die Wolle im Internet, habt die Farbauswahl, bekommt die Wolle nach Hause geliefert und legt los. Das ist heute gängige Praxis. Aber wie war das früher?
Früher – in meinem Fall im Jahre 1989, also noch zu DDR-Zeiten – war das ganz anders. Wer Lust auf eine kleine Zeitreise hat, liest jetzt weiter. Alle anderen dürfen natürlich auch gern schon zur Nähanleitung vorscrollen.
Modell Nr. 2 aus dem Jahre 1989
Vor 37 Jahren habe ich für meinen Sohn dieses Set, bestehend aus Mütze, Jäckchen und Schühchen, gestrickt. Verstrickt habe ich hellblaues und weißes Garn aus Wolpryla. Das ist ein synthetisches Garn aus der DDR-Textilindustrie, was nichts mit echter Wolle zu tun hat. Reine Schurwolle war im DDR-Alltag eher Mangelware und zudem sehr teuer. Deshalb strickte man meist mit Garnen aus Synthetikfasern wie Polyacryl und Dederon. Solche Acrylgarne gibt es heute auch zu kaufen – nur ich mag sie nicht (mehr).
Diese synthetischen Garne waren preiswert, haltbar, unempfindlich und immer erhältlich. Leider luden sie sich immer statisch auf, sodass es beim An- und Ausziehen jedes Mal knisterte und die Funken flogen. Auch die Haare waren nach dem An- oder Ausziehen eines solchen Kleidungsstücks immer statisch aufgeladen und standen wie Antennen vom Kopf ab. Könnt ihr euch noch daran erinnern?
Die wunderbaren Eigenschaften von echter Wolle konnten die daraus gefertigten Kleidungsstück somit natürlich nicht aufweisen. Aber ihr seht, es wurde trotzdem freudig getragen:
Nun wieder zurück ins Jahr 2026 und zu unserem heutigen Projekt!
4. Genähte Babymützen
Ihr habt gesehen, man kann sehr schöne Babymützen stricken. Da ich aber gern nähe und es so viele schöne Stoffe gibt, wollte ich fürs kommende Baby natürlich auch Mützen nähen. So ist neulich in meiner Nähstube die erste genähte Mütze fürs Baby entstanden. Diese hier ist für 6 bis 12 Monate gedacht. Nach dem Schnittmuster kann man Mützen für Babys und Kinder im Alter von 0 bis 2 Jahren nähen.
Man kann die Mützen wunderbar in Vorbereitung auf ein kommendes Baby nähen oder als Geschenk zur Geburt an die frisch gebackenen Eltern verschenken.
5. Vorteile einer genähten Babymütze
Der größte Vorteil von genähten Babymützen ist, dass wir sie schnell aus ein paar Stoffresten nähen können. Es gibt so viele hübsche Stoffe in allen Farben und Mustern, da findet sich für jeden Geschmack das Passende.
Man kann sie fix in verschiedenen Größen nähen. Da alle gewählten Stoffe einen kleinen Elasthan-Anteil enthalten, sind sie dehnbar, wachsen somit eine Weile mit und springen immer wieder in die genähte Ausgangsform zurück. Man kann sie problemlos in der Waschmaschine waschen und im Trockner trocknen.
6. Wünsche und Anforderungen an meine Babymütze
Die Wünsche an meine genähte Babymütze sind:
- Ich möchte zwei schöne Stoffe haben, die harmonisch zusammenpassen.
- Die Stoffe müssen nach OEKO-TEX® STANDARD 100 zertifiziert, also auf Schadstoffe, geprüft sein.
- Die Stoffe dürfen nicht zu bunt sein, weil die Eltern eher gedeckte Farben lieben.
- Beide Stoffe sollen weich und angenehm sein.
- Die Stoffe müssen einen kleinen Elasthan-Anteil haben.
- Die Mütze soll keine drückende Naht am Hinterkopf haben.
- Die Mütze muss in der Waschmaschine waschbar und trocknertauglich sein.
7. Material
Wir benötigen:
- Drucker zum Ausdrucken des Schnittmusters
- Papierschere
- Klarsichtfolie für transparentes Schnittmuster
- Zwei verschiedene Sorten Baumwolljersey
- Selbst löschenden Stift zum Anzeichnen
- Stoffschere
- Nähmaschine mit passendem Nähgarn
- Bügeleisen mit Dampffunktion
- Kleine Stickschere
8. Stoffempfehlungen
Unser Mützen-Schnittmuster eignet sich am besten für Stoffe mit Vier-Wege-Stretch. Das bedeutet, dass der Stoff in beide Richtungen dehnbar ist – also ideal für eine bequem sitzende Babymütze.
Ich empfehle für diese Mütze gern einen mittelschweren Strickstoff (also Jersey) aus Baumwolle. Ihr findet ihn unter dem Begriff „Baumwolljersey“ in den gängigen Handarbeitsshops. Man kann aber auch sehr gut Stoffreste verarbeiten.
Der Stoff sollte ungefähr aus 95 % Baumwolle und 5 % Elasthan/Lycra bestehen. Der kleine Elasthan-Anteil sorgt dafür, dass der leicht elastische Stoff immer wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt.
Da wir auch Stoffreste verwenden dürfen, wo wir nichts über die Stoffzusammensetzung und Dehnbarkeit wissen, müssen wir etwas genauer hinschauen. Um herauszufinden, ob und wie der Stoff sich in beiden Richtungen dehnt, machen wir eine Probe. Wir dehnen ein ca. 5 cm großes Stück Stoff in eine Richtung und halten das gedehnte Stoffstück an ein Lineal. Wir merken uns die Zahl. Dann wiederholen wir den Vorgang in der entgegengesetzten Richtung. Auch diesen gedehnten Stoff messen wir am Lineal. Wir haben nun einen Vergleich beider Stoffrichtungen. Wir wählen die Richtung mit der größten Dehnbarkeit für den Verlauf um den Kopf herum.
Je nach Jahreszeit kann man dünnere oder dickere Stoffe für seine Mütze wählen. Infrage kämen:
- Sommer: Baumwoll-Jersey mit Elasthan, Bambus Baumwoll-Jersey mit Elasthan
- Sommer, Frühjahr, Herbst: Rippstrick
- Frühjahr, Herbst: Baumwoll-French-Terry mit Elasthan
- Herbst und Winter: Sweatshirt-Fleece
9. Schnittmustersuche
In Nähzeitschriften und im Internet finden sich zahlreiche kostenpflichtige und kostenlose Schnittmuster für Baby- und Kindermützen. Welches Modell euch gefällt, müsst ihr selbst entscheiden – und auch, ob und wie viel Geld ihr für das Schnittmuster und die Nähanleitung ausgeben wollt.
Bei komplizierten Nähprojekten kaufe ich mir auch ein Schnittmuster, aber eine Mütze finde ich vom Schnitt her sehr einfach. Da greife ich gern auf ein kostenloses Schnittmuster aus dem Internet zurück. Das kostenlose Schnittmuster, was ich hier in meinem Blog nacharbeite, habe ich auf der englischen Internetseite von red poppy gefunden. Das Schnittmuster wird einem nach Eingabe der E-Mail-Adresse (ja, nichts ist wirklich umsonst) kostenlos zur Verfügung gestellt. Da ich hier keinen Link einsetzen darf, müsst ihr folgende Wörter in die Suchmaschine eingeben: Sweet red poppy Knot Baby Hat Free Sewing Pattern.
Vielen Dank an dieser Stelle von mir und sicherlich auch im Namen aller, die diesen Blogbeitrag lesen, an die Autorin für die kostenlose Bereitstellung des Schnittmusters.
Mir hat diese Mütze hauptsächlich wegen ihrer niedlichen Form mit der Schleife oben gefallen. Allerdings fand ich auch wichtig, dass es keine Nähte am Hinterkopf gibt, auf dem das Baby ja oft liegt. Die Mütze ist schnell an- und ausgezogen. Das breite Bündchen lässt sich gut über die Ohren ziehen, sodass sie vor Zugluft geschützt sind. Bänder – wie bei meiner obigen Strickmütze aus dem Jahre 1989 – hat man heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr.
10. Das Schnittmuster
Das Schnittmuster umfasst 5 Seiten für zwei verschiedene Mützenformen. Ihr könnt jede der zwei Mützen in 6 verschiedenen Größen von 0 bis 2 Jahren nähen. Wir drucken uns das Schnittmuster (PDF) in Originalgröße an unserem Drucker aus.
Die beiden Schnittmuster unterscheiden sich in der obigen Gestaltung.
Mir gefällt die rechte Variante mit den zwei Öhrchen, die zu einer Schleife geknotet werden, besser. Deshalb nähe ich nur diese. So wird bei Mädchenmützen die obige Schleife zum niedlichen Hingucker. Bei Jungsmützen sage ich einfach Propeller dazu. So schaut das dann aus:
Wir kleben die zwei Seiten des Schnittmusters zusammen. Das Schnittmuster für das Bündchen ist für beide Mützenformen gleich. So schaut das komplette Schnittmuster für die Mütze aus:
Wir wählen unsere Größe und schneiden das Schnittmuster mit einer Papierschere an den entsprechenden Linien aus. Meine Mütze soll im Alter von 6 bis 12 Monate passen.
Da ich beim Zuschnitt gern das Muster auf dem Stoff sehen möchte, lege ich den Papierzuschnitt für das obere Mützenteil auf eine Folie (Aktenhülle), umrande ihn mit einem Kugelschreiber und schneide das Teil aus.
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11. Stoffzuschnitt
Wir haben alle infrage kommenden, gut zusammenpassenden und gewaschenen Baumwolljerseystoffe herausgesucht. Welche Stoffe man wählt, hängt zuerst davon ab, ob man die Mütze für einen Jungen oder ein Mädchen näht.
Außerdem ist wichtig, welche Jahreszeit herrscht, wenn das Baby in dem Alter ist, wo es diese Mütze tragen soll. Meine Mütze soll im Alter von 6 bis 12 Monaten passen, das ist bei mir der Zeitraum März bis September. Meine Stoffe könnten also für den Sommer aus dünnem Baumwolljersey oder für Frühjahr und Herbst aus etwas dickerem Stoff sein. Hier meine möglichen Varianten:
Wir bügeln die zwei ausgewählten Stoffe.
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Wir starten mit dem Mützen-Oberteil. Wir legen den Stoff mit der linken Seite auf die Arbeitsfläche, streichen ihn glatt aus und platzieren darauf das transparente Schnittmuster. Dank der Transparenz des Schnittmusters können wir den passenden Musterausschnitt auf unserem Stoff auswählen. Wir beachten den Fadenlauf.
Mit einem selbst löschenden Stift umranden wir das Schnittmuster. Die Nahtzugaben sind schon enthalten. Wir fixieren das transparente Schnittmuster mit Nähgewichten auf dem Stoff.
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Danach schneiden wir die aufgemalten Umrisse mit einer Stoffschere aus. Die farbigen Linien vom Anzeichnen schneiden wir beim Ausschneiden mit ab. Das Ganze wiederholen wir, da wir zwei gleiche Zuschnitte benötigen. Wir bügeln die Zuschnitte.
Jetzt kommt der Zuschnitt für das Bündchen. Ich lege meinen ausgewählten Jerseystoff rechts auf rechts im Bruch um. Wir beachten wieder den auf meinem Schnittmuster markierten Fadenlauf. Der Stoff liegt so, dass er sich in der Breite am meisten dehnt.
Danach legen wir das Schnittmuster an die Bruchkante. Mit einem selbstlöschenden Stift und unter Zuhilfenahme eines Lineals ziehen wir die Linien des Schnittmusters auf dem Stoff nach.
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Mit einer Stoffschere schneiden wir auch dieses Stoffteil aus, klappen es auf und bügeln es. Jetzt haben wir unsere drei Stoffteile für die Mütze.
12. Das Mützen-Oberteil
Wir legen beide Mützen-Oberteile rechts auf rechts aufeinander und klammern sie – außer an der unteren Kante – mit Stoffklammern zusammen.
Wir nähen die geklammerte Stoffkante nähfüßchenbreit mit einem Elastikstich zusammen. Bevor wir das tun, machen wir mit einem Stoffrest eine Nähprobe. Wenn die Naht dort perfekt ausschaut, kann das so bleiben. Ansonsten müssen wir die Einstellungen an unserer Nähmaschine noch ein wenig nachjustieren.
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Wir nähen nähfüßchenbreit, also 6 mm von der Stoffkante entfernt. Wir starten 1 cm ab Stoffkante und nähen bis zur Stoffkante rückwärts. Das war dann quasi unser Vernähen. Danach nähen wir vorwärts. Wer das so nicht mag, kann auch normal an der Kante starten, muss dann aber aufpassen, dass der Stoff nicht gefressen wird.
Wir nähen einmal die geklammerte Stoffkante entlang. An den Rundungen nähe ich immer ganz langsam und zwischen den Öhrchen sogar mit dem Handrad, damit ich gut um die Kurve komme.
Am Ende verriegeln wir die Naht. Beide oberen Mützenteile sind nun zusammengenäht.
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Wir bügeln die elastischen Nähte mit Dampf, so verschwinden die Wellen vom Nähen des elastischen Stoffes.
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Jetzt versäubern wir die Nähte. Da wir mit einem elastischen Jerseystoff genäht haben, dürfen wir die NZG knappkantig mit einer geeigneten Schere bis auf 3 mm zurückschneiden.
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Wir drehen das Mützen-Oberteil auf rechts. Die beiden Öhrchen formen wir mit unserem Finger und dem stumpfen Ende eines Bleistifts aus.
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Danach bügeln wir die akkurat aufeinanderliegenden Nähte.
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Damit ist unser Mützen-Oberteil fertig. Es geht mit dem Bündchen weiter.
13. Das Bündchen
Wir legen die beiden schmalen Stoffkanten des Bündchens rechts auf rechts aufeinander und klammern sie zusammen. Wir nähen sie mit 1 cm NZG mit normalem Geradstich zusammen. Anfang und Ende der Naht verriegeln wir.
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Danach bügeln wir die NZG auseinander. Wir schneiden sie nicht zurück.
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Danach klappen wir das Bündchen längs zusammen und bügeln die Bruchkante und die Naht. Das Bündchen liegt nun doppelt. Naht liegt auf Naht.
Beide Mützenteile sind nur bereit, miteinander verbunden zu werden.
14. Hochzeitsvorbereitungen
Wenn man ein Nähprojekt, was aus zwei Teilen besteht, dauerhaft zusammenfügt, sagt man dazu auch, man verheiratet die Stoffe. Sehr romantisch, oder? Also verheirate ich nun meine beiden genähten Teile.
Bevor wir nähen, stecken wir beide Teile mit Stoffklammern zusammen. Damit das gleichmäßig geschieht, teilen wir zuerst das Bündchen und danach auch das Oberteil mit Stecknadel in je 8 gleich große Abschnitte ab. Wir starten mit dem Bündchen.
Mit Stecknadeln markieren wir erst die Hälfte des Bündchenumfangs. Wir setzen eine Stecknadel in die Naht und die andere ihr genau gegenüber. Somit haben wir dazwischen zwei gleich große Abschnitte.
Jetzt legen wir die Stecknadeln aufeinander und markieren die äußeren Punkte ebenfalls mit Stecknadeln. Damit haben wir vier gleich große Abschnitte zwischen den Stecknadeln.
Nun legen wir jeweils zwei nebeneinander liegende Stecknadeln aufeinander und markieren die Mitte dazwischen mit einer Stecknadel. Das macht, dass wir am Ende 8 gleich große Abschnitte markiert haben.
Damit ist unser Bündchen fertig vorbereitet.
Das Ganze machen wir nun genauso mit der unteren Kante des Mützen-Oberteils. Hier setzen wir die ersten beiden Stecknadeln an den Nähten und legen danach immer die Stecknadel aufeinander, um die Mitte zu ermitteln und mit einer Stecknadel zu markieren. Am Ende haben wir auch hier 8 gleich große Abschnitte mit Stecknadeln markiert.
Jetzt legen wir die beiden Teile so vor uns hin. Beide offenen Stoffkanten sind unten.
Wir stecken nun das Oberteil von oben in das Bündchen. Die je 8 Stecknadeln beider Teile befinden sich genau übereinander. Die Bündchennaht liegt über einer Kopfteilnaht.
Wir ordnen nun jeder der 8 Stecknadeln des Oberteils die darüber liegende Stecknadel des Bündchens zu. Wir greifen uns die ersten beiden übereinander liegenden Stecknadeln auf den Nähten.
Wir entfernen diese beiden Stecknadeln und klammern die Stoffe an dieser Stelle mit einer Stoffklammer zusammen. Das machen wir im Folgenden mit allen weiteren zusammengehörigen Stecknadeln so. Ich arbeite immer erst die gegenüberliegenden Stecknadeln ab.
Am Ende haben wir die Stecknadelmarkierungen durch 8 Stoffklammern ersetzt.
So schaut unser Werk jetzt aus:
15. Die Hochzeit
Von unten betrachtet sehen wir die drei Stoffkanten, die wir gleich zusammennähen.
Wir nähen die drei Stofflagen mit einem Elastikstich mit 1 cm NZG zusammen. Anfang und Ende der Naht verriegeln wir. Beim Nähen müssen wir aufpassen, dass immer alle drei Stofflagen unter dem Nähfuß sind. Wir dehnen die Stoffkante beim Nähen minimal, sodass alle Stoffe die gleiche Spannung haben.
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So schaut unser Werk danach aus:
16. Nachbereitungen
Wenn wir uns die soeben zusammengesteppten Stoffkanten anschauen, sehen wir immer noch unsere 3 Stoffschichten.
Wenn wir das Bündchen nun aufklappen, fällt die doppelte starke NZG des Bündchens automatisch über die drei Stoffkanten und bedeckt sie. Weil wir das genau so wollen, schneiden wir die 1 cm breite NZG auch nicht zurück.
Wir drehen die Mütze komplett auf rechts und bügeln die soeben genähte Stoffkante mit Dampf. Ich mache das immer auf meinem selbst gebauten kleinen Ärmelbügelbrett.
17. Finish
Als letzten kreativen Akt machen wir einen Doppelknoten in die beiden „Hasenohren“.
Wir zupfen die Schleife/den Propeller zurecht und freuen uns an unserem Werk. So schaut mein Erstlingswerk aus:
Mir gefällt meine erste Mütze so gut, dass ich sie gleich mit zwei weiteren Stoffen aus meiner Auswahl genäht habe.
Bis mein Enkel die Mützen tragen kann, muss er erst einmal auf der Welt und ein paar Monate alt sein. Aber ich freue mich heute schon darauf, wie das ausschauen wird. Sollten die Eltern es erlauben, werde ich hier später ein Tragefoto einsetzen. Bis dahin müsst ihr euch das vorstellen.
18. In eigener Sache
Ich hoffe, mein Blogbeitrag hat euch Spaß gemacht und ihr habt Lust bekommen, die Mützen nachzuarbeiten. Es ist wirklich ganz einfach, das bekommen auch Nähanfänger problemlos hin. Wer möchte, könnte noch ein passendes Halstuch aus den gleichen Stoffen nähen – und hätte dann ein Set. Ein Set ist noch besser als nur eine Mütze. Ich habe mir schon ein kostenloses Schnittmuster für ein Halstuch aus dem Internet herausgesucht. Das wird mein nächstes Projekt. Wer meinem Blog folgt, bekommt das sicherlich mit.
Wenn ihr meinen Stil mögt und Lust auf mehr kreative Ideen von mir habt, kommt mich gern auf meinem Blog oder in meinem Shop besuchen. Hier gibt es zahlreiche Anleitungen zum Basteln, Häkeln, Stricken, Filzen, Nähen und Handwerken.
Über einen netten Kommentar oder eine kleine Plauderei hier unter diesem Blogbeitrag würde ich mich freuen.
Herzliche Grüße von Ina