Nicht jeder Elternteil ist für Rollenspiele gemacht – dein Kind liebt sie aber trotzdem?
Dann ist ein Kaufladen vielleicht genau das Richtige für euch.
Was auf den ersten Blick nach reinem Rollenspiel aussieht, ist in Wahrheit eine perfekte Kombination aus effektivem Gehirntraining für Kinder und einer wunderbaren Aufgabenwelt für Häkelfans.
Warum ein Kaufladen für das Gehirn so wertvoll ist
Kinder lernen am besten, wenn Dinge Bedeutung haben.
Ein Kaufladen liefert genau das: Gegenstände passen zueinander und stellen eine Alltagssituation dar. Die Produkte haben Namen, Preise, Farben, Kategorien und Zusammenhänge.
Während dein Kind verkauft, einkauft, sortiert und neu ordnet, laufen im Kopf mehrere Prozesse gleichzeitig ab. Informationen werden gespeichert und wieder abgerufen, Mengen verglichen, Abläufe verstanden und Sprache aktiv genutzt.
Besonders spannend ist dabei das Zusammenspiel aus Erinnerung, Planung und Handlung. Dieses Zusammenspiel stärkt das sogenannte Arbeitsgedächtnis – eine wichtige Grundlage für späteres Lernen in der Schule.
Anders gesagt: Der Kaufladen trainiert genau jene Fähigkeiten, die Kinder später fürs Rechnen, Lesen und Problemlösen brauchen. Spielerisch. Ohne Druck.
Welche Spielvarianten außer dem freien Spiel sind für Rollenspiel-Muffel interessant?
Rollenspiel-Eltern-Muffelmodus off: Wenn Mitspielen plötzlich leichter wird (und sogar Spaß macht)
Viele Erwachsene spielen gerne mit ihren Kindern, aber Rollenspiele sind einfach nicht jedermanns Sache.
Was hilft, ist ein klarer Ablauf.
So wie im echten Leben.
Stell dir vor, dein Kind spielt Kaufladen – und du hast plötzlich eine Aufgabe:
„Kannst du bitte einkaufen gehen? Wir brauchen Äpfel für einen Apfelkuchen.
Außerdem Karotten und Lauch für die Suppe – und unbedingt eine Handvoll Pilze.“
Jetzt passiert etwas Spannendes:
Wie viel merkt sich dein Kind auf dem Weg vom Wohnzimmer in den Kaufladen?
Kommt alles an? Nur ein Teil? Wird nachgefragt? Improvisiert?
Ganz nebenbei trainiert dein Kind:
- Merkfähigkeit
- Reihenfolge
- Zuhören
- Planen
- und das Abrufen von Informationen
Zählen & Rechnen – ohne Rechenblatt
Ein Kaufladen ist oft der erste Ort, an dem Kinder freiwillig rechnen.
Ganz automatisch entstehen Situationen wie:
„Ich nehme drei Äpfel.“
„Bitte gib mit vier rote Früchte.“
„Wie viele liegen noch da?“
Später kommen dazu: einfache Preise, Zusammenzählen mehrerer Produkte und erstes Wechselgeld.
Je nach Alter verändert sich das Spiel:
FÜR JÜNGERE KINDER (3-5 Jahre) zählen einzelne Produkte und vergleichen Mengen.
Hier geht es vor allem um Überschaubarkeit:
- kurze Einkaufslisten (2–3 Dinge)
- Farben („Ein Rotes, zwei Grüne“)
- Mengen wie „eins“, „zwei“ oder „eine Handvoll“
- Schon das reicht völlig aus.
FÜR ÄLTERE KINDER (CA. 6–9 JAHRE) darf es komplexer werden:
- längere Einkaufslisten
- Kombinationen („dein Lieblingsobst, etwas für einen Kuchen und etwas für das Abendessen“)
- feste Preise
- Zusammenrechnen
- Wechselgeld bekommen
Ein paar weitere Beispiele laden zum Denken und gustieren ein:
- „Heute kommen Gäste, wir brauchen etwas fürs Frühstück.“
- „Ich koche Suppe – was brauchen wir dafür?“
- „Ich habe nur wenig Geld, was kann ich mir leisten?“ / "Was kannst du mir alles für € 12,50 mitbringen?"
Dies stärkt das Zahlenverständnis genau dort, wo das Kind gerade steht und verbindet die Altersunterschiede bei Geschwistern.
Sortieren, Farben & logisches Denken
Kinder sortieren gern. Der Kaufladen ist dafür eine perfekte Spielwiese.
Mögliche Spielimpulse:
- Obst nach Farben ordnen
- Gemüse nach Größe sortieren
- runde und längliche Formen unterscheiden
- „Was passt zusammen, was nicht?“
- „Was könnten wir aus Kartoffeln, Tomaten und Mais heute kochen?"
Diese Sortierprozesse fördern:
- logisches Denken
- Problemlösefähigkeit
- die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen

Sprache & Wortschatz – spielerisch erweitert
Rollenspiel ist auch immer Sprachtraining.
Kinder benennen Dinge, formulieren Wünsche, erklären Abläufe und wiederholen Begriffe.
Ganz niedrigschwellig lassen sich auch andere Sprachen einbauen:
einfache Begriffe wie apple, tomato, banana
Soziale Kompetenzen
- warten, bis man dran ist
- zuhören
- Rollen wechseln
- Bedürfnisse äußern
- Heute bist du Verkäufer:in, morgen Kund:in.
Das stärkt Empathie, Selbstvertrauen und Flexibilität – ganz automatisch.
Warum selbstgemachte Kaufladen-Inhalte oft länger spannend bleiben
Selbstgemachtes Obst, Gemüse oder Gebäck fühlt sich von der Haptik toll an, robust, nicht perfekt – und riecht und fühlt sich ganz anders an als Plastik.
Einen Kaufladen selbst mitzugestalten, gibt dir die Möglichkeit, die Sorten in der gewünschten Menge selber zu häkeln und somit Vorlieben perfekt zu berücksichtigen.
Genau deshalb werden selbstgemachte Kaufladen-Inhalte oft über Jahre hinweg genutzt – im Kaufladen, in der Spielküche oder mitten am Kinderzimmerboden.
Lust bekommen das Rollenspiel-Abenteuer Kaufladen zu starten?
Meine Anleitungen zu Obst und Gemüsesorten führen dich durchs ganze Jahr und Exoten runden das Angebot ab. Meine eBooks findest du zum Ergänzen deines Kaufladens in meinem Crazypatterns Shop: Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Exoten.
Habt ihr einen Kaufladen zu Hause?
Mit welchen Materialien spielen eure Kinder gerne und haben sie Lieblingssorten?
Hast du deine Sorten genäht, gestrickt oder gehäkelt?
Ich habe meinen eigenen Kaufladen als Kind geliebt und freue mich, dass auch meine Tochter und ihre Freunde Freude mit diesem Spiel haben.

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Die Verkaufsartikel aus Papier oder Plastik. Aber die Verkaufsartikel waren alle ganz klein. Eigentlich fast Puppenküchegröße. Irgendwann war der aber weg, keine Ahnung was damit geschehen ist.
Habe aber nicht sehr oft damit gespielt.