Cooles Mädchenkleid mit Taschen nähen
In diesem Beitrag zeige ich euch, wie ich ein cooles Mädchenkleid mit Taschen für meine Enkelin genäht habe. Ich erzähle euch etwas über meinen Stoff und die Suche nach dem richtigen Schnittmuster. Dann nehme ich euch mit in meine Nähstube und ihr dürft mir über die Schulter schauen. Vielleicht bekommt ihr selbst Lust aufs Nähen und/oder der eine oder andere Tipp ist für euch dabei.
Ich weiß, ihr wollt erst einmal das Ergebnis sehen … bitte schön, so schaut das Kleid aus:
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1. Wünsch dir was!
In meiner Tauschbörse habe ich einen wunderschönen Glitzerstoff mit kleinen Elfen gefunden. Ich fragte meine 3 ½-jährige Enkelin, was ich ihr daraus nähen sollte: eine warme Mütze und einen praktischen Halswärmer oder ein Kleid? Nach genauem Betrachten der Glitzerelfen hauchte sie mir dann ganz verzückt „ein Kleid“ entgegen.
Okay, dachte ich, dann nähe ich ihr ein Kleid. Da ich von dem ertauschten Stoff nicht sehr viel hatte, durfte es nur ein schmales Kleid sein, was nicht so viel Stoff verlangte. Trotzdem sollte es besonders sein.
Mein ertauschter Stoff war ein eher dicker, wärmender Alpenfleece-Stoff. Er hat von Hause aus viel Volumen und sollte deshalb im Rockbereich nicht so faltig fallen müssen. Das bedeutet, dass ich einen Kleiderschnitt finden musste, bei dem das Kleid nur wenig ausgestellt ist und der nicht so viel Stoff benötigt.
2. Die Suche nach dem passenden Schnittmuster
Auf meiner Suche nach einem geeigneten Schnitt bin ich auf Crazypatterns fündig geworden. Das habe ich so am liebsten, da ich hier bei Fragen oder Problemen den Designer der Anleitung immer direkt kontaktieren kann. Außerdem kann ich die Anleitung hinterher bewerten und somit anderen potenziellen Kunden bei der Kaufentscheidung helfen.
Ich habe mich für die Nähanleitung „Fannie – Zeitloses Sweatkleid mit Taschen“ vom Studio Schnittreif entschieden. Nach dem Schnittmuster kann man Kinderkleider von Größe 86/92 bis 146/152 in Doppelgrößen nähen.
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Das Schnittmuster gefiel mir aufgrund der leichten A-Linie und wegen der Taschen. Die Taschen – so finde ich – machen dieses Kleid richtig cool und modern. Welche Mädchenkleider haben schon Taschen? Und Mädchen haben schließlich auch Schätze, die sie unterbringen wollen. Und deshalb sollte es nun unbedingt dieses Kleid für meine Enkelin sein!
3. Mein Stoff
In der Nähanleitung „Fannie“ wird empfohlen, für dieses Modell elastische Stoffe wie Sweat, Nicki oder Strick zu verwenden. Durch den elastischen Anteil im Stoff kann das Kleid nicht reißen, stremmen oder einschneiden. Es passt sich elastisch den Körperkonturen des Kindes an und macht jede Bewegung mit.
Mein Alpenfleece-Stoff besteht aus 55 % Baumwolle, 40 % Polyester und 5 % Elasthan. Er hat ein Gewicht von 320 Gramm/m². Die Außenseite ist ein weicher Sweatstoff mit einem niedlichen Muster. Kleine Elfen tanzen hier mit ihren Zauberstäben umher, auf denen glitzernde Sterne sitzen. Einen solchen Stoff mögen alle kleinen (und großen) Mädchen, da er so zauberhaft und verspielt ist. Auf der Innenseite hat er ein wunderbar weiches Fleece, das die Haut streichelt.
Wegen des Glitzers auf der Außenseite sollte man diesen Stoff immer nur von links waschen, sodass der Glitzer beim Waschen möglichst wenig Reibung ausgesetzt ist. Der aufgebrachte Glitzer fällt nicht ab (auch das muss man vorher gut prüfen), würde aber beim Bügeln Spuren auf dem Bügeleisen hinterlassen. Deshalb habe ich ihn immer mit einem aufgelegten feuchten Baumwolltaschentuch gebügelt.
4. Werkzeuge
Nun hatte ich meinen Stoff und das Schnittmuster. Weiterhin benötigte ich folgende Materialien und Werkzeuge:
- Nähmaschine
- Overlock-Maschine (optional und von mir bevorzugt)
- Nähgarn in passenden Farben
- Jersey-Nadel in der Nähmaschine
- Stoffschere
- Papierschere
- Kleine Handarbeitsschere
- Patchworklineal
- Selbst löschender Stift
- Dampfbügeleisen
- Herrentaschentuch aus Baumwolle (optional)
- Saummaß
- Stecknadeln und/oder Stoffklammern
- Schnittmusterpapier
- Filzstift
5. Das Schnittmuster
Zuerst kommt immer etwas Büroarbeit: Ich habe das 12-seitige Schnittmuster ausgedruckt und an den vorgegebenen Markierungen zusammen geklebt. Das ergab am Ende ein riesiges Werk.
Tipp:
An dieser Stelle sollte man nicht voreilig die Teile auseinanderschneiden, weil man das Pamphlet dann besser händeln könnte. Heute benötige ich zwar nur die Größe 98/104, aber in den nächsten Jahren sicherlich weitere Größen. Wenn ich das Schnittmuster (= Master-Schnittbogen) im Ganzen belasse, kann ich immer darauf zurückgreifen und mir die jeweils gewünschte neue Größe abpausen. Den Arbeitsschritt „Schnittmuster ausdrucken und zusammenkleben“ musste ich somit nur einmal für den Master-Schnittbogen machen.
Heute möchte ich ein Kleid in der Größe 98/104 nähen. Um zu den einzelnen Schnittteilen zu kommen, pause ich sie vom Master-Schnittbogen ab. Ich lege mir eine Rolle semitransparentes Schnittmusterpapier auf das jeweilige Schnittteil.
Nun schaue mir an, welche Linienart die Größe 98/104 zeigt. Ich ziehe diese Linie mit einem Filzstift auf dem Schnittmusterpapier nach.
Tipp:
Wenn ich ein Schnittteil mit einer geraden Bruchkante habe, nutze ich gleich die gerade Kante vom Schnittmusterpapier. Das erspart einmal Ausschneiden an dieser Seite.
Damit ich später nicht durcheinanderkomme, beschrifte ich die Schnittteile und übertrage alles Wesentliche, was auf dem Papier-Schnittmuster steht.
Ich schneide die aufgezeichneten Schnittteile mit einer Papierschere aus.
Das Kinderkleid Fannie besteht insgesamt aus 7 Einzelteilen und einem Halsbündchen, das ich später separat zuschneide.
6. Der Stoffzuschnitt
Nun wird es langsam interessanter. Der gewaschene Stoff liegt vor mir. Jetzt lege ich die Schnittteile in der vorgegebenen Fadenrichtung auf den Stoff. Bei den beiden Oberteilen (vorn und hinten) muss man den Stoff an der Bruchkante anlegen, daher schlage ich den Stoff vorher entsprechend um. Hier muss man darauf achten, dass die Motive auf dem Stoff nicht kopfüber stehen.
Ich habe meine Schnittmuster mit meinen selbst genähten Nähgewichten beschwert. Wer sich dafür interessiert, findet die kostenlose Nähanleitung in meinem Blog.
Da die Schnittteile relativ klein sind und der Stoff schön flach aufliegt, verzichte ich darauf, mir die Schnittlinien vorher mit einem selbst löschenden Stift auf dem Stoff aufzuzeichnen. Ich greife gleich zur Stoffschere und schneide die Teile mit der von mir dazugegebenen Nahtzugabe aus.
Auf dem Schnittmuster steht, dass keine Nahtzugaben (NZG) enthalten sind. Deshalb musste man diese dazugeben. Für alle, die mit einer Nähmaschine nähen, bedeutet das Zuschnitt mit 1 cm NZG. Für alle, die mit einer Overlock-Maschine nähen (wie ich), bedeutet das Zuschnitt mit 0,6 cm NZG.
Hier seht ihr meine beiden Oberteile nach dem Zuschnitt.
Beim Zuschnitt der Unterteile ist zu beachten, dass man hier noch den Kleidersaum dazugeben muss. Ich habe für meinen Saum 2,5 cm dazugegeben. Damit die Kante am Ende gleichmäßig wird, habe ich mir die Schnittlinie vorher mithilfe eines Saummaßes und eines selbst löschenden Stiftes angezeichnet.
Nach dem sorgfältigen Anzeichnen schneide ich auch die Rockteile mit den nötigen Nahtzugaben aus.
Rechts seht ihr das vordere Rockteil, das hat nämlich Taschen. Aber dazu später mehr.
Beim Zuschnitt der Ärmel gilt das gleiche wie beim Rock. Die Ärmel bekommen einen Saum am Handgelenk – bei mir von 2,5 cm – zugeschlagen. Hier schlagen wir den Stoff später nach innen um. Man muss darauf achten, dass der Stoff im vorgegebenen Fadenlauf liegt und auch das Muster nicht auf dem Kopf steht.
An den übrigen Kanten (außer dem Saum) bekommen die Ärmel beim Zuschnitt wieder ihre Nahtzugabe – bei mir also von 0,6 cm.
Den Arm benötigen wir zweimal zugeschnitten.
Zum Schluss kommen noch die Taschen. Für 2 Taschen gibt es insgesamt 4 Teile zuzuschneiden.
Da wir eine linke und eine rechte Tasche haben, muss man hier aufpassen, dass man das Schnittmuster für die Taschen einmal richtig herum und einmal spiegelverkehrt auflegt.
Für mein Kinderkleid Fannie habe ich damit insgesamt 10 Teile zugeschnitten.
Alle Teile sind zugeschnitten. Jetzt geht es in die Nähstube!
7. Das Nähen
Gemäß der Nähanleitung lege ich das obere Rückenteil rechts auf rechts auf das untere Rückenteil des Kleides und klammere beide Teile mit Stoffklammern zusammen.
Ich nähe beide Stoffkanten mit der Overlock-Maschine zusammen. Die Fäden rechts und links schneide ich mit 1 cm Rest ab. Sie werden später mit einer anderen Naht gesichert.
Nach dem Nähen dämpfe ich die frische Naht (mit Mittelhitze) mit meinem Dampfbügeleisen und einem aufgelegten feuchten Herrentaschentuch aus Baumwolle. Der Dampf dringt durch das Baumwolltaschentuch und glättet den Stoff darunter. Die heiße Bügelsohle kommt nicht mit dem Glitzer in Berührung. Das sollte man vorher unbedingt vorsichtig an einem kleinen Stoffrest testen.
Damit ist die Rückseite des Kleides auch schon fertig. Jetzt kümmere ich mich um die Vorderseite.
Laut der Nähanleitung lege ich nun beide oberen Taschenbeutel rechts auf rechts auf das vordere Rockteil, was die gleichen Aussparungen für die Taschen enthält. Ich stecke die Taschenbeutel mit Stecknadeln auf das Rockteil.
Jetzt nähe ich mit der Overlock-Maschine die beiden Stoffteile an den fixierten Kanten zusammen.
Das schaut am Ende so aus:
Als Nächstes klappe ich die frisch angenähten Taschenteile hoch und dämpfe die Nähte von der rechten Stoffseite glatt.
Danach lege ich die anderen beiden Schnittteile der Taschen rechts auf rechts auf die angenähten Taschenteile. Ich fixiere die Teile mit Stecknadeln aneinander.
Nun nähe ich die Rundungen der Taschen mit der Overlock-Maschine zusammen.
Und schon ist das Innenleben der Taschen fertig.
Laut der Nähanleitung klappe ich jetzt die Taschen nach hinten um. Die Eingriffe der Taschen kommen auf dem Rockteil zu liegen. Man kann in die Taschen hineingreifen.
Das Ganze wird nun wieder mit dem Dampfbügeleisen flach gedämpft.
Tipp:
Da mir die Tascheneingriffskante nicht prägnant genug war, habe ich sie einfach noch zusätzlich abgesteppt. So kann das Taschenfutter nicht versehentlich mit herauskommen, sondern bleibt artig in der Tasche.
Dafür habe ich zuerst die Umschlagkante mit Stecknadeln fixiert.
Danach habe ich knappkantig eine kleine Steppnaht neben die Umschlagkante gesetzt. Vorher habe ich an einem Stoffstück probiert, welcher Stich sich hierfür am besten eignet. Meine Wahl fiel auf den kleinen Geradstich. So schaut die Taschenkante dann hinterher aus:
Dort, wo die Tasche auf den Stoff trifft, befinden sich seitlich und unten drei Stoffschichten übereinander.
Diese drei Stoffschichten habe ich – laut Nähanleitung – jeweils mit Stecknadeln aneinander fixiert und dann sehr knappkantig und in langsamer Nähgeschwindigkeit mit der Nähmaschine abgesteppt. So kann beim späteren Nähen keine Stoffschicht herausrutschen.
Am Ende hatte ich oben und seitlich feine Nähte, die aber später in der Nahtzugabe verschwinden.
Damit ist das untere Vorderteil des Kleides mit den beiden Taschen fertig:
Mit den Taschen ist das Aufwendigste auch schon geschafft. Laut der Nähanleitung stecke ich nun das vordere Oberteil rechts auf rechts auf das vordere Unterteil.
Ich nähe beide Teile mit der Overlock-Maschine zusammen.
Jetzt klappe ich die Kleid-Vorderseite auseinander und dämpfe die frische Naht.
Die Vorder- und Rückseite des Kleides sind nun fertig.
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Es geht weiter mit den Schulternähten. Ich lege beide Schultern rechts auf rechts aufeinander und fixiere die Stoffteile mit Stecknadeln aneinander.
Dann nähe ich mit der Overlock-Maschine die Schultern zusammen.
Okay, das wird doch langsam, oder? Nun kommen gleich die Arme ran. Ich stecke die Arme an die entsprechenden Aussparungen des Kleides.
Ich nähe die Ärmel in das Kleid.
Ja, wir kommen dem Ziel näher! Nun stecke ich die beiden Seitenkanten des Kleides vom Ärmel bis zum Saum mit Stecknadeln zusammen. Die Stecknadelköpfe schauen nach außen, sodass sie sich beim Nähen besser herausziehen lassen.
Beim Zusammenstecken der Overlock-Nähte in der Kleidermitte achte ich darauf, dass sie in entgegengesetzten Richtungen liegen. So kann hier keine dicke Nahtstelle entstehen, die später beim Tragen stören würde.
Nach dem Zusammenstecken nähe ich die beiden Längsseiten zusammen. Ich mache das wieder mit meiner Overlock-Maschine.
Beim Nähen der Taschen muss man darauf achten, dass man die Taschen komplett annäht. Aber da wir ja vorher die kleinen Sicherungsnähte angebracht hatten, lässt sich das gut bewerkstelligen.
Ich drehe mein Kleid auf rechts und freue mich über den Fortschritt.
Die Taschen kann ich schon mal ausprobieren.
Als Nächstes kümmere ich mich um die Kleiderlänge. Die untere Stoffkante des Kleides ist noch offen, deshalb versäubere ich sie mit der Overlock-Maschine und dämpfe die frische Naht. Damit ist die Stoffkante schön glatt und auch die Rückseite des Saums sieht später professionell aus.
Da ich nun gerade so schön dabei bin und dieser Schritt ja unweigerlich auch bei den Armen auf mich zukommt, versäubere ich gleich noch die Saumkanten der Ärmel.
Durch die Höhe des Saums bestimmen wir die Länge des Kleides. Ich entscheide mich für 2,5 cm Saum. Mithilfe eines Saummaßes messe ich nun rundherum die festgelegte Saumhöhe ab und fixiere den Saum mit Stecknadeln.
Tipp:
Die Stecknadelköpfe sollten auf der umgeschlagenen Stoffkante herausschauen. So kann man sie beim Nähen besser greifen und herausziehen.
Da ich einen elastischen Stoff habe, nähe ich meinen Saum mit einem elastischen Zickzack-Stich an.
Bevor ich das mit meinem Kleid mache, teste ich den gewählten Stich auf einem Stoffrest, der in der gleichen Fadenrichtung zugeschnitten sein muss wie der Kleidersaum. Hier kann man sehen, ob der Stich sauber ausschaut, der Stoff sich nicht zusammenzieht oder wellt. Man kann die Stichlänge und Stichweite individuell für seinen Stoff einstellen und bei Bedarf auch mit der Fadenspannung experimentieren. Meine Nähmaschine erzielte mit Stichweite 6 mm und Stichlänge 3 mm das beste Ergebnis. Das ist aber nur mein individueller Wert.
Ich nähe auf der Außenseite des Stoffes und führe den Stoff in gleichmäßigem Abstand von der Stoffkante entlang. Dabei orientiere ich mich an der 2 cm-Markierung auf der Stichplatte meiner Nähmaschine. Ich führe den Stoff also mit der rechten Stoffkante an der 2 cm-Markierung entlang.
Da ich meinen Saum mit 2,5 cm umgesteckt und ich meine Zickzack-Naht bei der 2 cm-Markierung entlanggeführt habe, liegt meine Zickzack-Naht genau auf der Overlock-Naht. Um das so hinzubekommen, muss man es vorher unbedingt an einem Stoffstück testen und auch den Saum sehr genau abstecken.
Auf der Vorderseite seht ihr meine Zickzack-Naht. Noch ist sie minimal gewellt. Nach dem Dämpfen sind die Wellen aber verschwunden und übrig bleibt eine schöne, flache Stoffkante.
Bei einem zweiten Fannie-Kleid habe ich den Saum mit dem Dreifach-Zickzack-Stich statt des Zickzack-Stichs abgesteppt. Das gefiel mir sogar noch besser.
Das Gleiche habe ich danach an den Ärmelsäumen wiederholt. Auch hier habe ich den Saum mit 2,5 cm umgeschlagen und mit Stecknadeln fixiert.
Beim Nähen habe ich den Stoff wieder an der 2 cm-Markierung der Stichplatte entlang geführt.
Die Zickzack-Naht verschwindet wieder optisch unsichtbar in der Overlock-Naht.
Danach habe ich auch die Ärmelkanten gedämpft. Fast fertig … jetzt fehlt nur noch das Halsbündchen.
In der Anleitung waren die Maße für das Halsbündchen angegeben. Die Breite sollte 4 cm betragen. Allerdings weiß ich aus Erfahrung, dass mir das 4 cm-Halsbündchen am Ende zu niedrig ist. Die 4 cm werden einmal gefaltet, somit bleiben noch 2 cm Höhe übrig. Wenn man das 2 cm hohe Bündchen mit der Overlock annäht, muss man die 0,6 cm für die Overlock-Naht abziehen. Damit ist das angenähte Bündchen nur 1,4 cm hoch. Das ist mir zu niedrig, deshalb habe ich mein Halsbündchen mit 5 cm Höhe zugeschnitten.
Der Zuschnitt lässt sich am besten mit einem langen Patchworklineal und einem Rollschneider auf einer Schneidematte bewerkstelligen.
Das Halsbündchen wird an den kurzen Seiten zusammengelegt und mit einem kleinen Geradstich und einer Nahtzugabe von 1 cm zusammengenäht. Danach bügele ich die Nahtzugabe auseinander, sodass sie später schön flach ist und nicht drückt.
Jetzt schlage ich das Halsbündchen einmal längs (links auf links) um und bügele die Umschlagkante mit Dampf.
Tipp:
Beim nächsten Kleid habe ich gemerkt, dass das Bügeln der Umschlagkante leichter ist, wenn das Bündchen noch als Streifen vor uns liegt. Es wird erst nach dem Bügeln zum Ring zusammengenäht.
Als Nächstes achtele ich das Bündchen. Das heißt, ich versehe das Bündchen in gleichmäßigen Abständen mit Stecknadeln. Die gleichmäßigen Abstände erreiche ich, indem ich den Bündchenring immer wieder flach zusammenlege und die seitlichen Außenpunkte mit einer Stecknadel versehe.
Die gleiche Aufteilung nehme ich am Halsloch des Kleides vor. Ich starte 1cm von der Seitennaht entfernt mit meiner ersten Stecknadel. Von hier aus setze ich die weiteren 7 Stecknadeln in gleichmäßigem Abstand.
Ich habe meine erste Stecknadel 1 cm von einer Seitennaht gesetzt, weil ich hier die Nahtstelle meines Halsbündchens platzieren will. Ich finde diese Stelle unauffälliger als wenn sie im Nacken wäre.
Als Nächstes ziehe ich das Bündchen auf den Halsausschnitt und stecke die 8 jeweils übereinander liegenden Stecknadeln zusammen. Damit ist das Bündchen gleichmäßig auf dem Halsausschnitt verteilt.
Tipp:
Die Stecknadelköpfe sollten alle an den offenen Stoffkanten herausschauen, so kann man sie später beim Nähen besser greifen und herausziehen.
Ich nähe das Bündchen mit der Overlock-Maschine an das Halsloch. In einem Arbeitsschritt werden also 3 Lagen Stoff zusammengenäht und gleichzeitig versäubert. Hier muss man aufpassen, dass sich auch immer alle 3 Stoffschichten unter dem Nähfuß befinden und keine versehentlich herausgerutscht ist.
So schaut das bei mir aus, wenn ich von oben in den Halsausschnitt schaue:
Wenn man das elastische Bündchen umklappt, legt sich die Naht automatisch flach in die richtige Position. Nachdem ich das Bündchen gedämpft habe, sieht man ein schönes, sauber angenähtes Bündchen.
Tipp:
Sollte euch die minimal abstehende Overlock-Naht im Nacken stören, könntet ihr sie über eine kleine Strecke auf dem Stoff feststeppen.
Ich zeige euch auch noch einmal die Nahtstelle vom Halsbündchen, die sich kurz neben der Schulternaht befindet:
Da beide Nähte leicht zueinander versetzt sind, entstehen hier keine störenden Wülste.
Damit ist mein erstes „Fannie-Kinderkleid“ fertig!
Besondere Hingucker und zugleich praktische Accessoires sind die Taschen.
Meine Enkelin liebt ihr neues Glitzerkleid mit Taschen sehr. Es ist ihr noch etwas zu groß, aber sie wächst ja noch rein. Bei Doppelgrößen muss man das in Kauf nehmen.

8. Schlussbetrachtungen
Mir hat die Nähanleitung und das Schnittmuster für das Kinderkleid „Fannie“ sehr gut gefallen. Ich finde den Schnitt modern, zeitlos und alltagstauglich. Sicherlich werde ich dieses Kleid in den nächsten Jahren noch mehrmals nähen. Aufgrund meiner positiven Erfahrungen empfehle ich diese Anleitung sehr gerne weiter.
Wenn ihr meinen Stil mögt und Lust auf mehr kreative Ideen von mir habt, kommt mich gern auf meinem Blog oder in meinem Shop besuchen. Hier gibt es zahlreiche Anleitungen zum Basteln, Häkeln, Stricken, Filzen, Nähen und Handwerken.
Herzliche Grüße von Ina