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Vom Sperrmüll zum Designer-Stück

Sunday, June 21, 2026

Sitzpolster für Mini–Gartenstühle nähen

Der heutige Beitrag entstand aus der Not heraus. Mein Mann (72) ist Botenfahrer für eine Apotheke am Berliner Stadtrand. Er liefert immer abends Medikamente in einer überwiegenden Einfamilienhausgegend aus. Und in so einer Gegend fallen immer Sachen an, die die Bewohner einfach als Sperrmüll zur Mitnahme an den Straßenrand stellen. Da mein Mann ein Sammler ist – und dazu noch vieles reparieren kann –, hat er bei seiner Liefertätigkeit auch auf den Sperrmüll am Straßenrand immer ein wachsames Auge. Von so einem Sperrmüllfund und was ich daraus gemacht habe, handelt mein heutiger Beitrag. Ihr müsst bei Gefallen diese Gartenstühle nicht finden, man kann sie auch kaufen – allerdings nur ohne Polster.

1. Vorgeschichte

An einem Sommerabend brachte er von seiner Runde zwei kleine Gartenstühle für Kinder mit. Ich fand diese auch gleich toll – das ist nicht mit all seinen Fundsachen so 😉 Aber hier hatte er meine volle Zustimmung. Wir haben Enkelkinder und diese freuen sich immer über spezielle Dinge, die nur für sie sind. 

Zuerst haben wir die Gartenstühle kräftig abgebraust und geschrubbt. Alle Flecken, die man jetzt noch sieht, sind echt. Sicherlich standen die wetterfesten Stühle schon ein paar Jahre draußen im Garten. Aber mich stören die Flecken nicht, ich betrachte sie einfach als natürliche Gebrauchsspuren.

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2. Meine Mini-Gartenstühle für Kinder

Sie sind robust und haltbar. Das Gestell ist aus Aluminium und Stahl. Sie sind wetterfest und stapelbar. Trotzdem sind sie für Kinder leicht genug, damit sie sie auch alleine tragen können. Meine kleinen Enkel haben sie an einem Sommertag ausgiebig bei mir getestet. Das Einzige, was sie bemängelt haben, ist, dass die Sitzfläche zu heiß wird, wenn sie in der Sonne stehen. Aber Gartenstühle stehen nun mal nicht immer im Schatten. Der Einwand war also berechtigt. Welches Kind mit kurzen Hosen und nackten Beinen wollte sich im Sommer schon auf so einen heißen Stuhl setzen?

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Außerdem fanden sie es – im Vergleich zu unseren großen Gartenmöbeln – ungerecht, dass ihre Gartenstühle keine weichen Polster hatten. Sie wollten auch auf weichen, bunten, gemütlichen, bequemen Polstern sitzen. Ja, ja, in dem Alter sieht man Ungerechtigkeiten sofort. 

Jedenfalls haben sie uns nach der ersten Begutachtung beschieden, sie hätten die Gartenstühle gern in ihrem Garten, aber nur, wenn sie weiche Sitzpolster hätten. Damit lag der Ball bei mir.

Da nicht jeder diese Gartenstühle am Straßenrand findet, habe ich sie für euch im Internet recherchiert. Man kann sie unter der Bezeichnung „Kinderstuhl Glenoma“ bei OBI für den derzeitigen Preis von derzeit (11.06.26) 19,99 € in drei Farben (Pink, Hellgrün, Türkis) kaufen.

Ich habe sie auch bei Amazon unter der Bezeichnung „Hline Kinderstuhl aus Metall“ gefunden. Dort kosten sie einzeln 25,90 € und im Doppelpack 39,90 €. Da ich meine grauen Stühle nicht gefunden habe, gehe ich davon aus, dass die Farben alle paar Jahre wechseln.

Obwohl es in unserer ausgeprägten Konsumgesellschaft doch vermeintlich alles zu kaufen gibt, habe ich doch keine Polster/Auflagen für diese Stühle gefunden. Ich habe zwar die Gartenstühle vor Ort in meinem OBI-Baumarkt gefunden, aber auf die Frage nach passenden Auflagen schaute mich der Verkäufer nur fragend an. Auch in seinem Computer konnte er nichts dazu finden. Vielleicht kann sich der Hersteller der Stühle einfach nicht vorstellen, dass auch Kinder auf ihren Gartenstühlen, die doch speziell für sie entworfen wurden, gern weich und komfortabel sitzen möchten – so wie wir Erwachsenen auch. 

Da es also keine passenden Polster für die Mini-Gartenstühle zu kaufen gab, musste ich selbst welche anfertigen. Das hat den großen Vorteil, dass man sich schöne Stoffe aussuchen kann und nicht auf die eintönige Auswahl der Industrie angewiesen ist. So können auch Lieblingsstoffe der Kinder berücksichtigt werden. Wie die Sitzpolster nun genau gefertigt werden, erfahrt ihr in meinem heutigen Blogbeitrag.

Vielleicht wären diese tollen Gartenstühle – natürlich zusammen mit individuellen Sitzpolstern – auch ein tolles Geschenk für eure Kinder oder Enkel?

4. Aufgabenstellung

Okay, die Stühle gefielen den Enkelkindern, besonders der 4-jährigen Lisann. Sie stellte sich vor, dass sie mit ihrer besten Freundin darauf sitzen würde. Davor ein kleines Tischchen mit zwei Kaltgetränken und ein Schälchen mit Gummibärchen. Ach ja, herrliche Kinderträume. Originalton meiner Enkelin: „Oma, aber nur mit weichen, bunten Polstern!“.

Also ab mit mir in die Nähstube – und vorher gründlich nachgedacht. Entstanden sind zwei schöne bunte Sitzpolster, die sich nun dank meines Beitrags alle Menschen, die nähen können, für ihre gleichen Mini-Gartenstühle anfertigen können. Insofern wünsche ich euch nun viel Freude beim Mit- und Nachmachen. Vorab zeige ich euch schon einmal ein Bild vom fertigen Werk:

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5. Vermessen der Mini-Gartenstühle

Für die Anfertigung der Polster messe ich meinen Gartenstuhl aus. Ich benötige die Länge und die Breite der Sitzfläche. Ein flexibles Schneidermaßband passt sich der geschwungenen Form sehr gut an. Meine Auflagen müssen 30 cm breit x 70 cm lang sein.

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6. Materialien für ein Stuhlpolster

  • 2 Rechtecke in der Größe von 76 cm × 36 cm Webware für den Bezug (siehe Punkt 7.)
  • Stoffschere
  • 1 Stück Vlies (4 cm hoch) für die Füllung in der Größe von 70 cm × 30 cm (siehe Punkt 7.)
  • 2 Gummibänder à 40 cm
  • Haushaltsnähmaschine
  • Passendes Nähgarn
  • Overlock
  • Dampfbügeleisen
  • Maßband
  • großes Patchworklineal
  • selbst löschender Stift
  • Stoffklammern, Stecknadeln
  • Nähnadel, Faden, Schere

7. Welche Stoffe sind als Bezug geeignet?

Bevor ich mich mit dem Schnitt für den Bezug beschäftige, muss ich mir erst Gedanken über das Material des Bezugs machen.

Da die Gartenstühle draußen stehen, sind sie Luft, Sonne und auch Regen ausgesetzt. Deshalb wären hier spezielle Outdoorstoffe, die gegen all diese Naturereignisse gewappnet sind, die beste Wahl. Allerdings haben diese deshalb auch ihren stolzen Preis. Da ich keinen neuen Stoff kaufen wollte, habe ich in meinen Vorräten gestöbert. Da lässt sich meistens etwas Passendes finden. In jedem Fall muss es Webware sein, damit die Polster ihre Form behalten.

8. Meine Panama-Stoffe

Vor einiger Zeit habe ich beim Ausverkauf einen Sonderposten „Reste von Panama-Stoffen“ von Bine Brändle gekauft. Alle Stoffe sind herrlich bunt, haben tolle Blumenmotive und sind von ausgezeichneter Qualität.

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Bei meinen Mini-Gartenstühlen sollten sie nun zum Einsatz kommen. Da es nur schmale Stoffreste sind, bekommt jede Seite des Sitzpolsters ein anderes Muster. Meine Enkel können dann die Auflagen so auflegen, wie sie gerade möchten. Die geplanten Gummibänder für den Halt kann man auf beiden Seiten des Polsters platzieren. 

Nachdem ich die infrage kommenden Panama-Stoffe herausgesucht hatte, habe ich sie erst einmal rundherum mit der Overlock versäubert. Panama ist ein stabiler Webstoff, was man besonders an den Schnittkanten sieht. Ohne eine einfassende Naht würde der Stoff schon bei der ersten Wäsche ausfransen.

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Danach habe ich sie in separaten Wäschesäckchen in der Waschmaschine gewaschen. Da Panama-Stoff eine stabile Baumwolle ist, kann man davon ausgehen, dass der Stoff bei der ersten Wäsche etwas eingeht. Der Zuschnitt sollte daher immer auf gewaschenen (und gebügelten) Stoffen gemacht werden.

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Nach dem Waschen und Trocknen gab es eine ausführliche Legeprobe zur Motiveingrenzung.

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9. Füllung des Stuhlpolsters

Normale Polsterauflagen für Gartenstühle haben in der Regel eine stabile Schaumgummiplatte als Füllung. Die kann man in allen Größen und Stärken im Baumarkt oder Einrichtungshaus kaufen. Da sie aber sehr formstabil sind, springen sie immer wieder in ihre vorgegebene, flache Form zurück. Deshalb sind sie für die geschwungene Form meiner Stühle nicht geeignet. Ich benötige eine weiche, polsternde Füllung, die sich der geschwungenen Form meiner Sitzfläche formgetreu anpasst.

Da Schaumgummi ausschied, habe ich mich ausgiebig mit Vlies beschäftigt. Ich fand bei Amazon etwas Geeignetes, das ich euch kurz vorstellen möchte.

Ich habe mich für Volumenvlies 400 g /m² entschieden. Man kauft es meterweise, es liegt 160 cm breit. Ich habe mich aus folgenden Gründen für dieses Vlies entschieden:

  • Es ist 100 % allergieneutral und beinhaltet keine schädlichen Stoffe.
  • Es ist atmungsaktiv.
  • Es ist für Allergiker, Babys und Kinder geeignet.
  • Man kann es bis 60 Grad in der Waschmaschine waschen.
  • Es ist dick und fluffig und drückt sich nicht platt.
  • Es ist thermisch verfestigt und enthält keine Klebstoffe.
  • Es ist geruchsneutral.
  • Es hat ein niedriges Gewicht und eine lange Haltbarkeit.
  • Es eignet sich optimal als Kissenfüllung, Decke, Kindertextilien, Babydecke, Stofftiere und für weitere Nähobjekte.
  • Es verklumpt nicht.
  • Es ist leichter als Daunen.
  • Man kann es mit der Schere zuschneiden.
  • Das Material ist sehr formbeständig.
  • Es ist schwer entflammbar, formstabil, recyclefähig, hochweiß und knitterarm.
  • Es besteht aus 100 % Polyester.
  • Man kann es mit der Nähmaschine oder mit der Hand nähen.

Ich habe für 1,00 m × 1,60 m 8,49 € + 7,99 € Porto bezahlt. Ja, das Porto ist hoch, aber es war auch ein großer Karton, und ohne Porto habe ich das gleiche Produkt nicht gefunden.

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Das Vlies kam – wohl etwas muffig gelagert – zusammengerollt bei mir an. Ich habe es ausgepackt und ein paar Stündchen an der frischen Luft auslüften lassen. Vom muffigen Geruch war nach dem Lüften nichts mehr zu riechen. Es roch ganz neutral nach nichts. Ich bin da sehr empfindlich, müsst ihr wissen. Bei mir darf es nicht komisch riechen und es darf auch keine Schadstoffe enthalten.

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Natürlich habe ich es gleich getestet. Man kann das 4 cm hohe Vlies auf ca. 1 cm zusammendrücken, danach geht es wieder artig in die Ausgangsform zurück.

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10. Zuschnitt Vlies

Als Nächstes habe ich meine Sitzpolster zugeschnitten. Ich hatte meine Stühle ja bereits ausgemessen und wusste somit, dass eine Auflage 30 cm × 70 cm groß sein musste. Mit einem großen Patchworklineal und einem Permanentstift habe ich das Rechteck in der Größe 30 cm × 70 cm aufgezeichnet. 

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Bitte hier aufpassen und kontrollieren, dass euer Rechteck wirklich exakt rechtwinkelig ist. 

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Mit einer guten Haushaltsschere ließ sich das Vlies anstandslos ausschneiden.

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Und weil ich zwei Gartenstühle habe, habe ich das Vlies natürlich zweimal zugeschnitten. Eine Anprobe zeigte, dass bis hierher alles stimmte.

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Die Vliesauflagen passten sich elegant der geschwungenen Form der Stühle an.

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11. Ideen zur Machart

Da mein Vlies bis 60 Grad in der Waschmaschine waschbar ist und auch mein Panama-Stoff waschbar ist, muss ich keinen Reißverschluss in mein Polster einnähen. Bei Bedarf rolle ich das mit Stoff bezogene Polster einfach ein und wasche es in der Waschmaschine. Die Rolle ist mit 30 cm nicht sehr breit und passt in ein Wäschesäckchen. Nach der Wäsche nehme ich es heraus, rolle es aus und lasse es flach ausgebreitet an der Luft trocknen.

Damit die Sitzpolster an der richtigen Position bleiben und nicht herunterrutschen, nähe ich an der oberen Lehne zwei Gummibänder auf verschiedenen Höhen an. Man kann das Polster ganz einfach auf- und wieder abziehen. Das können auch Kinderhände gut bewerkstelligen. Die Gummibänder kann man auf beiden Seiten des Polsters platzieren, sodass man die Schauseiten nach Belieben wechseln kann.

12.  Berechnung des Schnittmusters

Die Basis für die Berechnung des Schnittmusters sind die Maße (Länge, Breite, Höhe) des Polsters. Dem fügen wir noch die Nahtzugabe hinzu. Konkret setzen sich meine Maße für den Zuschnitt so zusammen:

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Ich benötige somit je Gartenstuhlpolster zwei Stoffzuschnitte (einmal Vorderseite, einmal Rückseite) in den Maßen: 76 cm × 36 cm.

13. Stoffauswahl 2.0 oder alles neu macht Lisann

Nachdem ich alle meine blumigen Panama-Stoffe so schön vorbereitet hatte, kam meine vierjährige Enkelin Lisann zu Besuch. Die Gartenstühle hatte sie hauptsächlich für sich und ihre Freundin reserviert. Und sie hatte sich Bezüge gewünscht.

Aber nun stellte sich heraus, dass ihr meine Stoffe nicht so gut gefielen wie mir. Sie druckste ein wenig herum und meinte „Oma, Du magst doch Blumen, das sind deine Stoffe. Komm, wir gehen mal schauen, was du noch für Stoffe hast.“ Und somit stiegen wir auf den Dachboden in meine Nähstube und damit zu den Stoffvorräten.

Sie entdeckte ihren Lieblingsstoff sofort, als hätte er nur auf sie gewartet. Von einer alten Baumwollbettwäsche lachten ihr die Heidi und der Peter entgegen. Na, kennt ihr den Film auch?

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Ein aufgeregtes Erkennen und Strahlen ging über ihr Gesicht. Den Film „Heidi“ hatte Lisann erst vor einiger Zeit im Urlaubskino gesehen und war seitdem großer Fan der kleinen, fröhlichen Heidi und dem immer hungrigen Peter. Danach bekam sogar eine neue Puppe von ihr den Namen Heidi. Es war klar, nur aus diesem Stoff sollten die Sitzpolster für ihre Gartenstühle sein! 

Also habe ich meine blumigen Panama-Stoffe wieder weggepackt und mich mit dem alten Bettbezug beschäftigt. 

14. Stoffvorbereitung

Da man auf gewaschenen und gebügelten Stoffen Maße genauer aufzeichnen kann, habe ich meinen alten Bettwäschebezug erst einmal mit Dampf gebügelt. Gewaschen wurde er in seiner langen Lebenszeit von ca. 47 Jahren sicherlich schon sehr oft.

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15. Zuschnitt

Mit einem großen Pachtworklineal und einem Rollschneider schneide ich mir auf einer Schneideunterlage zwei Rechtecke in der Größe 76 cm × 36 cm heraus.

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Ich achte dabei natürlich darauf, dass in der Mitte der Auflage besonders schöne Motive zu sehen sind. Pro Stuhlpolster schneide ich zwei Rechtecke zu. Beim Zuschnitt ist es wichtig, dass alle Ecken im rechten Winkel sind. Wer möchte, kann sich die Linien auch vorher aufzeichnen.

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16. Gummibänder einlegen

Wir legen ein Rechteck mit der schönen Seite nach oben vor uns hin. Mit einem Maßband und einem selbst löschenden Stift messen wir nun von der oberen Stoffkante die Positionen für den Sitz unserer zwei Gummibänder ab. Ich habe die richtigen Stellen vorher am aufgelegten Vlies markiert.

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Ich messe diese Positionen von meinem Vlies ab. Ich übertrage diese Werte auf den Stoff. In meinem Fall mache ich – gemessen von der oberen Stoffkante – rechts und links nach 10 cm und nach 31 cm eine Stecknadel-Markierung für das Gummiband.

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Mit Stecknadeln fixiere ich an diesen Stellen die beiden Gummibänder zwischen den beiden rechts auf rechts liegenden Stoffen. Die Gummibänder sollen ca. 2 cm über die Stoffkante hinausragen und eher straff als locker liegen.

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Wir legen das andere Rechteck auf das soeben bearbeitete. Hier müsst ihr aufpassen, dass alle Motive aufrecht stehen. 

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Jetzt liegen beide Rechtecke rechts auf rechts aufeinander, die Gummibänder schauen seitlich heraus.

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Wir klammern beide Rechtecke mit Stoffklammern zusammen.

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An der unteren Kante lassen wir mittig eine Wendeöffnung von 16 cm und markieren diese mit zwei Stecknadeln.

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17. Nähen Geradstich

Bevor wir gleich die beiden Rechtecke zusammennähen, machen wir mit einem Stoffrest eine Nähprobe zur Bestimmung der optimalen Stichlänge und -breite.

Ich starte an der unteren Markierung für die Wendeöffnung. Ich nähe mit normalem Geradstich (3,5 mm Stichlänge, 2,2 mm Stichbreite) mit 1 cm Nahtzugabe. Für die Nahtzugabe orientiere ich mich an der Stichplatte meiner Nähmaschine. Zu Beginn sichere ich die Naht mit ein paar Rückstichen.

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Über die Stellen, wo die Gummibänder eingelegt sind, nähen wir ein paar Mal hin und zurück.  

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In den Ecken nähen wir bis 1 cm vor der Stoffkante. Dann versenken wir die Nadel im Stoff, heben das Nähfüßchen an, drehen den Stoff um 90 Grad, senken das Nähfüßchen wieder hinab und nähen die nächste Seite. 

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Wir nähen so lange, bis wir an der anderen Markierung für die Wendeöffnung angekommen sind. Wir verriegeln die Naht durch ein paar Rückstiche.

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Nach dem Zusammennähen schneiden wir die Gummibänder bündig zur Stoffkante ab.

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18. Kanten versäubern mit der Overlock

Da wir rundherum noch offene Stoffkanten haben, versäubern wir diese nun in einem Schritt mit der Overlock. Wir versäubern nacheinander alle Kanten. Die Fäden müssen wir nicht vernähen, nur abschneiden. 

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Wir bügeln die Kante mit der Wendeöffnung. Dafür habe ich rechts und links mit einem Nahttrenner ein paar Stiche der Overlock-Naht aufgetrennt.

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19. Ecken nähen

Unter Einsatz einer kleinen Schablone zeichne ich mir in jede Ecke ein kleines Quadrat in der Größe von 2 cm × 2 cm auf. Ich lege es auf, umrande es mit einem selbst löschenden Stift und schneide die Linien aus. Die Ausschnitte ergeben später die Höhe meines 4 cm hohen Polsters.

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Jetzt nähen wir die Ecken ab. Dafür falten wir die Ecken zusammen und legen sie Naht auf Naht übereinander. Wir klappen die obere und untere Nahtzugabe in entgegengesetzte Richtungen.

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Mit einer Stoffklammer fixieren wir die Position.

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Wir passen auf, dass von der Seite gesehen alle Nahtzugaben in die gleiche Richtung zeigen.

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Vor dem Absteppen der Ecken kontrollieren wir die Maße. Unsere Steppnähte müssen so hoch wie unsere Auflagen sein, also 4 cm bei mir. Zwischen den beiden geplanten Steppnähten muss ich 30 cm für die Breite und 70 cm für die Länge der Auflagen messen können.

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Danach steppe ich die Ecken mit 1 cm NZG ab. Anfang und Ende der Naht verriegele ich.

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Da die Ecken einer etwas stärkeren Beanspruchung unterliegen, versäubere ich die 4 cm langen Stoffkanten noch mit der Overlock. Die Fäden vernähe ich hier nicht. Damit ist mein Bezug fast fertig.

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Wir wenden den Bezug und formen die Ecken mit den Fingern gut aus.

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20. Die Füllung

Wir rollen das Vlies längs zusammen und schieben die Rolle durch die Wendeöffnung bis zur oberen Kante des Bezugs. Wir entrollen das Vlies im Bezug und richten es sorgfältig bis in die Ecken aus.

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Mit Füllung schaut unser Polster nunmehr so aus:

 

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Die beiden Gummibänder kann man auf der einen oder der anderen Seite positionieren:

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Die Ecken sehen gefüllt nun auch recht ordentlich aus:

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21. Wendeöffnung schließen

Als letzte Handlung müssen wir noch die Wendeöffnung schließen.

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Ich mache das mit Nadel und Faden und per Matratzenstich.

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Das geht recht einfach und die Naht ist nach dem Anziehen des Fadens quasi unsichtbar.

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22. Das Ergebnis

Damit ist mein erstes Polster für den Mini-Gartenstuhl fertig:

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Ich habe natürlich noch ein zweites Polster genäht, da ich zwei Stühle habe.

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Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Polster passen sich perfekt der geschwungenen Form der Stühle an. Schauen sie nicht einladend aus?

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Dadurch, dass meine alte Baumwollbettwäsche schon vielfach gewaschen wurde, ist sie sehr weich und angenehm auf der Haut. Schade, dass ihr den Stoff nicht durch den Bildschirm anfassen könnt. Die Polster sind schön weich, glatt, atmungsaktiv – genau das Richtige für nackte Kinderhaut.

Und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit habe ich mit diesem Nähprojekt auch geleistet: Der vermeintliche Sperrmüll bekommt ein neues Leben und alte Textilien wie die ausgediente Bettwäsche wurden sinnvoll wiederverwendet. Mit den Polstern hätte wohl niemand die Gartenstühle am Straßenrand stehen lassen, oder?

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Durch die Gummibänder halten die Polster perfekt an der Lehne. Man kann zwischen den beiden Seiten des Polsters wählen, da man die Gummis bei Bedarf einfach auf die andere Seite schieben kann.

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Von oben betrachtet, sieht man, wie dick die Polster sind. Darauf lässt es sich bestimmt bequem sitzen.

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Und wenn meine Enkelin Lisann sich das Muster übergesehen hat, könnte ich ihr oder einem anderen Enkelkind auch neue Polster nähen, es ist ja noch genügend Vlies übrig. Aber jetzt darf Lisann erst einmal ihre einzigartigen Gartenstühle genießen und sich daran erfreuen. Sie hat übrigens ein kleines Tischchen zuhause, das größenmäßig perfekt zu den Stühlen passt.

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Zum Schluss gibt es noch einmal ein Vorher-Nachher-Bild: 

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23. In eigener Sache

Wenn ihr meinen Stil mögt und Lust auf mehr kreative Ideen von mir habt, kommt mich gern auf meinem Blog oder in meinem Shop besuchen. Hier gibt es zahlreiche Anleitungen zum Basteln, Häkeln, Stricken, Filzen, Nähen und Handwerken.

Über einen netten Kommentar oder eine kleine Plauderei hier unter dem Blogbeitrag würde ich mich freuen. Für heute verabschiede ich mich und bedanke mich für eure Aufmerksamkeit.

Herzliche Grüße von Ina


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