Näh-Workshop Teil 1
Reste-Projekte aus Stoffen und
Patchwork-Bettdecke für das Puppenbett
Seit nunmehr 4 Jahren habe ich mich neben dem Stricken, Häkeln und Filzen auch dem Nähen verschrieben. Angefangen habe ich mit Jerseystoffen, da sie elastisch sind und ein paar Fehlerchen beim Zuschnitt und Nähen verzeihen. Im Laufe der Zeit fanden aber auch viele bunte Baumwollstoffe zu mir. Ihre Besonderheit ist, dass sie nicht elastisch sind. Man muss einiges beachten, damit auch aus ihnen etwas Schönes und Passendes wird.
Zu Anfang meines Blogbeitrags kommt ein wenig Theorie – wir machen uns mit dem Stoff vertraut, lernen seine Eigenschaften kennen, würdigen seine Vorzüge und betrachten seine Nachteile. Je besser man den Stoff kennt, den man verarbeiten möchte, umso perfekter wird das Ergebnis.
Nach der Theorie starten wir gemeinsam mit einem wunderbaren Nähprojekt. Da ich weiß, dass ihr sehr neugierig seid, zeige ich euch vorab schon einmal das Ergebnis unseres Kreativ-Projektes aus Baumwollresten. Es ist eine hübsche Patchwork-Bettdecke für das Puppenbett meiner Enkelin Lisann. Diese hübsche Bettdecke könnt ihr nach meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung in diesem Blogbeitrag nachnähen:
Ihr müsst natürlich von der Form und Funktion her nicht unbedingt eeine Decke für das Puppenbett aus den Baumwollstoffresten machen. Man kann die Vierecke (Patches), aus denen wir sie nähen, auch zu anderen textilen Kunstwerken – z. B. Kissenhüllen oder Taschen – verarbeiten. Die Machart, was die Herstellung der Patches und das Zusammenfügen betrifft, bleibt immer gleich.
Es gibt also viel Spannendes und Nützliches zu betrachten und zu lernen. Lehnt euch erst einmal entspannt zurück und macht euch mit dem Baumwollstoff vertraut. Genäht wird später! Die Ungeduldigen können den Theorie-Teil natürlich überspringen und scrollen einfach bis Punkt 8. vor. Meine Stoffe stehen jedenfalls zu meiner Vorfreude schon bereit und warten auf ihren baldigen Einsatz.
1. Was ist Baumwollstoff?
Baumwolle ist ein Naturprodukt aus der Baumwollpflanze. Die Naturfasern bestehen zu 91 % aus Zellulose, die aus den Samenhaaren der Pflanze gewonnen werden.
Diese frisch gepflückten, noch bauschigen Fasern (ganz rechts im Bild) werden zu Fäden versponnen und zur Herstellung weicher, atmungsaktiver Textilien verwendet. Deshalb sind Textilien aus Baumwolle weich, sie kratzen nicht und sind lange haltbar.
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(Bildquelle: Von Begonia in der Wikipedia auf Deutsch, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12166947)
Baumwollpflanzen werden heute in mehr als 70 Ländern auf allen Kontinenten der Welt angebaut. Hauptanbaugebiete sind China, Indien, die USA und Teile Afrikas. Die Pflanzen benötigen viel Wärme und sehr viel Wasser. Der konventionelle Anbau bringt deshalb große Herausforderungen für Natur, Umwelt und Menschen mit sich. Deshalb achte ich möglichst darauf, dass meine gekauften Bio-Baumwollstoffe GOTS-zertifiziert sind. Der Bio-Anbau fördert soziale und ökologische Standards.
2. Wofür wird Baumwolle verwendet?
Aufgrund seiner tollen Eigenschaften, auf die ich gleich näher eingehe, ist Baumwolle sehr vielseitig einsetzbar. Aus ihr werden Textilien, Kleidung, Vorhänge, Kissen, Handtücher, Windeln, Bettwäsche, Verbandszeug und vieles mehr hergestellt.
3. Vorteile von Baumwollstoff
Baumwolle hat viele verschiedene positive Eigenschaften. Zuerst möchte ich den Tragekomfort nennen. Jeder, der im Sommer Kleidung aus Baumwollstoffen trägt, wird das luftige, leichte Gefühl kennen. Die Kleidung fühlt sich natürlich und angenehm an. Man schwitzt nicht, da der Stoff atmungsaktiv ist. Die Naturfasern der Baumwolle gelten als sehr hautfreundlich, sie haben nur ein geringes Allergiepotenzial. Das ist besonders wichtig bei Kinderkleidung. Meine Enkel haben empfindliche Haut und deshalb nähe ich ihre Sommerkleidung auch nur aus Bio-Baumwolle.
Baumwolle nimmt viel Feuchtigkeit auf. Sie kann etwa 20 % Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Dadurch ist die Baumwolle sehr atmungsaktiv und temperaturausgleichend. Das ist sehr vorteilhaft für Kleidung, aber auch für Bettwäsche. Im Sommer kann man unter einer Baumwollbettdecke sehr entspannt schlafen, da sie für angenehme Abkühlung sorgt und kein Hitzestau unter der Bettdecke entsteht.
4. Nachteile von Baumwollstoff
Baumwolle neigt zur Faltenbildung. Wer es gern akkurat glatt mag, muss bei Baumwolle leider Abstriche machen. Die Oberflächenstruktur dieser natürlichen Fasern ist einfach von Natur aus uneben.
Manche Baumwollstoffe sind auch etwas steif. Meistens gibt sich das nach mehreren Wäschen. Denkt mal an die gute alte Bettwäsche aus Baumwolle. Neu und frisch aufgezogen, war sie immer etwas steif. Aber mit jeder Wäsche wurde sie weicher.
Um das Raue ein wenig auszugleichen, mischt die Industrie den Baumwollfasern andere Fasern bei. Dadurch werden die Stoffe dann weicher. Man muss hier aber aufpassen, dass der Hauptbestandteil des Kleidungsstücks oder der Bettwäsche Baumwolle ist, sonst verlieren sich die guten Eigenschaften der Baumwolle.
Es ist kein Nachteil, aber man muss es einfach wissen: Baumwolle geht nach der ersten Wäsche immer etwas ein, manchmal sogar ganz beachtlich. Also niemals ungewaschene Baumwolle für ein Nähprojekt verwenden!
5. Welche Arten von Baumwolle gibt es?
Jeder, der in einem Stoffgeschäft schon einmal verschiedene Baumwollstoffe angefasst hat, wird es wissen: sie fassen sich alle unterschiedlich an. Ein Baumwollstoff ist nicht wie der andere. Es gibt viele verschiedene Arten Baumwolle, die sich in Qualität, Weichheit und weiteren Eigenschaften unterscheiden. Die Vielfalt entsteht durch das Ausgangsprodukt selbst, die Webart der Baumwollfäden und durch die unterschiedlichen Herstellungsverfahren bis zum fertigen Stoff.
Baumwolle kann entweder gewebt oder gestrickt werden. Außerdem wird zwischen gekämmter und ungekämmter Baumwolle unterschieden. Gekämmte Baumwolle wird vor dem Spinnen gekämmt. Dadurch werden die kürzesten Fasern entfernt, sodass die Qualität der gekämmten Baumwolle höher ist und sie damit länger hält.
Hier ein paar gängige Baumwollstoffarten, die ihr sicherlich von eurer Kleidung oder aus eurem Haushalt kennt. Vielleicht habt ihr sie schon selbst vernäht?
- Jersey Baumwolle
Das ist ein anschmiegsamer und elastischer Stoff mit hoher Dehnbarkeit. Sie wird nicht gewebt, sondern gestrickt, daher die Elastizität. Es gibt Single Jersey und Interlock. Der Unterschied liegt in der Dicke des Stoffes.
Single Jersey hat nur vorn ein V-Muster und ist daher dünner. Deshalb eignet sich Single Jersey besonders für Sommermode, T-Shirts, Kinder- und Puppenbekleidung. Hier sind ein paar Beispiele aus meiner Nähstube (siehe mein Blogbeitrag dazu):
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- Flanell Baumwolle
Sie besteht aus 100 % Baumwolle. Flanellstoff ist fein gewebte Baumwolle, die leicht angeraut ist und sich schön dick anfühlt. Sie wird gern für Schlafanzüge und Winterbettwäsche verwendet.
- Twill Baumwolle
Sie wird auch Köper-Baumwolle genannt, ist sehr dick und robust. Daraus werden deshalb häufig Jeans, Arbeitsjacken und Hemden gefertigt.
- Baumwolle Renforcé
Bei diesem Stoff kommt eine spezielle Webtechnik zum Einsatz, die den Stoff noch fester macht als normale Baumwolle. Man verwendet sie häufig zur Herstellung von Bettwäsche und Hemden.
- Baumwollsatin
Sie wird gewebt und hat einen seidig-glatten Griff. Deshalb wird sie gern für glänzende Bettwäsche verwendet.
- Perkal Baumwolle
Diese ist gewebt und besteht aus 100 % Baumwolle. Sie fühlt sich noch weicher und angenehmer an als normale Baumwolle. Sie wird ebenfalls gern für Bettwäsche eingesetzt.
- Batist
Das ist ein hochwertiges, leichtes und glattes Gewebe mit schönem Fall in bester Qualität. Helle Farben neigen dazu, durchsichtig zu sein. Batist ist ideal für leichte, sommerliche Kleider, Blusen und luftige Hosen.
- Popeline
Das ist ein nicht durchscheinender Stoff, der sehr dicht gewebt ist und einen leicht steifen Griff hat. Es ist ein strapazierfähiger Stoff, der seine Form gut hält und ziemlich knitterfrei ist. Deshalb werden daraus gern Oberhemden hergestellt.
Aber egal, welches Nähprojekt wir mit dem Baumwollstoff unserer Wahl bisher umgesetzt haben, es blieben immer Stoffreste übrig. Diese werfen wir natürlich nicht weg, sondern sammeln sie für kreative Reste-Projekte. Was ich bisher aus meinen Baumwollstoffresten genäht habe, zeige ich euch gern. Vielleicht ist ja eine Idee für euch dabei, die ihr ganz toll findet und nacharbeiten wollt. Die meisten meiner Ideen findet ihr als kostenlose Anleitungen in meinem Blog.
6. Reste-Projekte aus meiner Nähwerkstatt
Da wir für unsere geplante Patchwork-Bettdecke nur reine Baumwollstoffreste verwenden wollen, zeige ich euch kurz ein paar Nähprojekte, bei denen meine Reste angefallen sind. Vielleicht erkennt ihr später in meiner Bettdecke den einen oder anderen Stoff wieder.
Zu sehen sind: eine hübsche Kindertasche, eine Luftballonhülle, Bettwäsche für das Puppenbett, praktische Nähgewichte, eine Kosmetiktasche und ein pfiffiger Spielkartenhalter. Ihr könnt das alles gern nachnähen.
7. Weitere Nähideen für Stoffreste
- Baumwolltaschentücher aus alter Bettwäsche
- Scrunchies (Haargummis)
- Haarbänder mit eingelegtem Gummiband
- Kleine Kosmetiktäschchen
- Federmäppchen
- Kleine Körnerkissen
- Duftsäckchen für den Kleiderschrank
- Kleine Geschwisterschultüten
- Lesezeichen
- Halstuch + Mützchen für Babys und Puppen
- Schlafbrillen zum Relaxen und als Reisebegleiter
- Buchhüllen
- Patchwork-Decken oder Kissen
- Körbchen/Utensilos
- Yoga-Socken
- Schlüsselanhänger
- Schnullerketten
- Kleine Täschchen für Schlüssel, Taschentücher oder Kosmetik
- Geschenkverpackungen
- Untersetzer
- Spiele
- Abschminkpads
- Wimpelketten als Deko für Kindergeburtstage
- Schlangen aus bunten Stoffen fürs Kinderzimmer
- Nadelkissen
- Brillenetuis
- Duftsäckchen
- Einkaufstaschen
8. Neues Nähprojekt: Patchwork-Bettdecke fürs Puppenbett
Nach all der Theorie und den Projekten aus der Vergangenheit soll es heute in diesem Blogbeitrag aber auch etwas Neues geben. Meine Enkelin Lisann ist 4 Jahre alt und hat ein wunderschönes Puppenbett von mir geschenkt bekommen. Das habe ich komplett selbst gebaut und auch mit Bettwäsche liebevoll ausgestattet. So schaut es aus:
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Tagsüber fehlt dem Bett allerdings noch eine schöne, dekorative Tagesdecke, die man über das Bettzeug deckt. Das ist ein ideales Nähprojekt, um seine Baumwollstoffreste zu verwerten. Es ist auch ein schönes Projekt, das man gemeinsam mit der Puppenmutti umsetzen kann. Vielleicht weckt ihr damit beim Nachwuchs sogar die Lust am Nähen und Selbermachen.
Meine Patchwork-Bettdecke soll obenauf viele bunte Stoffe zeigen, die Rückseite soll unifarben aus nur einem Stoff sein. Rundherum soll das Ganze von einem Schrägband eingefasst sein.
9. Größe der Bettdecke festlegen
Um die Größe der Bettdecke festzulegen, schauen wir uns unser Puppenbett genauer an und legen danach die Maße fest.
Wir messen mit einem Maßband und aufgelegter Bettwäsche einmal quer und einmal längst das Bett aus. Bei mir soll die Bettdecke seitlich etwas über das Holzbett hinaushängen, ich lege mich deshalb auf 54 cm fest.
In der Höhe soll die Bettdecke genau auf das Bett passen. Das macht bei mir 43 cm.
Meine zu nähende Patchwork-Bettdecke soll somit am Ende auf die Maße 54 cm x 43 cm kommen. Am Ende kürzen wir sie trotzdem noch auf das perfekte Maß.
10. Materialien
- Viele bunte Stoffreste aus 100 % Baumwolle
- Fleecestoff für die Rückseite
- Schrägband für die Einfassung
- Maßband
- Patchworklineal(e)
- Rollschneider
- Schneidematte
- Stoffschere, Stickschere
- Nähmaschine mit Geradstich
- Nähgarn
- Quilters Grid*
- Bügeleisen
- Bügeltisch/Bügelunterlage
- Butterbrotpapier
- Selbst löschender Stift
- Stoffklammern
*Quilters Grid ist eine sehr dünne aufbügelbare Vlieseinlage mit Klebepunkten von Vlieseline. Es hat ein aufgedrucktes Raster mit Markierungen in Inch, an dem wir uns beim Positionieren der Patches und beim Nähen orientieren können. So müssen wir nicht mit Stecknadeln unseren Stoff malträtieren.
11. Vorbereitungen
Wir sichten unsere Baumwollstoffreste. Alle müssen aus 100 % Baumwolle und möglichst gleicher Stärke sein. Dehnbare Stoffe sind nicht geeignet.
Wer das Werk für oder mit seinen Kindern oder Enkeln näht, sollte sie bei der Stoffauswahl ruhig mit aussuchen lassen. Manchmal ist auch ein nicht mehr passendes Kleidungsstück eines Kindes dabei und kann so später in der Bettdecke wiederentdeckt werden.
Alle Stoffreste müssen gewaschen sein, sonst würden sie bei der ersten Wäsche unserer fertig genähten Bettdecke eingehen. Wir bügeln alle infrage kommenden Stoffreste mit Dampf, da man nur auf glatten, gebügelten Stoffen korrekt abmessen und zuschneiden kann.
12. Vorbereiten der Bügelfläche
Bevor wir uns gleich mit all den bunten Stoffen beschäftigen, müssen wir noch unsere künftige Arbeitsfläche vorbereiten.
Da unser Bügelbrett mit Sicherheit zu klein ist, benötigen wir einen stabilen Tisch, auf dem wir bügeln können. Damit wir den Tisch beim Bügeln nicht beschädigen, legen wir eine entsprechende Bügelunterlage auf den Tisch. Wer hat, nimmt dafür Thermolan, alle anderen (wie auch ich) nehmen dafür ein paar alte, faltenfrei gebügelte Betttücher aus Baumwolle/Leinen. Dazu stellen wir ein Bügeleisen ohne Dampf bereit.
Auf die Bügelunterlage legen wir ein Stück Quilters Grid. Die benötigte Größe kann man an den aufgedruckten Kästchen abzählen. Die Größe basiert auf der Größe und Menge an Patches, die wir auflegen wollen. Wie viele das genau sind und wie groß damit unser Quilters Grid sein muss, erkläre ich euch im nächsten Punkt.
Wir legen das Quilters Grid auf die Bügelunterlage. Die Seite mit den Klebepunkten ist oben. Wenn wir mit der Hand darüberstreichen, spüren wir die erhabenen Klebepunkte.
13. Wie viele Quadrate benötigen wir?
Da wir eine Patchwork-Bettdecke nähen wollen, benötigen wir viele kleine Quadrate, sog. Patches. Die Patches schneiden wir uns jetzt zu.
Mithilfe eines Rollschneiders, in den wir eine neue, scharfe Klinge eingelegt haben, und eines Patchworklineals schneiden wir uns auf einer Schneideunterlage eine entsprechende Menge an Quadraten aus unseren gebügelten Baumwollstoffen zu.
Wie viele Quadrate/Patches wir pro Stoffmuster benötigen, ermitteln wir im Vorfeld durch eine Skizze unserer geplanten Bettdecke.
Wir schauen uns das Quilters Grid an. Die Linien dort liegen in einem Abstand von 2,5 cm (= 1 Inch) voneinander entfernt. Zwei Kästchen nebeneinander und zwei Kästchen übereinander markieren somit ein Quadrat in der Größe von 5 cm × 5 cm. Das soll das Maß für meine Stoffquadrate werden. So kann ich die Linien des Quilters Grid perfekt nutzen.
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Meine Quadrate schneide ich also in einer Größe von 5 cm × 5 cm zu.
Da bei diesen 5 cm × 5 cm großen Quadraten die Nahtzugaben von 6 mm rundherum noch abgezogen werden müssen, sind von meinen Quadraten am Ende 3,8 cm × 3,8 cm sichtbar.
Diese 3,8 cm sind nun entscheidend dafür, wie viele Quadrate ich neben- und übereinander legen muss, um auf meine gewünschte Deckengröße von 54 cm × 43 cm zu kommen. Ich ermittele durch Division mit 3,8, wie viele Quadrate ich für mindestens 54 cm in der Breite und für mindestens 43 cm in der Höhe benötige:
- 54 cm Breite: 3,8 = 14,2 – das ergibt aufgerundet 15 Stück
- 43 cm Höhe: 3,8 = 11,3 – das ergibt aufgerundet 12 Stück
Die Ränder der Bettdecke kann ich am Ende noch in Höhe und Breite für mein Bett genau passend zuschneiden, daher habe ich aufgerundet.
Wenn ich nun beide Mengen multipliziere (15 × 12), komme ich auf die für meine Bettdecke insgesamt benötigten 180 Patches. Wer möchte, kann sich das in einer kleinen Skizze veranschaulichen. Hier kann er später bei Bedarf auch ein evtl. gewünschtes Legemuster einzeichnen. Bei diagonal gelegten Patches ist das aber nicht nötig.

14. Quadrate zuschneiden
Als Nächstes müssen wir uns überlegen, wie wir die Quadrate anordnen wollen. Manche lieben es streng geometrisch und legen sie vielleicht diagonal auf. Und manche lieben es wild durcheinander, sodass man viel zu schauen hat. Nachdem wir diese Entscheidung getroffen haben, zählen wir auf unserer obigen Skizze aus, wie viele Quadrate wir pro Stoffmuster benötigen.
Also schauen wir erst einmal, was unsere Stoffvorräte hergeben. Wir müssen die Stoffe finden, die gut miteinander harmonieren. Da wir nur kleine Patches zuschneiden, sollten die Stoffe eher klein gemustert sein. Sollten die Reste nicht genügend hergeben, kann man auch mal die großen Vorräte sichten.
Sehr praktisch für den Zuschnitt sind sog. „Patchwork-Lineale“. Es gibt sie in verschiedenen Größen. Ihre Vorteile sind die vielen aufgedruckten Maße für den Zuschnitt und ihre Stabilität. Da sie etwas dicker sind, liegen sie gut auf dem Stoff auf und man kann an den Kanten perfekt mit dem Rollschneider entlangfahren.
Für mein Projekt ist das Patchworklineal mit den Abmaßen 30 cm × 5 cm besonders gut geeignet.
Damit lassen sich meine 5 cm × 5 cm großen Quadrate perfekt zuschneiden, da es genau 5 cm breit ist und alle 5 cm eine deutliche Markierung hat.
Jedes Quadrat ist 5 cm × 5 cm zu. Die NZG sind schon enthalten. Zuerst begradigen wir eine Seite. Dann schneiden wir uns 5 cm hohe Streifen zu.
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Danach schneiden wir von den Streifen 5 cm hohe Stücke ab.
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Der Zuschnitt aus verschiedenen Stoffen ist nun eine Fleißaufgabe, die man akkurat ausführen muss. Wir müssen aber nicht gleich alle 180 Stück zuschneiden! Es genügen erst einmal ein paar Quadrate aus unseren Lieblingsstoffen.
Wir arbeiten beim Belegen des Quilters Grid Reihe für Reihe – uns so schneiden wir sie auch Reihe für Reihe zu. Ich starte mit einem gelben Stoff mit floralem Muster. Wir zählen auf dem Quilters Grid oder der Skizze die längste diagonale Reihe ab und schneiden uns entsprechend viele Quadrate aus dem ersten Stoff zu.
15. Anordnen der Quadrate
Jetzt legen wir unsere Quadrate in der gewünschten Anordnung auf das Quilters Grid. Beim Auflegen der Quadrate orientieren wir uns genau an den senkrechten und waagerechten Linien auf dem Quilters Grid. Jedes 5 cm × 5 cm große Patch passt auf vier kleine Quadrate des Quilters Grid. Ich möchte ein diagonales Muster legen und starte deshalb in der linken unteren Ecke.
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Wenn die erste Reihe liegt, schaue ich, welcher Stoff als Nachbarstoff gut dazu passt. Dazu legen wir den neuen Stoff einfach neben die gelegten Quadrate und schauen, ob und wie die Farben und Muster miteinander harmonieren. Dann schneiden wir vom neuen Muster wieder ein paar Patches aus, die wir dann anlegen. So fahren wir Reihe für Reihe fort. Wir müssen die Patches akkurat innerhalb der Markierungen auf dem Quilters Grid auflegen.
Reste von zugeschnittenen Patches sammeln wir am Rand für eine spätere Verwendung.
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Wir belegen das ganze Quilters Grid. Wie viel genau wir belegen müssen, hatten wir unter Punkt 14. ermittelt.
Das wäre geschafft! Mein Werk ist schön bunt, oder? So groß bleibt es aber nicht. Durch das Zusammennähen und den Abzug der Nahtzugaben wird es noch erheblich schrumpfen. Ich bin sehr gespannt, wie das am Ende ausschaut.
Bis hierher waren wir alle sehr fleißig! Deshalb haben wir uns jetzt eine Pause verdient.
Wer wissen möchte, wie es mit meiner Patchwork-Bettdecke weitergeht und wie sie am Ende ausschaut, erfährt das im 2. Teil meines Näh-Workshops.
Bis dahin verbleibe ich mit herzlichen Grüßen - eure Ina