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DIY-Projekt: Vintage-Hocker aufhübschen

Monday, June 1, 2026

Vintage-Hocker aufhübschen

Heute möchte ich euch auf eine Reise mitnehmen, bei der es um Altes geht, was nicht auf dem Wertstoffhof landen soll, sondern uns aufgehübscht weiter Freude machen soll. Sicherlich haben viele von euch solch altes Schätzchen Zuhause, das auf sein zweites Leben wartet. Es bräuchte nur dringend eine liebevolle Hand und etwas handwerkliche Aufmerksamkeit.

In meinem Haushalt stehen einige solche Dinge, da mein Mann ein Sammler ist. Ich hätte die Dinge schon längst entsorgt, aber mein Mann hängt an den alten Sachen. Da muss man dann Kompromisse finden. Früher war es alter Kram, heute findet man es unter den charmanten Bezeichnungen Vintage, Retro oder Schick von gestern. Es gibt ganze Bücher und zig Tutorials darüber, wie man alte Sachen aufhübschen und zu neuem Leben erwecken kann.

In meinem heutigen Blogbeitrag geht es um eines dieser alten Möbel von vorgestern, an dem mein Mann hängt. Er brachte es vor 37 Jahren in unseren gemeinsamen Haushalt ein. Und deshalb begleitet es auch mich nun schon über so einen langen Zeitraum. Es handelt sich um ein zur damaligen Zeit handelsübliches und in (fast) jedem DDR-Haushalt zu findendes praktisches Sitzmöbel.

Damit ihr wisst, wohin es heute bei dem Blogbeitrag geht, zeige ich euch zur Einstimmung ein Vorher-Nachher-Bild:

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Mein Beitrag soll ein bisschen nostalgisch auf die alten Sachen schauen, die jeder wohl daheim hat und die vielerorts ein Schattendasein fristen. Vielleicht ist genau jetzt die richtige Zeit, sie wieder neu in Szene zu setzen! Hier die wichtigsten Gründe dafür:

  • Es ist nachhaltig, weil wir Altes erhalten. Statt Massenware zu kaufen, können wir mit wenig Materialeinsatz wunderschöne Einzelstücke für den Bruchteil des Neupreises gestalten. Manchmal werden diese Möbelstücke gar nicht mehr hergestellt, und wir könnten sie gar nicht mehr neu kaufen.
     
  • Wir müssen nichts Neues kaufen. Damit sparen wir Ressourcen und Energie ein, die für die Herstellung und den Transport von neuen Möbeln notwendig wären.
     
  • Wir sparen Geld für Neuanschaffungen. Das können wir sinnvoll für anderes einsetzen, was uns wichtig ist.
     
  • Wir schonen aktiv die Umwelt, weil wir Müll vermeiden.
     
  • Jedes upgecycelte Möbelstück ist ein Unikat. Wir bestimmen, wie es am Ende ausschaut. Wir suchen die Farben und Materialien aus, sodass es uns gefällt.
     
  • Wir dürfen kreativ sein und es Stück für Stück umgestalten. Der kreative Prozess wird uns Freude schenken und das fertige Stück wird uns am Ende mit Stolz erfüllen.
     
  • Wir teilen unsere Freude mit anderen – wie hier in diesem Blog – und regen sie zum Nachdenken und Nachmachen an.
     
  • Wegen der obigen Gründe haben wir ein positives Gefühl.
     
  • Wir bewahren ein Stück aus einer vergangenen Zeit. 

In meinem Fall bewahre ich mit dem Erhalten des Gegenstandes sogar ein Stück Zeitgeschichte der DDR (= Deutsche Demokratische Republik). Ich habe im Internet recherchiert, dass der Hocker, um den es hier heute geht, im DDR-Museum Berlin zu bewundern ist. Man kann ihn ja nicht mehr kaufen, da es die DDR nicht mehr gibt, und auch gebrauchte Stücke sind mittlerweile rar geworden. Nach und nach sind sie – wie so vieles – einfach aus unserem Alltag verschwunden. Aber in meinem Haushalt gibt es noch einen! Und deshalb soll er erhalten bleiben – er muss halt nur ein bisschen aufgearbeitet und verschönert werden.

1. Die Geschichte unseres Vintage-Hockers

Mein Mann besitzt einen alten Werkstatthocker. Den schleppt er seit Jahrzehnten immer dorthin, wo er eine sitzende Tätigkeit ausführen möchte: also in die Garage, die Werkstatt im Keller, in den Garten. Er benutzt ihn zum Draufsitzen, wenn er etwas bastelt, streicht, montiert, repariert, meine Tomaten anbindet oder was auch immer. Auch benutzt er ihn – wie man deutlich erkennen kann – gern als Ablagefläche für alles Mögliche, was eben in einer Werkstatt oder Garage so anfällt. Dementsprechend fleckig schaut der Bezug auch aus (sorry, dass ich euch das Bild zumute, aber so ist nun mal der Ist-Zustand):

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Dieser Hocker stammt vermutlich noch von seinem Vater. Wahrscheinlich saß der auch schon auf diesem Hocker, als er in den 60er-Jahren den Zaun am Kinderspielplatz vor dem großen Mehrfamilienhaus in Berlin-Adlershof gestrichen oder draußen an den Fahrrädern der Kinder gebastelt hat.

Also, der Hocker ist nützlich und hat für meinen Mann emotionalen Wert. Deshalb ist er ihm heilig und darf niemals durch einen neuen ersetzt werden. Hier ein kleiner Beweis seiner Herkunft und seines Alters, den ich unter der Sitzfläche gefunden habe: 35,00 EVP. Das heißt, er kostete mal 35 Mark (der DDR) im Einzelhandel.

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Da ich die Modellnummer des Hockers habe und weiß, dass er in der DDR produziert wurde, habe ich ihn gegoogelt. Es gibt (mindestens) noch einen, und der steht im DDR-Museum Berlin. Dort hat er ein blaues Polster, aber es ist das gleiche Modell. 

Unser Hocker schaut mittlerweile aber schon sehr abgenutzt aus. Deshalb sollte er nun dringend aufgebessert werden – eine Idee meines Mannes. Der Hocker hat noch den Originalbezug aus den vermutlich 60er-Jahren. Der Bezug hat natürlich über die Jahre diverse Flecken bekommen. Ich habe ihn zwar kräftig mit Waschmittellauge geschrubbt, aber die über Jahrzehnte gesammelten Öl- und Farbflecken aus der Werkstatt sowie die kleinen Brandlöcher gingen davon nicht heraus.

Falls ihr auch irgendwo so ein altes Schätzchen herumstehen habt und evtl. über eine Verschönerung nachdenkt, seid ihr nun herzlich zum praktischen Teil meines Blogbeitrags eingeladen.


2. Die Vorbereitungen

Mein Mann hat die Sitzfläche abgeschraubt und das Metallgestell (Stahlrohr, ehemals schwarz lackiert) entrostet und mit schwarzem Acryllack neu gestrichen. So alt und verrostet schaute das Gestell aus:

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Das Streichen oder Sprühen der Lackfarbe macht man natürlich an einem windarmen, warmen Tag draußen – und dann muss es tagelang trocknen. Somit hatte ich viel Zeit, mich derweil um die gepolsterte Sitzfläche zu kümmern.

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Da die Sitzfläche nun separiert war, konnte ich sie mir von allen Seiten gründlich betrachten. Sie hat unter dem ca. 9 cm dicken Schaumstoffpolster eine stabile Holzplatte (vermutlich Sperrholz), auf die das Metallgestell angeschraubt wird.

Das Sitzpolster wurde mit einem Bezug (vermutlich Polyester) bespannt, der unter der Sitzfläche auf der Holzfläche festgetackert wurde. Auch auf der Holzplatte sieht man die Spuren der Zeit. Die Holzplatte muss mein Mann natürlich noch abschleifen, bevor beide Teile später wieder verbunden werden.

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Da der Hocker schätzungsweise 60 Jahre alt ist, habe ich davon abgesehen, den alten Stoffbezug zu entfernen. Vermutlich wäre der Schaumstoff unter dem angetackerten Bezug dabei an den Rändern zerbröselt. Deshalb habe ich beschlossen, dass der Hocker einen neuen Bezug bekommt, den ich über den alten Bezug spanne.

3. Das Material

Leider hatte ich kein Mitspracherecht bei der Auswahl des Stoffes. Es hätte sich schon etwas „Schönes“ gefunden. Aber mein Mann bestand auf diesem Stoff aus seinem „Fundus“. Ursprünglich stammt er von einer Schlafcouch der heute erwachsenen Kinder. Vor der Entsorgung hat er die Couch auseinandergenommen und alle noch brauchbaren Teile - wie auch den Bezugsstoff - "gesichert".

Der Möbelstoff fasst sich leicht samtig (vielleicht Mikrofaser/Velours) an und ist recht unempfindlich. Ich kann mich an die Couch erinnern, die im Kinderzimmer stand. Sie hat also einiges mitgemacht. Dieser Stoff sollte es nun unbedingt sein, da ließ mein Mann nicht mit sich reden. Nun gut, ich muss mich fügen, schließlich ist es sein Hocker!

So schaut das recycelte, leider teilweise ausgeblichene Stück Stoff aus, das ich zur Verfügung hatte:

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Die Oberfläche ist leicht samtig und fasst sich angenehm an. Die Rückseite zeigt ein unelastisches und festes Gewebe.

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4. Das Messen

Für die Ermittlung des Stoffzuschnittes messe ich jetzt den Hocker aus. Ich benötige die Breite, Länge und Höhe des Sitzpolsters. 

  • Breite = 36 cm
  • Länge = 46 cm
  • Höhe = 8,5 cm

Auf aufmerksame Leser hat bemerkt, dass meine Maße um 1 cm in der Länge und Breite von denen auf dem Etikett abweichen. Dies deshalb, weil der Hocker mit der Zeit „breit gesessen“ wurde. Später zeigte sich dann, dass ich bei den Originalmaßen hätte bleiben sollen. 

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5. Schnittmuster berechnen

Das Schnittmuster baut sich wie folgt auf:

In der Mitte habe ich die Sitzfläche von den gemessenen 46 cm × 36 cm.

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Rund um die Sitzfläche benötige ich eine Nahtzugabe zum Nähen von 1,5 cm. Diese addieren zu unserem Rechteck dazu. Damit ist das um die NZG erweiterte Rechteck jetzt 49 cm × 39 cm groß.

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An das 49 cm × 39 cm große Rechteck füge ich nun die Seitenteile an. Da mein Hocker 8,5 cm hoch ist, füge ich oben, unten und an den Seiten je 8,5 cm an.

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Zum Schluss füge ich dem Schnittmuster noch den breiten Saum zu, der sich unter dem Rand des Hockers befinden wird. Hier arbeite ich später den Gummizug ein.

Ich habe mir die Montage des Sitzes auf dem Metallgestell angeschaut. Es hat 2 cm Platz zwischen Sitz und Metallgestell. Deshalb kalkuliere ich den breiten Saum mit 5 cm. Wenn ich später den Saum mit 3 cm umnähe, bleiben von dem 5-cm-Saum genau die gemessenen 2 cm für unter dem Sitz übrig. Damit habe ich genügend Platz für den Tunnelzug zum Durchziehen des Gummibandes.

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Wenn ich jetzt alle Maße addiere, ergibt sich das folgende Schnittmuster mit den Maßen: 75 cm × 65 cm. So groß muss das Stoffstück also sein, damit es für meinen Hocker passt.

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6. Der Zuschnitt

Der Einfachheit halber schneide ich mir ein Rechteck zu, bei dem ich die Ecken herausschneide. Mein Rechteck hat also 75 cm × 65 cm. Mit einem selbst löschenden Stift und einem großen Patchworklineal zeichne ich das Rechteck auf der Rückseite des Stoffes auf.

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Danach schneide ich das Rechteck mit einer Stoffschere aus.

Jetzt zeichne ich auf der Rückseite des Stoffes in jeder Ecke ein Viereck von je 13 cm x 13 cm auf. Ich schneide die Ecken aus.

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Damit ist mein Stoffzuschnitt fertig:

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Jetzt müsste ich den Stoff eigentlich bügeln. Allerdings vermute ich, dass der Stoff einen Großteil Kunststofffasern enthält – und die würden bei zu viel Hitze schmelzen. Also nehme ich mir einen Stoffrest und teste, ob ich den Stoff mit einem feuchten Handtuch darauf dämpfen kann. Da das gut funktioniert hat, dämpfe ich das große Stück Stoff in gleicher Weise. 

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7. Die Kanten versäubern

Da meine Stoffkanten nicht ausfransen, was ich überprüft habe, muss ich diese nicht versäubern. Da ich meinen Stoff später nur einmal umschlage, verschwindet die Stoffkante ohnehin unsichtbar auf der linken Seite im Saum. 

8. Die Ecken nähen

Jetzt wird genäht! An einem Stoffrest probiere ich aus, welche Nadel und welches Garn für das beste Ergebnis geeignet sind und korrigiere ggf. die automatischen Einstellungen der Nähmaschine. Ich möchte mit einem etwas größeren Geradstich nähen, da es ein eher robuster Stoff ist.

Da ich für den Saum einen Umschlag, also zwei Stoffe übereinander, nähen muss, probiere ich auch diese Variante an einem Stoffrest aus. Gerade bei dicken Stoffen muss man das vorher testen.

Nach meiner Probe zeigte sich, dass sich der Stoff, wenn er rechts auf rechts liegt, beim Nähen leicht gegeneinander verschiebt. Deshalb klebe ich kurzerhand die 13 cm langen Nähkanten zusammen, bevor ich sie nähe.

Zum Zusammenkleben benutze ich meine Geheimwaffe aus dem Bastelbereich: Power Tape „extra stark“ von Ideen mit Herz. Das ist ein doppelseitiges, 9 mm breites Klebeband mit sehr starker Haftkraft.

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Ich klebe das Klebeband auf eine kurze Seite einer Ecke. Am Anfang und am Ende lasse ich ein Stück frei. Nach dem Entfernen der Schutzfolie klebe ich beide Stoffseiten rechts auf rechts aneinander. 

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Damit beide Kanten genau aufeinandertreffen, lege ich erst die äußeren Kanten aneinander und streife dann beide Stoffkanten zur Mitte des Stoffes hin zusammen. Das mache ich mit allen vier Ecken.

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Jetzt nähe ich mit einem Nahtabstand von 15 mm (die hatte ich ja in der Berechnung für die NZG eingesetzt) eine Steppnaht und orientiere mich für den Abstand an der Stichplatte der Nähmaschine. Anfang und Ende der Naht verriegele ich.

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Danach schneide ich die Nahtzugabe knappkantig mit einer Stoffschere ab.

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Das mache ich mit allen vier Ecken.

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So schaut die Ecke von rechts aus:

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Wenn ich nun alle Ecken umdrehe, habe ich schon einen richtigen Bezug.

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Natürlich stülpe ich ihn gleich auf das Polster des Hockers, um seinen Sitz zu überprüfen.

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Er sitzt schon gut, aber noch nicht perfekt. Ich finde, der Bezug könnte noch etwas straffer sitzen. Deshalb versehe ich alle vier Ecken mit einer weiteren – dieses Mal nähfüßchenbreiten – Naht. An dieser Stelle kann man die Ecken durch eine Anprobe und Nachbesserung perfekt anpassen.

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Auch hier schneide ich die Nahtzugaben knappkantig zurück. Danach gibt es eine neue Anprobe – und siehe da, jetzt bin ich mit dem Sitz zufrieden.

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9. Ein- und Ausgang für das Gummiband

Als Nächstes ist der Tunnelzug dran, in den ich später das Gummiband ziehen werde.

Bevor ich wieder nähe, kümmere ich mich um zwei erforderliche Löchlein im Stoff, in die ich später Ösen setze. In das erste Löchlein führe ich später das Gummiband ein und in dem anderen kommt es wieder heraus. So kann ich beide Enden mit einem Knoten verbinden und den Bezug damit auf die richtige Spannung bringen bzw. bei Bedarf nachspannen. Wäre das Gummiband über die gesamte Länge im Saum versteckt, könnte ich es später nicht nachregulieren. Der Knoten verschwindet unter dem Saum, ist von außen nicht sichtbar.

Mithilfe einer Stanzzange möchte ich zwei Ösen in meinen Stoff setzen. Bevor ich das tue, probiere ich das Ösensetzen an einem Probestück.

Zum Stanzen benötige ich eine Stanzzange sowie das Ober- und das Unterteil einer Metallöse. Meine Stanzzange hat etwas ganz Besonderes an sich, sie ist an den Bolzen, wo die beiden Ösenteile eingelegt werden, magnetisch. Damit ist sichergestellt, dass man die Ösenteile immer richtig einlegt.  

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Jede Öse besteht aus zwei Teilen, einem Ober- und einem Unterteil. Ich lege beide Ösenteile - dank Magnetismus an der richtigen Stelle - oben und unten ein. Danach positioniere ich die Zange über dem gemachten Löchlein im Stoff.

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Dann drücke ich die Zange kräftig zusammen und die Öse wird in den Stoff gepresst.

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Nachdem das mit dem Probestück anstandslos geklappt hat, ist nun der Hockerbezug dran. Ich setze zwei Ösen dicht nebeneinander.

Zuerst bohre ich mit einer Ahle ein Löchlein an die vorgesehene Stelle im Stoff. Die richtige Stelle ist mittig vom 3 cm-Saum. Sie befindet sich 15 mm ab Stoffkante. Dann schneide ich das Löchlein mit einer spitzen Schere etwas größer. Da meine Ösen einen Durchmesser von 9 mm haben, sollte das Löchlein ca. 8 mm betragen.

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Das Löchlein sollte so groß sein, dass das Oberteil der Öse straff in das Loch passt. Wenn der Rand nicht ganz rund ist, ist das kein Problem. Die Stoffkante vom ausgeschnittenen Loch verschwindet später in der Öse. Da ich zwei Ösen nebeneinander benötige, mache ich gleich noch ein zweites Loch. So kann ich am besten sehen, dass sie sich auf gleicher Höhe befinden.

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So schauen meine gesetzten Ösen von vorn und von hinten aus:

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10. Den Tunnel nähen

Ich schlage den Saum 3 cm um. Da ich für den breiten Saum beim Schnittmuster 5 cm veranschlagt hatte, bleiben nach dem Umschlagen des Saums 2 cm übrig, die unter meinem Hocker liegen werden. Diese 2 cm, die sich zwischen Sitzfläche und Metallgestell des Hockers befinden, hatte ich vorher ausgemessen.

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Ich klammere den Saum rundherum mit Stoffklammern fest.

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Jetzt wird wieder genäht. Ich nähe mit einem etwas größeren Geradstich im Abstand von 2,5 cm und orientiere mich dabei an der Stichplatte der Nähmaschine. Anfang und Ende der Naht verriegele ich durch ein paar Rückstiche. Da ich meine Ösen mittig in den 3-cm-Saum gesetzt habe, sollte ich mit der Naht gut daran vorbeikommen.

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Die Naht an den Ösen ist doch etwas knapp ausgefallen. Da die Ösen höher stehen als der Stoff, wurde der Nähfuß seitlich durch den Metallring weggedrückt. Nun ja, die knappe Naht erfüllt dennoch ihren Zweck und außer mir sieht das ja keiner. 

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11. Das Gummiband einfädeln

Zum Schluss wird das Gummiband eingefädelt. Die Ösen befinden sich auf der Innenseite des Saums.

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Wir stechen mit einer Sicherheitsnadel in das Gummiband ein, das wir auf der Pappe lassen. Wir stecken die Sicherheitsnadel in eine Öse und schieben sie Stück für Stück durch den Tunnel. Am Ende kommen wir aus der zweiten Öse wieder heraus.

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In der Zwischenzeit hat mein Mann die hölzerne Sitzplatte von unten abgeschliffen und das Sitzkissen wieder auf das frisch lackierte Metallgestell geschraubt. Ihr seht anhand der „Holzfarbe“, dass es kein echtes Holz war, sondern eine Spannplatte. Aber egal, wir wollten den Hocker ja um jeden Preis erhalten.

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Wir halten beide Enden des Gummibandes fest und spannen den Bezug über die Sitzfläche. Wir zupfen die Ecken zurecht und verteilen die leichten Raffungen gleichmäßig im Saum.

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Am Ende ziehen wir die Gummibänder so lange an, bis der Bezug rundherum straff sitzt. Danach schneiden wir das Gummiband ab und verknoten beide Enden mehrfach. Der Knoten verschwindet unsichtbar unter dem Saum. Sollte das Gummiband später ausleiern, können wir es einfach erneut straffen. Deshalb die praktischen Ösen.

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12. Ergebnis

Mein Hocker ist nun fertig! So schaut er aus:

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Und hier abschließend noch einmal kurzer Vorher-Nachher-Vergleich:

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13. In eigener Sache

Mein heutiges DIY-Projekt ist fertig und der aufgehübschte Hocker längst wieder in Benutzung. Ich hoffe, ihr seht die alten, abgerockten Möbel in eurem Haushalt nun mit neuen Augen. Vielleicht könnten auch sie eine Schönheitskur vertragen. Wegwerfen kann jeder, aber heute ist Werterhaltung angesagt.  

Wenn euch mein Stil gefallen hat und ihr Lust auf mehr kreative Ideen von mir habt, kommt mich gern auf meinem Blog oder in meinem Shop besuchen. Hier gibt es zahlreiche Anleitungen zum Basteln, Häkeln, Stricken, Filzen, Nähen und Handwerken.

Wenn euch mein Blog gefallen hat und ihr schon gespannt seid, was ich mir als Nächstes ausdenke, könnt ihr meinen Blog auch abonnieren. Klickt dafür einfach einmalig oben auf den Button „Folgen“ unter dem Titel dieses Blogs:

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Über einen netten Kommentar oder eine kleine Plauderei hier unter dem Blogbeitrag würde ich mich freuen.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal.

Herzliche Grüße von Ina


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