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Kostenlose Strickanleitung für das asymmetrische Stricktuch „Kylie“

Tuesday, September 1, 2026

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Liebe Handarbeitsfreundin, lieber Handarbeitsfreund,

ich freue mich sehr, Dir in meinem neuen Blogartikel wieder eine kostenlose Anleitung zur Verfügung zu stellen. Dieses Mal geht es um ein Stricktuch, das sich besonders gut für Anfänger und Anfängerinnen eignet.

Aber auch wenn Du schon länger strickst und einfach einmal ein schönes Tuch ohne kompliziertes Muster stricken möchtest, bist Du hier genau richtig. Denn manchmal darf Stricken einfach nur entspannen. Nach einem stressigen Tag kann es doch herrlich sein, die Nadeln zur Hand zu nehmen, nebenbei die Lieblingsserie weiterzuschauen oder einen Podcast zu hören. Und wenn die beste Freundin zum Kaffeeklatsch und Tratschen vorbeikommt, strickt es sich gleich doppelt so gut.

Das Stricktuch „Kylie“ fällt durch seine besondere asymmetrische Form sofort ins Auge. Seine Form erinnert ein wenig an einen Bumerang. Daher kommt auch der Name.

Ein „Kylie“ ist eine Art Bumerang, den die Natives Australiens als Jagdwaffe einsetzten. Anders als der bekannte Sport- oder Wurfbumerang kehrt ein Kylie allerdings nicht zum Werfer oder zur Werferin zurück.

Und auch mein Stricktuch „Kylie“ macht sich nicht wieder auf den Rückweg.

So wird das Tuch gestrickt

Das Stricktuch „Kylie“ wird von einer Seite zur anderen gestrickt. Dabei wird an einer Seite eine doppelte Zunahme gearbeitet, während Du an der anderen Seite gleichzeitig eine Masche abnimmst.

So verändert sich die Form des Tuchs nach und nach und die charakteristische asymmetrische Form entsteht.

Das klingt vielleicht zunächst etwas komplizierter, als es tatsächlich ist. Keine Sorge! Du brauchst dafür keine komplizierten Musterkenntnisse.

Das „Kylie“ wird nämlich fast vollständig glatt rechts gestrickt. In den Hinreihen strickst Du rechte Maschen, in den Rückreihen linke Maschen. Zum Abschluss kommen noch einige Reihen kraus rechts dazu.

Damit ist das Tuch ein schönes Projekt für Strickanfänger und Strickanfängerinnen und für alle, die beim Stricken lieber entspannen als Maschen zählen.

Glatt rechts – schön, aber mit einer kleinen Eigenheit

Glatt rechts gestrickte Flächen haben allerdings eine besondere Eigenschaft: Sie rollen sich an den Rändern gerne ein.

Und zwar ziemlich zuverlässig.

Das ist kein Fehler und bedeutet auch nicht, dass Du etwas falsch gemacht hast. Es liegt einfach in der Natur dieser Strickart.

Aber warum passiert das eigentlich?

In der Hinreihe strickst Du ausschließlich rechte Maschen, in der Rückreihe ausschließlich linke Maschen. Rechte und linke Maschen haben eine unterschiedliche Fadenspannung. Dadurch verhalten sich die Maschen nicht ganz gleich und die Ränder des Strickstücks beginnen, sich einzurollen.

Beim Stricktuch „Kylie“ kannst Du diese kleine Eigenheit durchaus als Gestaltungselement betrachten. Der eingerollte Rand passt nämlich ganz gut zum schlichten Charakter des Tuchs. Ich habe allerdings das Tuch nach Fertigstellung gedämpft, so dass sich wie Du auf den Bildern erkenn kannst, sich die Seiten nicht mehr einrollen.

Wenn Du das Einrollen trotzdem gerne reduzieren möchtest, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Ein anderes Muster wählen

Die einfachste Möglichkeit wäre natürlich, gar nicht erst glatt rechts zu stricken.

Kraus rechts, Patentmuster, Halbpatent oder ein Mustermix aus rechten und linken Maschen, zum Beispiel ein Perlmuster oder Schachbrettmuster rollen sich nicht auf die gleiche Weise ein.

Einen Rand mitstricken

Du kannst Dein glatt rechts gestricktes Tuch auch mit Randmaschen versehen. Ein Rand aus kraus rechts gestrickten Maschen ist eine einfache Möglichkeit, den Rand etwas zu stabilisieren.

Eine weitere Möglichkeit ist ein I-Cord-Rand. Diesen kannst Du entweder direkt von Anfang an mitstricken oder später rund um Dein fertiges Tuch anbringen.

Eine Häkelkante anbringen

Wenn Du häkeln kannst, kannst Du Dein Stricktuch natürlich auch mit einer Häkelkante versehen.

Das ist nicht nur praktisch, sondern kann gleichzeitig ein hübscher dekorativer Abschluss sein. Ob schlicht oder etwas verspielter, bleibt ganz Deinem Geschmack überlassen.

Eine Strickspitze als Abschluss

Statt einer Häkelkante kannst Du natürlich auch eine Strickspitze als Abschlusskante wählen.

Damit bekommt Dein Tuch noch einmal einen ganz anderen Charakter. Gerade bei einem schlichten glatt rechten Tuch kann eine dekorative Abschlusskante ein schöner Blickfang sein.

Spannen und Blocken

Und dann wäre da noch das gute alte Spannen beziehungsweise Blocken.

Gerade bei einem Tuch kann das Blocken einen deutlichen Unterschied machen. Dabei wird das Gestrick vorsichtig in Form gebracht und gespannt. Je nach Material kann sich das Einrollen dadurch deutlich reduzieren.

Ganz verschwinden wird es bei einer glatt rechten Fläche allerdings nicht. Schließlich gehört diese kleine Eigenart einfach zu dieser Strickart dazu.

Vielleicht hast Du selbst noch einen guten Tipp gegen eingerollte Ränder? Dann schreib mir gerne in die Kommentare. Beim Stricken kann man schließlich nie genug Tricks auf Lager haben.


Garnangaben

  • Material: 43 % Polyacryl, 41 % Polyester, 9 % Nylon, 7 % Wolle

  • Garnstärke: Aran

  • Lauflänge: 310 m pro 100 g

  • Nadelstärke: 5 mm

  • Maschenprobe: 18 Maschen × 24 Reihen = 10 × 10 cm

Das verwendete Garn

Für mein Stricktuch „Kylie“ habe ich Rico Design Creative Painted Power verwendet.

Das Garn hat eine wunderbar weiche und flauschige Oberfläche und fällt durch seine kräftigen, tiefen Farben sofort ins Auge.

Durch die besondere Struktur bekommt das Garn eine schöne, lebendige Optik, ohne dass Du dafür ein aufwendiges Muster stricken musst. Genau das passt hervorragend zum „Kylie“, denn hier darf das Garn selbst ein wenig für den Blickfang sorgen.

Für mein Tuch habe ich mich für eine farbenfrohe Variante entschieden. Die weiche, leicht flauschige Struktur und die intensiven Farben kommen bei der schlichten glatt rechten Fläche besonders schön zur Geltung.

Durch die Zu- und Abnahmen entsteht außerdem ein reizvoller schräger Farbverlauf, der mir besonders gut gefällt.

Form und Konstruktion des Tuchs

Beim Stricktuch „Kylie“ handelt es sich um ein asymmetrisches Tuch.

Du kannst es mehrfach um den Hals schlingen und wie einen Schal tragen. Durch seine Form schmiegt es sich sehr schön um Deinen Hals.

Größe

Das Tuch hat eine Weite von 193 cm. An der tiefsten Stelle habe ich 37 cm gemessen. Die Schenkellänge an der langen Seite beträgt 139 cm und an der kurzen Seite 77 cm.

Du kannst das Tuch natürlich in jeder beliebigen Größe nacharbeiten und ganz an Deine persönlichen Vorlieben anpassen.

Gerade Mini- oder Miditücher sind momentan beliebt. Du kannst das „Kylie“ also problemlos kleiner stricken.

Stricke einfach so lange weiter, bis Dein Tuch die gewünschte Größe erreicht hat. Und wenn Du Garnreste verwenden möchtest, strickst Du eben so lange, bis die Wolle aufgebraucht ist. Auch das ist eine durchaus sinnvolle Lösung für herumliegende Wollknäuel.

Pflegeanweisung

Mein verwendetes Garn kann in der Maschinenwäsche im Woll- beziehungsweise Schonwaschgang gewaschen werden.

Das Tuch bitte nicht im Trockner trocknen und nicht bügeln.

Wenn Du ein anderes Garn verwendest, richte Dich bitte immer nach den Pflegeangaben des jeweiligen Herstellers. Diese findest Du normalerweise auf der Banderole oder auf der Internetseite des Garnherstellers.


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Kostenlose Strickanleitung für das Tuch „Kylie“

Jetzt geht es endlich an die Nadeln!

Das asymmetrische Tuch „Kylie“ wird in Hin- und Rückreihen gestrickt. Nach jeder Reihe wird die Arbeit gewendet.

In jeder zweiten Reihe wird am Anfang der Reihe eine Masche abgenommen. Am Reihenende arbeitest Du eine sogenannte doppelte Zunahme, durch die Du zwei Maschen zunimmst.

Die Rückreihen werden ohne Zu- und Abnahmen gestrickt.

Damit Du Dich leichter orientieren kannst, führe ich die ersten Reihen vollständig auf. Danach erkennst Du schnell das Prinzip und kannst die Wiederholungen selbstständig fortsetzen.

Die doppelte Zunahme

Die doppelte Zunahme funktioniert ähnlich wie ein kfb (knit front and back).

Falls Du diese Zunahme noch nicht kennst, habe ich sie bereits in meinem Blogartikel zur kostenlosen Strickanleitung „Schwalbe“ erklärt.

Bei meinem „Kylie“ wird die doppelte Zunahme immer in jeder geraden Reihe gearbeitet und zwar in die vorletzte Masche der linken Stricknadel.

Du strickst zunächst eine rechte Masche aus der Masche. Die Masche bleibt dabei noch auf der linken Stricknadel.

Anschließend strickst Du eine rechts verschränkte Masche in das hintere Maschenglied. Auch jetzt bleibt die ursprüngliche Masche noch auf der linken Nadel.

Zum Schluss strickst Du noch eine weitere rechte Masche aus dem vorderen Maschenglied.

Nun kannst Du die ursprüngliche Masche von der linken Stricknadel gleiten lassen.

Aus einer Masche sind dadurch drei Maschen entstanden. Du hast also zwei Maschen zugenommen.

Diese Art der Zunahme mag ich besonders gerne. Sie fällt nicht so stark auf wie beispielsweise eine Zunahme mit einem Umschlag und passt deshalb sehr schön zu diesem schlichten Tuch.


Maschenanschlag

5 Maschen anschlagen

1. Reihe

5 Maschen links stricken, Arbeit wenden.

= 5 Maschen

2. Reihe

1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken, doppelte Zunahme, 1 Masche rechts, Arbeit wenden.

= 6 Maschen

3. Reihe

6 Maschen links stricken, Arbeit wenden.

= 6 Maschen

4. Reihe

1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Masche rechts, doppelte Zunahme, 1 Masche rechts, Arbeit wenden.

= 7 Maschen

5. Reihe

7 Maschen links stricken, Arbeit wenden.

= 7 Maschen

6. Reihe

1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 2 Maschen rechts, doppelte Zunahme, 1 Masche rechts, Arbeit wenden.

= 8 Maschen

7. Reihe

8 Maschen links stricken, Arbeit wenden.

= 8 Maschen

8. Reihe

1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 3 Maschen rechts, doppelte Zunahme, 1 Masche rechts, Arbeit wenden.

= 9 Maschen

9. Reihe

9 Maschen links stricken, Arbeit wenden.

= 9 Maschen

10. Reihe

1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 4 Maschen rechts, doppelte Zunahme, 1 Masche rechts, Arbeit wenden.

= 10 Maschen

11. Reihe

10 Maschen links stricken, Arbeit wenden.

= 10 Maschen

12. Reihe

1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 5 Maschen rechts, doppelte Zunahme, 1 Masche rechts, Arbeit wenden.

= 11 Maschen

13. Reihe

11 Maschen links stricken, Arbeit wenden.

= 11 Maschen

14. Reihe

1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 6 Maschen rechts, doppelte Zunahme, 1 Masche rechts, Arbeit wenden.

= 12 Maschen

15. Reihe

12 Maschen links stricken, Arbeit wenden.

= 12 Maschen


Jetzt wird einfach weitergestrickt

Das Grundprinzip hast Du nun kennengelernt.

Du setzt die Zu- und Abnahmen weiter fort, bis Dein Tuch „Kylie“ die gewünschte Größe erreicht hat.

In jeder geraden Reihe strickst Du am Anfang:

1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken

Danach strickst Du die erforderliche Anzahl rechter Maschen, arbeitest die doppelte Zunahme in die vorletzte Masche und strickst zum Abschluss noch 1 Masche rechts.

In den ungeraden Reihen strickst Du einfach alle Maschen links.

Das klingt nach einer Menge Wiederholungen, ist aber genau das Schöne an diesem Tuch: Sobald das Prinzip sitzt, kannst Du ziemlich entspannt vor Dich hinstricken.

Und wenn Du dabei irgendwann nicht mehr weißt, in welcher Reihe Du bist: keine Panik. Das Tuch nimmt es Dir nicht übel. ?

Der Abschluss

Ich habe mein „Kylie“ zum Abschluss noch 6 Reihen kraus rechts gestrickt.

Das bedeutet: Auch in den Rückreihen werden statt linker Maschen rechte Maschen gestrickt.

Danach kannst Du Dein Tuch ganz normal abketten.

Fertig!

Prima! Wenn Dein Tuch „Kylie“ die gewünschte Größe erreicht hat, brauchst Du nur noch die Fäden zu vernähen.

Ich habe mein Tuch anschließend ganz klassisch gedämpft. So, wie ich es von meiner Mutter gelernt habe.

Dafür habe ich ein feuchtes Geschirrhandtuch auf das Tuch gelegt und mit dem heißen Bügeleisen vorsichtig gedämpft. Das habe ich mehrmals wiederholt, bis das gesamte Tuch gedämpft war.

Da mein Tuch nicht komplett auf das Bügelbrett passte, musste ich es Stück für Stück bearbeiten. Auch das Geschirrhandtuch musste zwischendurch mehrmals neu angefeuchtet werden.

Bei einem einfachen Stricktuch wie dem „Kylie“ funktioniert diese Methode aber wunderbar.

Und dann heißt es nur noch: umlegen, um den Hals schlingen und freuen.


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Copyright und Weitergabe

Diese Anleitung habe ich mit viel Freude und Herzblut für Dich erstellt. Sie ist mein eigenes Design und unterliegt dem Urheberrecht von Blickfang-Design.

Bitte habe Verständnis dafür, dass die Anleitung – auch in Teilen – nicht kopiert, weitergegeben, veröffentlicht oder verkauft werden darf. Auch eine gewerbliche Nutzung der Anleitung ist nicht gestattet.

Du darfst die Anleitung selbstverständlich für Deinen persönlichen Gebrauch nutzen und Dein eigenes Tuch nach dieser Anleitung stricken.

Wenn Dir „Kylie“ gefällt und Du die Anleitung gerne mit anderen teilen möchtest, freue ich mich ganz besonders darüber!

Das Weiterempfehlen und Teilen meines Blogartikels ist ausdrücklich erlaubt und sogar herzlich willkommen.

Bitte verlinke dabei einfach auf meinen ursprünglichen Blogartikel, damit auch andere die kostenlose Anleitung dort finden können.

Mit Deinem respektvollen Umgang mit meiner Anleitung unterstützt Du meine Arbeit und hilfst mir dabei, auch in Zukunft neue Ideen und kostenlose Anleitungen mit Dir zu teilen.

Vielen Dank dafür und ganz viel Freude beim Stricken!

Liebe Grüße

Birte von Blickfang-Design


 


 


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