Mandalas zu häkeln ist in. Die runden Häkelstücke mit farbigen Mustern in knallig bunten oder dezenten Farben strahlen eine magische Wirkung aus. Obwohl Mandalas richtig toll aussehen und sofort zum Blickfang werden, sind sie vielfach ganz einfach zu häkeln.
Lies hier, welche Bedeutung das Mandala ursprünglich hat, woher es kommt, wie du mit der Häkelnadel prachtvolle Kunstwerke für dein Zuhause oder nützliche Gebrauchsgegenstände erschaffst, und welche Wirkungen die dekorativen Häkelkunstwerke entfalten.
Was ist eigentlich ein Mandala?
Wir sprechen im Alltag häufig vom Mandala. Es begegnet uns vor allem in meditativen Malbüchern für Kinder und Erwachsene. Als Traumfänger hängt es über dem Bett und auf dekorativen Textilien leuchten uns die kreisrunden Bilder in tollen Farben entgegen.
Doch was ist das Mandala eigentlich und warum entfaltet es so eine starke Anziehungskraft?
Woher kommt das Mandala?
Die kreisförmigen Kunstwerke sind seit mehreren Tausend Jahren in der buddhistischen und hinduistischen Religion tief verwurzelt. Sie erfüllen rituelle Zwecke, leiten zum Gebet und zur Meditation an und versinnbildlichen die Macht des Göttlichen und des Universums.
Allgemein bekannt sind die oft riesigen und detailreichen Kunstwerke, die tibetische Mönche in einer diffizilen Feinarbeit mit viel Geduld und Präzision aus farbigem Sand streuen. In der ebenfalls aus Tibet stammenden Thangka Art, einer tradierten Kunst des Malens religiöser Motive auf Stoff, nimmt die Darstellung in Kreisbildern eine bedeutende Rolle ein. Und auch im Hinduismus ist das Mandala eine beliebte Form des künstlerischen Ausdrucks. Kreisförmige Diagramme dienen hier als Mittel zur Meditation. Die Symbolisierung des Universums mit einfarbigen Linien, die sich um den Mittelpunkt formieren, wirkt im Vergleich zum farbenprächtigen buddhistischen Mandala eher nüchtern. Dennoch entfalten auch hinduistische Mandalas eine magische optische Wirkung.
Kreisbilder fördern in beiden Religionen die Konzentration und Wahrnehmung von Details. Sie sind die Grundlage für Riten und Gebete beziehungsweise die meditative Annäherung an das Göttliche und die Energien des Universums.
.jpg)
Warum wirkt das Mandala entspannend?
Ein Kreis ist eine in sich geschlossene geometrische Figur, die kantenlos ist und keinen Anfang und kein Ende hat. Die kreisförmige Darstellung des Mandalas vermittelt somit den Eindruck der Einheit, Harmonie und Unendlichkeit. Sie steht für sich wiederholende Kreisläufe, sei es der Circle of Life, beginnend mit der Geburt und endend mit der Alterung und dem Tod sowie der Nachfolge durch die nächste Generation. Oder für den Kreislauf der Wiedergeburten, der in manchen spirituellen Weltanschauungen eine zentrale Rolle spielt. Auch das Universelle und die Welt sowie das Wirken der Götter sind im Mandala oft thematisiert.
.jpg)
Ein klassisches Mandala nach hinduistischen oder buddhistischen Traditionen fesselt nicht nur den Blick, sondern auch den Geist. Manche dieser künstlerischen Darstellungen wirken beim Hinsehen wie ein Sog, der den Geist in Schwingungen versetzt und eine erstaunliche Dynamik erzeugt.
Obwohl das Mandala seinen Ursprung in fernöstlichen Kulturen hat, hat es sich auch in der westlichen Welt als beliebte Methode zur Stressbewältigung, Förderung der Konzentration und zur Entspannung etabliert. Schon Kinder im Vorschulalter sind von Mandalas zum Ausmalen begeistert und zeigen eine große Ausdauer beim Füllen geometrischer Felder mit verschiedenen Farben.
Die Konzentration auf geometrische Formen oder Symbole aus der Natur, die in einem Kreis angeordnet sind, zentriert beim Ausmalen die Gedanken und entfaltet eine beruhigende Wirkung. Ganz ähnlich wie das Ausmalen der Mandalas hat auch das Mandala-Häkeln einen meditativen Charakter, der zu Ruhe und Gelassenheit führt.
Mandala häkeln und malen – unterschiedliche Techniken mit vergleichbarer Wirkung
Kunstschulen in östlichen Kulturen, etwa in Nepal, erhalten die hohe Kunst des Malens der Mandalas aufrecht.
.jpg)
Für tibetische Mönche gehört das Streuen von Mandalas aus farbigen Sandkörnern zu den Ritualen des klösterlichen Lebens. Die Anfertigung der religiös inspirierten Meisterwerke folgt vorgegebenen Regeln, die seit bis zu 3500 Jahren überliefert sind. In der Thangka-Art, die ihren Ursprung im tibetischen Lamaismus hat, befolgen Künstler heute noch 2000 Jahre alte Regeln beim Spannen des Stoffs in Holzrahmen, der Motivgestaltung und beim Auftragen der Farben. So setzt sich eine Einheitlichkeit in der Kunst fort, die Vertrautheit und Beständigkeit religiöser Riten gewährleistet.
Das Häkeln der Mandalas ist eine vergleichsweise einfache Form der Herstellung von Kreisbildern, die ebenfalls ausdrucksstarke Kunstwerke hervorbringt. Das Häkeln der Kreise in wechselnden Farben ist eine musische Beschäftigung, die entspannt und Freude macht. Es ist spannend, den Kreis aus unterschiedlichen Garnfarben und Mustern wachsen zu sehen, der nach jeder weiteren Runde eine zunehmende Faszination entwickelt.

Den Mittelpunkt bildet meist ein Kreis aus festen Maschen oder Stäbchen. Auch Büschelmaschen oder durch Luftmaschen voneinander getrennte Stäbchen sind eine gute Basis zum Häkeln wunderschöner Mandalas. Letztere Methoden eignen sich besonders gut für gehäkelte Kreise, die du, in einen Ring gespannt, als Traumfänger und als Dekoration am Fenster, auf dem Balkon oder der Terrasse aufhängst.
Gehäkelte Mandalas ziehen in ihren prächtigen Farben und mit ihren wechselhaften Details, ähnlich wie die gemalten oder aus Sand gestreuten Pendants, Aufmerksamkeit auf sich. Der Blick auf ein Traumfänger-Mandala, auf einen Kissenbezug oder eine aus Kreisbildern zusammengenähte Häkeldecke regt ebenfalls den Gedankenfluss an und fesselt den Betrachter.
Stattest du einen Raum der Wohnung, in dem die Entspannung und Ruhe im Vordergrund stehen, mit einem Häkelmandala aus, setzt du damit einen Rahmen, in dem du abschaltest und zur Ruhe kommst oder in dem eine erholsame Meditation gelingt. Alleine das Betrachten des farbigen Kreises, den du selbst mit der Häkelnadel angefertigt hast, stimmt dich gelassen und zufrieden.
Mandalas häkeln: einfach oder kompliziert?
Gehäkelte Mandalas lassen sich in endlosen Variationen anfertigen. Einfarbige Kreise wirken alleine durch ihre Muster. Mit luftigen Maschenkombinationen oder Reliefmustern versehen eignen sie sich hervorragend als Traumfänger oder Fensterbilder. Aber auch runde Zierdeckchen für Beistelltische, sogenannte Doilys, bestechen durch ihre fein gearbeiteten Muster.
Bevorzugt werden die Kreisbilder jedoch aus Garnen in verschiedenen Farben gehäkelt, die nach einer oder mehreren Runden einander abwechseln. Besonders prächtig sind Häkelmandalas mit Overlaystichen und in der Technik des Mosaikhäkelns. Die tiefer gestochenen Maschen oder Reliefmaschen verleihen dem Häkelwerk eine interessante Plastizität.
Während Anfänger eher zu einfacheren Mustern tendieren, trauen sich Häkelfans mit mehr Erfahrung an kompliziertere Muster mit Overlaystichen. Der Schwierigkeitsgrad nimmt beim Häkeln dieser Mandalas in höheren Runden zu. Mit der notwendigen Konzentration gelingen dennoch die herrlichsten Meisterwerke mit einer moderaten Anstrengung.
Wichtig ist beim Häkeln nur, sich in jeder Runde durchgängig akkurat an das Muster zu halten. Es ist empfehlenswert, nach jeder Runde die Maschenzahl zu kontrollieren und gegebenenfalls zu prüfen, ob das Muster die ganze Runde über konsequent gehäkelt wurde. Denn ein einmaliger Häkelfehler zieht in den folgenden Runden schnell Probleme nach sich. Und nichts ist ärgerlicher, als wenn du mehrere Runden wieder auftrennen musst, um den Fehler zu korrigieren.
Konzentration und Genauigkeit sind also bei jeder Art der Gestaltung der faszinierenden Kreisbilder, ob gemalt oder gehäkelt, ein grundlegendes Merkmal, dem die Künstler unterliegen. Mit hoher Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit entstehen beim Häkeln wie beim Malen Mandalas mit bleibendem Wert.

Geeignete Wolle zum Mandala häkeln
Ein Mandala kannst du aus Baumwollgarn genauso häkeln wie aus Synthetikgarn. Doilys sind aus dünnem Filethäkelgarn mit Nadelstärken zwischen 0,5 und 2,0 gefertigt, was ihren feinen Charakter unterstreicht. Rustikal erscheint das Kreisbild, wenn du es aus Schurwolle häkelst. Die Verwendung von Wolle ist eine gute Idee, wenn du eine wärmende Decke, Jacken oder Schals für den Herbst oder Winter anfertigst. Du fasst dazu die Kreise mit einem Quadrat mit ausgeprägten Ecken ein oder häkelst Sechs- oder Achtecke, deren Zentrum aus einem farbigen Kreis mit einem interessanten Farb- und/ oder Mustermix besteht.
Entscheidend ist, dass du für das verwendete Garn die Häkelnadel in passender Stärke auswählst.
Mandala gehäkelt: dekorativ und vielseitig verwendbar
Ein farbenfrohes Mandala ist dekorativ und begeistert dich jedes Mal, wenn du es ansiehst. Du fertigst es in Farben deiner Wahl an. Magst du es gern leuchtend und auffallend, lieber erdig und in Farben aus der Natur oder sanft aus Garn in Pastelltönen? Die Entscheidung für die Auswahl und Kombination der Farben liegt ganz bei dir.
Nicht nur als Zimmerdekoration sind die gehäkelten Kunstwerke besonders schön, auch Wohntextilien und Gebrauchsgegenstände wie Taschen und Beutel oder Geldbörsen kannst du daraus anfertigen. Hier folgen einige Ideen!
Farbstarke Mandalas als Deko
Du verwendest gehäkelte Mandalas als Deko zum Aufhängen in Form eines Traumfängers oder einer schicken Dekoration am Fenster oder im Outdoorbereich. Auch als Untersetzer für Tassen und Gläser sowie als Tischset entfalten sie eine herausragende Wirkung. Kleine Untersetzer sind schnell gehäkelt und bringen Schwung und Farbe auf den Esstisch. Runde Platzdeckchen mit effektvollen Farbkombinationen verleihen jedem Essplatz eine aufheiternde Note.
Trendstarke Wohntextilien
Nicht nur zur Boho-Einrichtung passen Kissenhüllen mit einem Mandala im Zentrum sowie Decken aus Häkelquadraten oder Vielecken mit einem farbigen Kreis als Mittelpunkt. Mittlerweile liegen Mandalas so stark im Trend, dass du mit handgearbeiteten Wohntextilien auch einen modern eingerichteten Raum perfekt schmückst.
Im Kommen sind insbesondere runde Häkelteppiche mit auffallenden Farb- und Musterkombinationen. Ob in Wohnräumen oder als Badvorleger, gehäkelte Teppiche aus ausdrucksstarken Mandalas sind eine tolle Zierde für die ganze Wohnung.
Modische und farbenfrohe Gebrauchsgegenstände
Aus Häkelkreisen oder Grannysquares, die auf ein gehäkeltes Mandala aufbauen, fertigst du eine einzigartige Einkaufstasche, eine Handtasche oder eine bunte Tasche für Kinder an. Auch für einen Aufbewahrungskorb eignet sich ein Mandala zur Gestaltung des Deckels.
Mode auf Basis von Mandalas häkeln
Eine trendige Kreisjacke häkelst du, ausgehend von einem Kreis auf dem Rückenteil. Für die warme Jahreszeit verwendest du dafür Baumwollgarn. Eine herbstliche Kreisjacke entsteht aus Polyacrylgarn oder Schurwolle. Patchworktextilien aus Grannysquares, deren Mittelpunkt ein farbenfrohes Mandala ist, sehen zeitlos schick aus. Nicht nur Jacken oder Oberteile lassen sich auf diese Weise anfertigen. Ein Schal aus zusammengenähten Grannysquares mit einem Mandala im Zentrum ist einfach anzufertigen und wird dich lange als prachtvolles Accessoire begleiten.
Endlose Möglichkeiten beim Mandala-Häkeln
Die Liste der Dekorationen, Gebrauchsgegenstände und Textilien, die du aus Häkel-Mandalas anfertigen kannst, lässt sich endlos fortsetzen. Selbst dekorative Topflappen und Wandbehänge sind auf Basis bunter Häkelkreise realisierbar.
Mit dem Mandala-Häkeln beginnen: nichts einfacher als das!
Haben dich die vielen Vorteile des Mandala-Häkelns überzeugt und hast du Lust darauf bekommen, selbst dekorative Kreise anzufertigen, fragst du dich bestimmt, wie du am besten damit anfängst.
Dann sieh dich doch gleich bei Crazypatterns in der Rubrik Mandala Häkeln um!
Hast du die ersten Schritte zum Einstieg ins Häkeln der farbigen Kreise getan, wirst du dich der Faszination des Häkelns farbenfroher Mandalas bestimmt bald nicht mehr entziehen können!